Jugend und Politik

"Generation Unbeachtet": Der junge Grüne

23. August 2011, 17:59

Tobias Schweiger kritisiert die heimische Protestkultur und das Aufmerksamkeitsdefizit für Junge

Tobias Schweiger sagt, er war schon immer politisch. Mit fünf Jahren hätte er zum ersten Mal bewusst eine Wahl, damals die Landtagswahl in der Steiermark, miterlebt. Er sei fasziniert gewesen, wie sein Vater gejubelt hat, als der rote Balken stieg. Heute ist Tobias Schweiger eines von sieben Bundesvorstandsmitgliedern der Jungen Grünen. Die Hingabe für bunte Diagramme habe ihn nie verlassen.

Aus seinen lockigen Haaren wachsen am Hinterkopf drei Dreadlocks, die er sich über die Schulter streift und zwirbelt, wenn er nachdenkt. Seit seiner Jugend sei er schon auf so vielen Demonstrationen gewesen, dass er sie unmöglich alle aufzählen könne. Die zwei Jahre zwischen seinem 17. und 19. Lebensjahr habe er damit verbracht, leerstehende Häuser im Besitz der Bundesimmobiliengesellschaft zu besetzen. Dabei hat er offensichtlich erlebt, dass solche Aktionen nicht mehrheitsfähig sind.

"Österreich attestiere ich eine mangelnde Protestkultur", sagt er. Das sei aber kein Jugendspezifikum, sondern in der heimischen Mentalität verhaftet. "Die Jugendlichen fühlen sich einfach verarscht, weil sie sich kaum beteiligen können." In seinem Freundeskreis bemerkt der 21-Jährige eines: Die meisten haben das Gefühl, dass man Kritik und Auflehnung von ihnen nicht will.

Tobias Schweiger wirkt wie der Typ, dem schon immer egal war, was die Gesellschaft von ihm erwartet. Als Gymnasiast war er in der grünen Schülerorganisation aktiv, dann bei der Grün-Alternativen Jugend (GAJ). Jetzt beschäftigt er sich mit dem Aufbau der Jungen Grünen, die als Verein erst seit letztem Jahr bestehen, organisiert Kampagnen und Diskussionsveranstaltungen. Ob die Jugendorganisation radikaler und linker ist als die Bundespartei? "Die Frage ist mir zu pauschal gestellt, aber stimmen tut es wohl auf jeden Fall", sagt er. In erster Linie seien sie Plattform für Jugendliche, die "ihre Message rausbringen" wollen.

Trotz des guten Verhältnisses zur grünen Mutterpartei will sich die Jugendorganisation nicht als Kaderschmiede für Jungpolitiker sehen. Jeder solle sich beteiligen können egal mit welchen Motiven. Er sehe, wie politisch seine Generation ist, das Problem liege bei den Politikern. "Obwohl Jugendliche mit 16 Jahren wählen dürfen, werden sie als Wählerschaft einfach nicht ernst genommen", sagt er. Mit aufgesetzt jugendlichem Chic und ein paar knackigen Sprüchen sei es nicht getan. "Ein Discobesuch ist keine Jugendpolitik, sondern Populismus."

Die Jungen Grünen haben es sich zur Aufgabe gemacht, dem blauen Populismus etwas entgegenzusetzen. Hauptberuflich in die Politik zu gehen könnte er sich zwar vorstellen, direkt anstreben will er es jedoch bewusst nicht. Neben seinem politischen Engagement studiert er europäische Ethnologie und Geschichte in Graz. Es sei wichtig, dass sich Jungpolitiker in verschiedenen Bereichen Kompetenzen aneignen und nicht versteift sind. "Wenn die Parteikarriere die einzige Option ist, gerät man in Abhängigkeit vom politischen System und verliert seine Kritikfähigkeit", sagt Schweiger. Er möchte auch in die Forschung gehen können - solange er mit der Stelle auch politisches Gehör bekomme. (Katharina Mittelstaedt, DER STANDARD; Printausgabe, 24.8.2011)

Die Jungen Grünen

Vorsitz: sieben gleichberechtigte Vorstände

Mitglieder: ungefähr 4000

Selbstverständnis: Umwelt, Klimawandel, Nachhaltigkeit, soziale Ungerechtigkeit, freie Europäische Union, Bildung, Feminismus, Antirassismus

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2
Bernd22
00
29.8.2011, 12:03
la

la

Der Kluge
11
27.8.2011, 21:58

Aus seinen lockigen Haaren wachsen am Hinterkopf drei Dreadlocks, die er sich über die Schulter streift und zwirbelt, wenn er nachdenkt. Seit seiner Jugend sei er schon auf so vielen Demonstrationen gewesen, dass er sie unmöglich alle aufzählen könne. Die zwei Jahre zwischen seinem 17. und 19. Lebensjahr habe er damit verbracht..Häuser zu besetzen.

