Polen - Litauen

Ortstafelkonflikt eskaliert

23. August 2011, 13:44

Eskalation im Konflikt um nationale Minderheiten auf beiden Seiten der Grenze - Polnisches Außenministerium spricht von "Akt des Vandalismus"

Warschau - Der Streit zwischen Polen und Litauen um die nationalen Minderheiten im jeweiligen Land kommt nicht zur Ruhe: In der polnischen Gemeinde Punsk in der Nähe der Staatsgrenze verschandelten Unbekannte 28 zweisprachige Ortstafeln. Das polnische Außenministerium sprach in einer Stellungnahme von einem "nicht hinnehmbaren Akt des Vandalismus".

Die Täter übermalten mit Spraydosen die litauischen Ortsnamen mit weißer und roter Farbe - in der Form der polnischen Flagge. Gleichzeitig wurde ein Denkmal für die in der Geschichte erste Theateraufführung in litauischer Sprache verschandelt, die im Dorf Punsk stattfand. Von den rund 4.000 Einwohnern der Gemeinde Punsk, zu der 33 Dörfer gehören, sind rund 80 Prozent Litauer.

In der Vergangenheit habe es nur vereinzelt Schmierereien an Schildern in litauischer Sprache gegeben, sagte der Gemeindevorsteher Witold Liszkowski der baltischen Nachrichtenagentur BNS, hier habe es sich aber um "eine geplante, organisierte Aktion" gehandelt. Die Ursache sieht der Gemeindevorsteher in "unverantwortlichen und unversöhnlichen Äußerungen polnischer Politiker über Litauen". Die polnische Zeitung "Gazeta Wyborcza" sprach von einer "Eskalation des Hasses", die sich in dieser Tat geäußert habe.

Polen wirft Litauen seit längerem vor, die in der EU vorgeschriebenen Standards für die Behandlung nationaler Minderheiten nicht zu beachten. Dazu gehört die Anbringung zweisprachiger Ortstafeln in Gebieten mit überwiegend polnischstämmiger Bevölkerung, die in Litauen aber nicht gestattet ist. Im Frühling stieß ein neues litauisches Schulgesetz in Warschau auf Kritik, weil es auch in polnischsprachigen Schulen mehr Unterricht auf Litauisch vorsieht.

Während in Polen rund 15.000 Menschen litauischer Abstammung leben, gibt es auf der anderen Seite der Grenze rund 350.000 Polen, was etwa ein Zehntel der Bevölkerung ausmacht. Viele Litauer lehnen weitergehende Rechte für die Minderheit ab, weil sie darin eine Bedrohung für ihre Kultur sehen. Die polnische Sprache und Kultur waren in Litauen über Jahrhunderte dominierend. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 65
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Veniamin Kostitsin-Teterin II
02
25.8.2011, 02:14
hakenkreuz ist in litauen ein nationalerbe

ein im gesetz verankertes nationalerbe

Jürgen Rembremerding
00
7.10.2011, 00:22
Und in Dänemark ein Symbol einer Brauerei:

http://www.swastika-info.com/images/eu... phant1.jpg

Lazarsfeld
53
24.8.2011, 18:20

Mir gefallen die Litauer. Die trauen sich zumindest was. Nicht so wie die Österreicher, die immer ängstlich auf die internationale Politmaffia (EU, IMF, CE, WB, Moskau, Washington, Laibach etc.) schauen und dann das machen, was die gerade wünscht.

Veniamin Kostitsin-Teterin II
01
25.8.2011, 04:45
die insel der seligen muss wohl von mafia umgeben sein

jo dürfen's denn das ?

PV
00
24.8.2011, 17:42
Hitzekoller

Unverstaendlich, wie sich jemand ueber eine zweite Sprache auf einer Ortstafel aufregen kann. Diese gibt's im Burgenland beispielsweise schon seit Jahren, und niemand wuesste auch nur annaehernd, was ueberhaupt man eigentlich spezifisch dagegen haben koennte. Wen juckt's? Die Ortstafel meiner Stadt moege gar eine mongolische Bezeichnung tragen.

Veniamin Kostitsin-Teterin II
12
25.8.2011, 02:12
im burgenland gibt es halt weniger nazis als in kärnten, litauen, lettland oder estland.

styliann
01
24.8.2011, 14:09

Puh wir Österreicher sind nicht die einzigen, die den Kopf nur haben, damits nicht reinregnet.

Schwedenbåmbe
17
24.8.2011, 10:27

Polen darf nicht Kärnten werden!

ameno
06
24.8.2011, 09:55

nationalisten sind wirklich überall gleich deppat :)

Igor Gassner
47
24.8.2011, 10:16
Es gibt immer eine Vorgeschichte

und Polen war halt keine Täubchenrepublik.

Besetzung Mittellitauens, massive Polnisierungspolitik in der Zwischenkriegszeit.

