Homosexuellengleichstellung

Zelebrierte Kleinlichkeit

Kommentar | Irene Brickner, 22. August 2011, 18:36

Die "Einsicht" des Innenministeriums per Erlass kommt reichlich spät

Der Teufel steckt im Detail, lautet ein altbekanntes Sprichwort. Im Gezerre um die Gleichstellung von Lesben und Schwulen in Österreich passt es besonders gut. Details, die gegen die Gleichstellung sprechen, werden von Skeptikern und Gegnern zelebriert und ausgewalzt, bis dem Teufel die Luft ausgeht. Dass manchen binationalen Lesben- und Schwulenpaaren trotz eingetragener Partnerschaften eindreiviertel Jahre lang das Menschenrecht auf Familienzusammenführung verwehrt wurde, beweist dies. Die jetzige "Einsicht" des Innenministeriums per Erlass kommt da reichlich spät.

Und es gibt bei diesem Thema noch weitere Beispiele von Kleinlichkeit und Mutwillen. Etwa das Bindestrichverbot für Homosexuelle, die nach der Eintragung ihrer Partnerschaft einen Doppelnamen führen wollen. Begründet wird diese - ebenfalls vom Innenministerium - erzwungene Leerstelle zwischen den beiden Nachnamen durch die angebliche Notwendigkeit, schon auf den Dokumenten "echte" , heterosexuelle Familien von homosexuellen "Nur" -Partnerschaften zu unterscheiden.

Derlei "Familiendenken" ist im Grunde kläglich. Aber das ändert nichts daran, dass sich betroffene Lesben und Schwule gebrandmarkt fühlen - auch wenn die rechtliche Fast-Gleichstellung Homosexueller ein wichtiger Meilenstein war. Bis zur Diskriminierungsfreiheit gibt es noch einiges zu tun, vom Adoptionsrecht hin zu Symbolischem. (DER STANDARD, Printausgabe, 23.8.2011)

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Posting 1 bis 25 von 39
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ratshouse
20
23.8.2011, 17:41
Familiendenken

Nachdem sie "Familiendenken" kläglich finden - übrigens: die meisten Schwulen und Lesben wachsen auch in Familien auf, können Sie sich ja für ein Perversitätsministerium einsetzen.

karakal
00
24.8.2011, 22:41
Häh?

Bitte nochmal überlegen und dann nochmal schreiben. Was genau wollen Sie?

Krones
10
23.8.2011, 17:19
es zahlt sich nicht aus, ...

jedwede Art gg. natürliches Verhalten stirbt Gott sei Dank aus!
Ich hab eine Neigung zu schweren Verbrechen und verlange Gleichstellung!!!

karakal
00
24.8.2011, 22:41
Hm...

Die katholische Kirche hält sich aber schon ziemlich lange...

Miklaus Röchlinger
01
23.8.2011, 15:35

Ein Zwangsouting für Homosexuelle wie mit dem Namensrecht gabs zuletzt 1938-45.

tycho
01
23.8.2011, 19:05

Derartige Vergleiche sind wirklich nicht angebracht.

Es besteht kein Zwang zum Doppelnamen.

karakal
00
24.8.2011, 22:42
Ja...

...aber auch keine Möglichkeit einen Doppelnamen zu führen.
Der Unterschied zwischen heterosexuellen Paaren ohne Kinder und homosexuellen Paaren möge mir bitte erklärt werden...

tycho
00
24.8.2011, 22:55

Ich hoffe den biologischen Unterschied kennst du bereits.
Rechtlich sehe ich allerdings keinen Grund weshalb da Unterschiede gemacht werden sollten.
Ich kann dir das nicht erklären.

karakal
00
24.8.2011, 22:59
Achja?

Wenn ich das ganze als Blackbox betrachte, sind bei beiden zwei Personen, die sich entweder nicht fortpflanzen wollen oder können.
Also eigentlich beides gleich "wertlos" für die Natur.
Egal, ich finde das mit dem Doppelnamen einfach eine Frechheit und sowas von hinterfotzig, dass ich gar nicht soviel kotzen kann, wie ich eigentlich müsste/wollte.

Die Ente Lippens
22
23.8.2011, 09:42
Wieso keine Einfuehrung der Polygamie? Wenn Ehe nicht mehr "traditionell" Mann-Frau, sondern MannMann und FrauFrau, wieso die Reduktion auf die Zahl 2? Kommt doch offenbar nur auf die Absicht und den Willen der Beteiligten an?

gebt den stevia frei
00
23.8.2011, 13:01

die kommt gleich nach dem bedingungslosen grundeinkommen.

Londo Mollari
 
00
23.8.2011, 13:01
genau: eine poly-partnerschaft wäre toll!

nur müsste sich dazu die gesetzeformulierende beamtenschaft mehr überlegen als zur partnerschaft derzeitiger form. und alleine deshalbn nehme ich an, dass wir das frühestens 2222 bekommen.

Gegrillte Galle
17
23.8.2011, 09:28
Ich frag mich manchmal...

wie die handelnden Personen in den Ministerien sich wohl fühlen wenn sie an menschenrechtsfeindlichen Grausamkeiten arbeiten. Was für Charaktere da wohl dahinter stecken. Sind das alles niederträchtige, bösartige und zynische Misanthropen oder gehen die dann Abends glücklich und zufrieden mit ihrem Tagewerk nach Hause und sind dort kluge, liebevolle und tolerante Menschen? Ich persönlich könnte aufgrund meiner inneren Werte niemals an solchen Dingen mitwirken...

Shirin Maier
10
23.8.2011, 13:14
was ist an dem gesetz bitte menschenrechtsfeindlich????

