Extrembergsteigerin hat damit alle 14 Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff bezwungen
Gerlinde Kaltenbrunner hat am Dienstag Abend (Ortszeit) bei guten äußeren Bedingungen den Gipfel des 8.611 m hohen K2, der zwischen Pakistan und China im Karakorum liegt, erreicht und somit den letzten der 14 Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff bezwungen. Die gebürtige Oberösterreicherin hat nach sechs gescheiterten Versuchen diesmal eine selten bestiegene, von der chinesischen Seite ausgehende Route gewählt und nach wochenlanger Vorbereitungs-Arbeit am Berg endlich den Gipfelerfolg gefeiert.
Nach einer eisigen, sternenklaren und ziemlich kurzen Nacht auf knapp 8.300 m brachen Kaltenbrunner, die Kasachen Maxut Xhumayev und Vassiliy Pivtsov, sowie der Pole Darius Zaluski um 01:30 Uhr Ortszeit Richtung Gipfel auf. Die Kälte von rund -25° machte den Bergsteigern im 45° steilen Gelände so derart zu schaffen, dass man zunächst umkehren musste, weil durch die permanente Belastung der Vorderfüße die Durchblutung nicht ausreichend gewährleistet war und "am 8. Tag nach Aufbruch vom Basislager die Innenschuhe auch der besten Expeditionsstiefel einfach nicht mehr ganz trocken zu bekommen waren", schrieb Kaltenbrunners Partner Ralf Dujmovits, der sich beim Gipfelsturm im Basislager befand, auf Kaltenbrunners Homepage.
Man stieg also zunächst wieder ab und wärmte sich im kleinen Biwakzelt auf 8.300 m noch einmal auf, bevor man neuerlich zum Gipfel aufbrach. "Nach zweieinhalb Monaten anstrengendem Unterwegs-Seins sind die Fettreserven inzwischen so weit aufgezehrt, dass man die Kälte am ganzen Körper spürt", berichtete Dujmovits. Um 07:30 Uhr ging es dann neuerlich nach oben und trotz der extremen Kälte, die allen stark zusetzte, und trotz der tiefen Schneebedingungen, die das Vorankommen drastisch erschwerten, erreichte man schließlich um 18.18 Uhr (Ortszeit) den Gipfel.
Da der Wetterbericht für Mittwoch viel Sonne verspricht, sollte der ob der beim Aufstieg vollbrachten exorbitanten Anstrengungen gefürchtete Abstieg nicht zusätzlich durch schlechte Sicht, Wind oder Schneefall erschwert werden. (Thomas Hirner, derStandard.at, 23. August 2011)