________

Albernen Frisur, täglicher Demonstrationen gegen Stromerzeugung, Österreich und Genderismus..

Auch für diese Person*INNEN gilt:
Gründe eine Familie, such dir einen ordentlichen Beruf und lass dich nicht von Genderideologen udgl. indoktrinieren.

* Der Stern soll einen Freiraum zwischen den und außerhalb der zwei herkömmlichen Geschlechter symbolisieren

lagrangian
22
25.8.2011, 20:07

Ich Wette um vieles, dass er außerhalb/ohne Partei KEINE Karriere macht.

palmström
02
24.8.2011, 15:22
Die Jungen Grünen haben es sich zur Aufgabe gemacht, dem blauen Populismus etwas entgegenzusetzen.

schöne sache

aber bitte mal abwechslungshalber argumentativ mit hirn und fakten im rücken und nicht hysterisch zetern und wunschbilder malen

letzteres bringt nämlich nix und verschlimmert alles nur

danke

ChristianderGuru
66
24.8.2011, 11:31
Was will ein junger, motivierter weltoffener Bürger bei der...

...verstaubten Oberspießerpartei? Gegen Zigarettenautomaten demonstrieren?
Warten bis die Mandate durch das natürliche Ableben der Sesselkleber frei werden?

hin und wieder ein tunichtgut
10
24.8.2011, 14:30
was, bitte,

sind dann die anderen parteien?

roland-p
00
30.8.2011, 01:35

die anderen Parteien sind auch nicht besser ... die Grünen aber eben auch nicht ...

systemfehler1
11
24.8.2011, 12:04
...er erhofft sich vielleicht

eine Wiedererstarkung der Grünen, wenn man die unselige und gendergeile Fraunquoten-Partie rund um Glawischenig und Jerusalem endlich in den Ruhestand schickt und die besten Leut´ dort ran läßt. Egal, ob Manderl oder Weiberl, Raucher oder Nichtraucher, Pilz oder Schwammerl.
Die Grünen waren als Alternative so schlehct nicht und sogar für einen Linken wie mich wählbar - einmal allerdings nur....

schneebrunzer
 
21
25.8.2011, 10:28
aus Mangel an Alternativen sind sie für mich...

...noch immer wählbar....nicht mein Idealkandidat, aber bei weitem das Beste, was zur Wahl steht!

Michail Bakunin
04
24.8.2011, 11:30

Tja, früher mal gab`s eine Grün-Alternative Jugend - etwas rebellisch, öfter mal aneckend ("Flaggerl für Gaggerl"), distanzierter zur Partei. Jetzt gibt`s Junge Grüne.

Ich meine, die Grünen sind ja schon furchtbar angepaßt und ohne jegliches Alternatives Selbstverständnis. Wenn nicht mal mehr die Jugend träumt, dann wird am Ende inhaltlich noch mehr ökologische Bobo-ÖVP übrig bleiben...

math_ill
10
25.8.2011, 19:27

übrigens: es gibt beide, gaj und jg, wobei die junge grüne als junge grüne/junge alternative zu erwähnen wäre. warum das so is, ist ein anderes thema.

Thomas_Mueller
 
20
24.8.2011, 15:06

...und während die grüne Jugend träumen soll, zieht die blaue Jugend in die Regierung ein. Nein danke, schon mal probiert.

