Entzündliches Gelenksrheuma

Knorpelschaden ist unwiderruflich

22. August 2011, 16:49

Bisher wurden vorrangig Knochenschäden untersucht - Studie der Med-Uni Wien: Knorpel braucht mehr Beachtung, als angenommen

Wien - Eine neue Studie könnte zu einem Paradigmenwechsel bei der Behandlung von rheumatoider Arthritis führen: Rheumatologen an der Medizinischen Universität Wien haben in einer Sekundärstudie mit 3.000 Patienten herausgefunden, dass der Knorpelstatus bei entzündlichem Gelenksrheuma mehr Beachtung benötigt, als angenommen. Einerseits bei der Diagnose, andererseits solle auch mit der Therapie früher begonnen werden, so die Med-Uni Wien in einer Aussendung.

Bisher war vorrangig die Schädigung des Knochens untersucht worden. Wichtig sei aber auch die Funktionsfähigkeit des Gelenks zu bewahren, um einfache Tätigkeiten weiterhin ausführen zu können. "Unsere Studie hat gezeigt, dass der Erhalt der Knorpelstruktur für dieses Funktionieren wichtiger ist als jener der Knochenstruktur. Den Knochen wieder aufzubauen, ist grundsätzlich möglich, beim Knorpel ist die Schädigung unwiderruflich", sagt Josef Smolen, Vorstand der klinischen Abteilung für Rheumatologie der Universitätsklinik für Innere Medizin III. Der Knorpel sei daher das viel größere Problem bei der rheumatoiden Arthritis.

Frühere Therapie des Knorpels

Das Ergebnis der Studie: Dem Knorpel muss künftig einerseits bei der Diagnose mehr Beachtung geschenkt werden, etwa beim Röntgen, und andererseits muss mit der Therapie früher begonnen werden, auch präventiv. Dazu stehen derzeit rund 15 hochpotente, entzündungshemmende Medikamente zur Verfügung. Daniel Aletaha, der Erstautor der Studie: "Wir müssen beides, den Knorpel und den Knochen, vor Zerstörung schützen. Bei der Röntgenuntersuchung etwa hat man aber bisher weniger Wert auf die Knorpeldestruktion gelegt. Das wird nun auf Basis unserer Studie weltweit überdacht werden müssen."

Etwa ein Prozent der Bevölkerung weltweit ist von rheumatoider Arthritis betroffen, an der Universitätsklinik der MedUni Wien am AKH Wien werden derzeit rund 2.000 Patienten - 75 Prozent davon sind Frauen - behandelt. Die im Fachmagazin „Annals of the Rheumatic Diseases" veröffentlichte Studie dauerte knapp zwei Jahre.

Untersuchung wichtiger als Blutbefund

In einer weiteren Studie der Wiener Rheumatologen, ebenfalls in "Annals of the Rheumatic Diseases" erschienen, fanden die Forscher heraus, dass der Gelenkschwellung ein größerer Stellenwert zukommt als den Blutbefunden. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn im Blutbefund keine Entzündungszeichen erkennbar sind, jedoch gleichzeitig entzündete Gelenke in der klinischen Untersuchung vorliegen. "In diesem Zusammenhang übertrumpft die klinische Untersuchung des Patienten den Blutbefund, der dann zweitrangig ist", sagt Studienleiter Aletaha. Denn in einer solchen Situation gehen auch bei einem guten Blutbefund jene Prozesse weiter, die das Gelenk kaputt machen. Dieses Phänomen ist insbesondere in jenen Situationen wesentlich, in denen die Krankheit durch die Behandlung weitgehend, aber noch nicht vollständig, zurückgedrängt wurde. Da dies bei rund zehn Prozent der Patienten der Fall ist, müssen trotz unauffälligem Blutbefund weitergehende therapeutische Überlegungen angestellt werden. (red)

readymate
00
22.8.2011, 22:42
"irreversibel"

heißt das, nicht unwiderruflich...!

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kassandra86
01
22.8.2011, 17:35
Habe deutliche abnutzungsknoten in den gelenken

Was wird gemacht? Blunt untersuchung . Keine rheumafaktoren. Alles ok

Röntgen. Knochen ok. Alles ok

Mittlerweile haben alle finger die knötchen und die fachidioten haben noch immer kein rezept dagegen.
Haifischknorpel schlucken bringt nur schwellungen und keine verbesserung.

Kennt wer einen arzt der sein handwerk versteht?

Martina77
00
22.8.2011, 22:47
Knoten in den Händen und Zehen

Mir geht es genauso. War in der Rheumaambulanz. Habe alle Untersuchungen hinter mir. Leider keine Hilfe. Auch auf der Kur sagte man mir, dass man da gar nichts machen kann, ist ein fortschreitender Prozess - auch ernährungsmäßig kein Erfolg möglich.

Die Radiosynoviothese habe ich noch nicht ausprobiert - vielleicht beginne ich mit dem Heilstollen in Badgastein.

NoComment
00
23.8.2011, 12:18

also dass es durch ernährungsumstellung nicht wieder besser wird ist wohl zu befürchten, aber es sollte nicht mehr so schnell zunehmen. wenn sie den entzündungsfaktor durch vermeidung gewisser stoffe (die typisch für österreich sind, btw) und zuführen positiv wirkender stoffe (natürliche entzündungshemmer wie omega3) beeinflussen dann werden sie mit sicherheit eine änderung im täglichen leben spüren. ein weniger entzündetes gelenk ist halt angenehmer, auch wenn der schaden darin der gleiche ist.

Keyser
01
22.8.2011, 20:58

Niemand speziellen, jedoch stellt sich die Frage, ob Ihr Arzt schon einmal auf die Idee gekommen ist, es mit Radiosynoviothese zu versuchen.

Natürlich bringt das keine Heilung, jedoch ist dann erst einmal für einige Wochen, Monate oder manchmal auch Jahre, Ruhe.

utarefson
30
22.8.2011, 22:32
Die Medizin kann nichts dafür, wenn Sie vom Schöpfer verpfuscht worden sind

Außerdem hat die Medizin nie behauptet, alles heilen zu können!

utarefson
20
22.8.2011, 17:25
Die MED-UHi Wien zeichnet sich immer mehr durch No-Na-Forschungsergebnisse aus.

Wenn ein Gelenk geschwollen ist, ist das noch nie als harmlos betrachtet worden.
Und das ein kaputter Knorpel eben leider kaputt ist, ist überall bekannt. Jezt weiß man es auch auf der Med-Uni Wien

Hellex
00
22.8.2011, 21:00
Schön langsam!

Es gab mehrer Versuche, gezüchteten Knorpel bsp. im Knie zu verpflanzen. Ziel war es herauszufinden, ob das langfristig was bringt.
Für mich ist das also absolut kein No-Na-Forschungsergebnis!

utarefson
00
22.8.2011, 22:30
Weiß ich, aber die praktische Anwendung ist noch ein weiter Weg!

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