So nett wie zu allen Nachbarn waren halt die Polen auch zu den Litauern

Wlodzimierz Burdajewicz2
04
24.8.2011, 11:33
Es gibt immer eine Vorgeschichte. da haben Sie verdammt recht. Zitat "Anfang August hatte die Bezirksverwaltung Vilnius die Entfernung polnischer Orts- und Straßenschilder in der litauischen Hauptstadt verfügt"

.http://www.europeonline-magazine.eu/vandalism... 49912.html Und es war noch schlimmer. Im Juni hat litauische TV Sender eine Unterhaltungssendung ausgestrahlt, wo zweisprächigen Straßenschilder in Litauen von den Litauern wurden mit Brechgegenständen entfernt. Dabei haben die Zuschauer unglaublichen Spass (weil eben war das Unterhaltungsendung). Bis Heute wurden verantwortlichen nicht zu Rechenschaft gezogen. Auch ofizziellen litauische Stellen haben sich nicht ein mal entschuldigt. Im diesem
"polnischen" Fall ist jedoch AM, aber auch Staatsschutz und Staatsanawaltschaft eingeschaltet worden.

LGL
02
24.8.2011, 13:11
das erinnert in peinlicher Weise an den Kärntner Ortstafelsturm ...

Gary Grantscherbn
00
24.8.2011, 17:53

und es erinnert überhaupt an eine seltsame aggressive Art der Litauer. Hatten wir ja kürzlich auch kennengelernt. Übrigens war auch kürzlich ein Werbespot des hauptstädtischen Bürgermeisters bei uns im Fernsehen zu sein: Herr Bürgermeister geht per Panzer gegen Falschparker vor und fuhr höchstpersönlich über den Mercederer.

Sigrun1
53
24.8.2011, 01:42

Österr sollte sich da raus halten, denn die Geschichte von Kärnten ist ein Musterbeispiel für wie man es niemals machen darf

Pierre d´Aubusson
01
24.8.2011, 16:08
Neben Wien sollte sich auch Laibach heraushalten.

Dem Dörfler (dafür werde ihm Anerkennung zuteil!) ist sein Coup auch nur gelungen, weil alle zu perplex waren, um auf seinen Vorschlag zu reagieren. Und als sich dann jemand meldete, so nach Tagen, wars für die große Aufregung zu spät. Nur so konnte was werden: innerkärntnerisch, ohne Parteipolitik. Daß man zwecks Topographieverordnung den Ostermaier gebraucht hat? Steht ja so im Gesetz, ändert aber nix Grundsätzliches.

a grünes stricherl
 
00
24.8.2011, 15:52
für wie(sic) man es sehrwohl richtig macht zeigt hingegen das burgenland.

Pierre d´Aubusson
01
24.8.2011, 16:10

Da mischt sich auch niemand ein, weder Wien, noch Budapest, noch Agram. Die machen das unter sich aus.
So gehts.

pipi pipifax
00
29.8.2011, 17:20

sie kennen sich nicht aus.

Lionel Cosgrove
01
23.8.2011, 18:28
dorthinschickts den Ostermayr Josef

der hätte jetzt Zeit

Veniamin Kostitsin-Teterin II
15
23.8.2011, 16:07
litauische diskriminierung der russischen bevölkerung bitte nicht vergessen.

LGL
22
24.8.2011, 09:02
Als Litauen Teil des Zarenreiches war

haben die Russen sogar das Drucken und Verbreiten von Schrifttum jeder Art in litauischer Sprache verboten. Es gab damals Exildruckereien im ostpreussischen Tilsit (heisst heute wegen der zur gleichen Zeit wie nach Litauen "eingewanderten" russischen Bevölkerung "Sowjetsk") und die Druckwerke (zumeist Zeitungen und religiöse Literatur) wurden im Memelland über die damalige Grenze des Zarenreiches nach Litauen geschmuggelt. Meine Urgrosseltern mütterlicherseits hatten einen Bauernhof in unmittelbarer Grenznähe, der als "Zwischenlager" und "Stützpunkt" der Schmuggler diente. So wurde die litauische Schriftsprache über das 19. und frühe 20. Jahrhundert hinüber gerettet.

Veniamin Kostitsin-Teterin II
03
24.8.2011, 12:12
und das rechtfertigt diskrimination jetzt ?

LGL
23
24.8.2011, 12:39
Wo ist die Diskrimination?

Die wenigen autochthonen Russen in Litauen (Altgläubige etc.) sind keinerlei Diskriminierungen ausgesetzt. Dass die "von nach 1944" gewisse Nachteile erfahren liegt daran, dass sie zu einem guten Teil noch immer nicht litauische Staatsbürger sind obwohl die Erfordernisse dafür sehr einfach erfüllbar sind (eine dauernde Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz ist viel schweriger). Die Bedingungen: keine ehemaligen Mitglieder der Roten Armee bzw. des KGB, gesicherter Lebensunterhalt, sauberes Strafregister und ausreichende Kenntnisse der Landessprache (was nach mehr als einem halben Jahrhundert kein Problem sein sollte). Aber das sehen die Russen wohl als "njekulturno" an - wie früher die Engländer in Indien oder Afrika.

Yossarian
02
24.8.2011, 14:33

Die Litauer sollten den Russen eigentlich dankbasein. Ohne die Russen wäre Litauen im Polnisch-Russischen Krieg 1921 wohl zur Gänze an Polen gegangen.

Stalin hat dann 1939 mit dem Hitler-Stalin-Pakt den Litauen die verlorenen Gebiete (z.b. die heutige Hauptstadt WIlnius) für Litauen zurückgeholt.

Joseph EU
20
27.8.2011, 04:29
Stalin hat den Litauern was zurückgeholt ??? Was, wie ???

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