Michael Bakunin
00
24.8.2011, 11:26

"Die meisten haben das Gefühl, dass man Kritik und Auflehnung von ihnen nicht will."
Naja, das ist wohl das Wesen von Kritik und Auflehnung. Und weil man es nicht will, machen sie es nicht? Eine komische Generation ist das heute.

stefan1981
54
24.8.2011, 11:17

ein klassischer grüner aus dem lehrbuch. mit dreadlocks und passendem ethnologiestudium.

ein lebendiges klischee! die grünen sollten auch ein bisserl auf schneidigen populismus setzen, anstatt auf themen wo dem normalbürger höchstens das gimpfte aufgeht bei den grünen ansichten.

wer hat eigentlich gewusst, dass es sowas wie junge grüne gibt? gehört oder gesehen hätte ich von den 7 gleichberechtigten vorständen noch nie was...

der_Troubadour
21
24.8.2011, 16:21

gerade wenn dem österreichischen normalbürger "das geimpfte aufgeht", wie sie es nennen, ist es sehr oft der richtige schritt gewesen

Super Saubär
22
24.8.2011, 11:05
Ja, an der Protestkultur mangelt's tatsächlich!

Aber nicht so, wie der Jungspund das meint!

Die Inflation an s@udummen Lichterfestln und Wald- und Wiesen-Demos zu Allem und Jedem haben dafür gesorgt, dass diese Instrumente abgenutzt sind und nicht mehr wahrgenommen werden, es sei denn als Ärgernis wegen der Verkehrsbehinderungen.

Wenn wegen jedem Narrenkapperlträger, jedem G-1,2,3,4,5,6,7 oder 8-Gipfel, jedem Atomunfall am anderen Ende der Welt oder was weiss ich mit einem depperten Kerzerl in der Hand über den Ring gelatscht wird, vor allem wegen jedem Sch@s, der nicht einmal im Einflussbereich unserer Entscheidungsträger liegt, dann darf man sich nicht mehr wundern, dass das als Ausdruck des Protestes nicht mehr ankommt!

So schaut's aus!

hin und wieder ein tunichtgut
01
24.8.2011, 14:32
und?

welche protest-/ lösungsvorschläge kommen von ihrer seite?

Super Saubär
10
24.8.2011, 18:48
Beispiele:

Gebühren in 5 Teilbeträgen per Erlagschein abführen. Das kreiert einen herrlichen Verwaltungsaufwand. Das GIS wär da angesichts der Leistung ein besonders dankbares Opfer, aber auch das Finanzamt feut sich sicher über den Arbeitsaufwand!

Amtliche Post (selbstverständlich nach dem Lesen, damit man keine Fristversäumnis riskiert) mit dem Vermerk 'unbekannt verzogen' zurückschicken. Da lacht das Herz und die Post und der Absender rotieren....

Systematisch gegen das Meldegesetz verstoßen! Da wiehert der Amtsschimmel indigniert!

Das nennt man zivilen Ungehorsam und wenn das nur genug Leute machen, kommt der Staat ganz schön ins trudeln. Wen will man denn dann strafen? Alle?

hin und wieder ein tunichtgut
01
25.8.2011, 21:19
aha,

wir sind anarchist.
ich stell mir das chaos vor, wenn alle dermaßen kreativ unterwegs sind.
sorry: themenverfehlung.

Briefmarkenkleber
03
24.8.2011, 11:03
Parteiblatt.

eclecticon
24
24.8.2011, 08:34
FAIL

http://derstandard.at/131302494... uecksspiel

Wenn die 'jungen Grünen' irgendwann mal zu 'alten Grünen' werden wollen, sollten sie es sich vielleicht eher zur Aufgabe machen, der grünen Umfallerei etwas entgegenzusetzen.

Nicht dass der FPÖ Kontra geben per se etwas schlechtes wäre, aber momentan sollten die Grünen vielleicht mal etwas introvertierter über sich selbst reflektieren...

h 90
322
23.8.2011, 18:11
Verloren!

"Die Jungen Grünen haben es sich zur Aufgabe gemacht, dem blauen Populismus etwas entgegenzusetzen."

Haette er sich zur Aufgabe gemacht gute (vielleicht gruene) Politik zu machen dann haette er eine Chance. Sich ueber die Gegnerschaft zu einer anderen Partei zu definiert ist nichts wert.

Michael Bakunin
43
24.8.2011, 11:25

doch. die generschaft zu rechtsradikalen gruppen ist in österreich viel wert.

h 90
44
24.8.2011, 11:44

In Oesterreich gibts vielleicht 3 % extreme Rechte. Alle anderen FPOE Waehler waehlen die FPOE aus mangel an Alternativen.

Michael Bakunin
02
26.8.2011, 09:34

Mangels Alternativen?
Hast du noch nie einen Wahlzettel gelesen?
Jeder andere Partei ist eine bessere Alternative.

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