Das gesetz hat die familienzusammenführung aller paare ja ganz offenbar nicht ausgeschlossen, sonst wäre es nämlich unmöglich, diese nun per bloßem erlass (rechtlich kaum in wahrheit ein "nichts") auch auf frühere verpartnerungen in anderen ländern "auszudehnen".

sie pudeln sich daher umsonst auf.

Gegrillte Galle
00
23.8.2011, 18:41

Selbst im Ministerium tätig?

Shirin Maier
00
23.8.2011, 20:21
fakten können sie nur schwer handeln, gell?

und nein: hab' mit dem bmi nix zu tun.

Frau von Kiki
04
23.8.2011, 09:23
EPs haben keinen Familiennamen

Was in Bezug auf Kleingeisterei und "Familienschutz" vergessen wurde, ist, dass EP keinen Familiennamen tragen dürfen. Diesen Personenstatus verlieren sie und sie müssen offiziell einen Nachnamen tragen. Hat jemand bisher offizielle Formulare gesehen, wo das schon eingeführt wurde? Und übrigens, wenn wir Familie als Gemeinschaft definieren, wo Kinder erzogen werden, dann sind viele Hetero-Ehen auch keine Familie, viele lesbisch- und schwule Beziehungen aber schon.

Bekka
 
09
23.8.2011, 09:02
arme övp

irgendwie tun sie mir ja leid. so ein leben voller ängste muss schlimm sein. ach, warum kann nicht alles so bleiben, wie in der gutan, alten zeit ...

starship
 
112
22.8.2011, 23:40
entweder besteht das recht auf familie für alle oder für niemanden...

wer nicht versteht, dass der wert eines menschen nicht an seiner sexuellen orientierung hängt, hat die grundsätzliche idee der menschenrechte, die in österreich auch verfassungsrechtlich festgeschrieben sind, nicht verstanden.

es ist eine peinliche, kleingeistige haltung, die manche politiker noch immer meinen einnehmen zu müssen.

Hubert Ungeist
 
82
23.8.2011, 07:05
Naj dann definieren wir halt Familie

als Mann - Frau, Frau - Frau, Mann - Mann. Bald wohl dann Männer - Männer, Frauen - Frauen, Männer - Frauen. Spricht ja nichts dagegen.

Der ursprüngliche Sinn der Famlie als Keimzelle der Gesellschaft, mit der gegenseitigen Verpflichtung und dem Aufziehen von Kindern ist halt nicht mehr modern. (Wird aber dennoch von der Mehrheit gelebt, die man ja nicht unterstützen braucht).

Soll der Staat diejenigen fördern die Kinder aufziehen, egal in welcher Verbindung doer einzeln, das reicht ja auch.

gottisttot
03
23.8.2011, 11:06

Den einzigen Unterschied den man zwischen heterosexuellen und homosexuellen Paaren, bzw. wie sie andeuteten Kommunen ;-), wirklich nennen kann, ist das Zeugen von Kindern. Dieser Unterschied gilt nicht bei Unfruchtbarkeit, fehlendem Kinderwunsch, älteren Paaren,...

Also müsste man sich bei der Eheschließung zur Produktion von weiterem (!) Nachwuchs dem Staat gegenüber verpflichten, inkl. Rückzahlungsverpflichtung bei Nichterfüllung. Wer dies nicht will/kann darf keine Ehe schließen und kann sich nur eintragen lassen.

Das Keimzellenargument ist berechtigt, ich würde es aber umdrehen: durch homosexuelle Paare würde gesamtgesellschaftlich gesehen mehr Pluralität und damit hoffentlich mehr Toleranz erzeugt.

palmström
00
14.9.2011, 10:04
nicht nur mehr toleranz

gegenseitig verantwortung übernehmen ist auch fruchtbar für den sozialen zusammenhalt und somit ein kerninteresse des staates

fortpflanzung ist ja nicht die einzige aufgabe des menschen oder der gesellschaft

Dein Verteidiungsminister
00
23.8.2011, 09:39
zuerst kommt das fressen, dann die moral

eine weitere beistandsverpflichtung die die gesellschaft aus wirtschaftlicher opportunität eingeht:

da es insgesamt die produktivität der menschheit erhöht hat, stabile partnerschaften einzugehen, gleichzeitig die globalen kosten produktiver individuen verringert hat, war es möglich einen teil des geschaffenen mehrwerts zurückfließen zu lassen - über das eherecht. der rückfluss wird zum teil erst schlagend, wenn aus der eingegangenen partnerschaft ein schaden entstanden ist: bei verlust des partners (v.a. tod) werden die entstehenden mehrkosten des hinterbliebenen partners zum teil gedeckt um einen anreiz zu schaffen, sich zu verpartnern.

die gewichtung der kindesaufzucht ist auch eine solche mikroökonomische entscheidung.

hew
212
22.8.2011, 21:22
Je nach Blickwinkel

Für Menschen, für die eine Ehe aus Mann und Frau besteht - und das ist immer noch die bei weitem überwiegende Mehrheit ist das nicht kleinlich, sondern logisch. Menschen die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben sind eben keine "Familie" und führen keine "Ehe" jedenfalls nicht, solange das Wort nicht uminterpretiert wird.
Sie sollen die Partnerschaft leben, aber warum soll es "Ehe" heissen, wenn es keine ist?

karakal
00
24.8.2011, 22:45
Was ist denn eine Ehe?

Eine Verbindung zwischen zwei Menschen. Und damit sind meiner Meinung nach alle gemeint, egal ob hetero- oder homosexuell.
Und eine Familie besteht nicht aus Mann, Frau und Kindern, sondern einfach aus Menschen, die sich lieben.

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