Börsenkurse steigen

Gaddafi verliert, Öl-Konzerne gewinnen

22. August 2011, 16:02
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    Schon 2003 sorgte das Ende der offiziellen Kämpfe für ein Börsenhoch, während der Ölpreis sank

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Unternehmensaktien steigen kräftig - Förderunternehmen planen Wiederaufbau - Ein Zehntel des OMV-Öls kam aus Libyen - Öl- Preis sinkt in Richtung 100 Dollar

Zu den börsenotierten Energie-Unternehmen, die in Libyen am stärksten tätig waren, gehören der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV, die italienische ENI, die französische Total und der spanische Konzern Repsol. Mit dem bevorstehenden Ende des Libyen-Konflikts, der die Erdölforderung praktisch zum Erliegen gebracht hat, bringen sich diese Energieversorger wieder in Position. Die Börse reagiert auf ihre Rückkehrpläne mit deutlichen Kursgewinnen für deren Aktienwerte.

So legten die Aktien von OMV und ENI am Montagnachmittag an der Wiener bzw. Mailänder Börse um rund sechs Prozent zu. Jene von Total in Paris und Repsol in Madrid kletterten um rund vier bzw. drei Prozent nach oben.

Produktions-Relaunch braucht aber Zeit

So schnell wird es mit der Wiederaufnahme der libyschen Öl-Produktion aber nicht gehen. Nach sechs Monaten Bürgerkrieg liegt die Ölförderung am Boden. Kämpfe und Anschläge haben die Anlagen stark zerstört, in denen einst täglich 1,6 Millionen Barrel - ein Barrel entspricht 159 Litern - Rohöl gefördert, verarbeitet und transportiert wurden. 80 Prozent davon gingen in den Export.

Der heimische Mineralölkonzern OMV geht "von mehreren Monaten" aus, die die Wiederinbetriebnahme in Anspruch nimmt, so Unternehmenssprecher Sven Pusswald. Einer Reuters-Umfrage unter 20 Ölindustrie-Vertretern und Analysten zufolge wird es sich aber bis zu einem Jahr ziehen. Und selbst dann sei erst mit einer Menge von einer Million Barrel täglich zu rechnen, rund zwei Drittel der gewöhnlichen Produktion. Die Wiederherstellung der Vor-Bürgerkriegskapazität könne voraussichtlich erst nach zwei Jahren erreicht werden.

Ein Zehntel des OMV-Öls kam aus Libyen

Die OMV ist in Libyen an insgesamt acht Öl-Feldern beteiligt. Seit März steht die Produktion aber still. Es gebe Schäden an der Infrastruktur, wie groß diese seien, kann man derzeit aber nicht abschätzen.

Aber selbst bei einem schnellen Abgang Gaddafis befürchten Analysten, Ölkonzerne und westliche Regierungen eine Fortsetzung der politischen Instabilität. Neue Spannungen oder Kämpfe könnten den Wiederaufbau und damit die Öl-Exporte gefährden. Unklar ist auch, ob die unter dem Stammesführer geschlossenen Verträge überhaupt Zukunft haben.

Die Ölreserven des Landes werden auf über 46 Milliarden Barrel geschätzt. Sie sind laut der US-Energiebehörde EIA (Energy Information Administration) die größten Reserven auf dem afrikanischen Kontinent. Zur weltweiten Produktion trug das OPEC-Land vor dem Konflikt rund zwei Prozent bei.

Die OMV lag mit einer Tagesproduktion von rund 33.000 Barrel zuletzt auf Platz acht der größten ausländischen Erdölkonzerne in Libyen. An der Spitze stand die italienische ENI mit einer Tagesproduktion von 244.000 Barrel. Die Italiener bezogen vor den Unruhen 14 Prozent ihres Öls aus Libyen, die OMV rund zehn Prozent.

Ölpreise sinken

Der für den europäischen Ölmarkt maßgebliche Brent-Ölpreis hat derweil am Montag den Sinkflug fortgesetzt. Mit Blick auf die Lage in Libyen rechnen Experten weiter mit fallenden Preisen für Brent-Öl: "In den kommenden Tagen könnte der Preis weiter in Richtung 100 Dollar je Barrel fallen."

Dagegen erholte sich der Preis für US-Rohöl nach einem schwachen Wochenauftakt etwas. Händler nannten eine leichte Entspannung an den internationalen Finanzmärkten als Ursache für den steigenden US-Ölpreis. (hs/APA/Reuters)

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Posting 1 bis 25 von 85
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WeAreAnonymous / Schliess Dich Uns An!
00
23.8.2011, 03:38
Kranke Welt. Kranke Politik. Kranke Wirtschaft. Kranke Menschen, großteils. Profitgeilheit und andere Krankheiten.

Cashflow
 
19
23.8.2011, 00:06
Wahnsinn

Ein Land liegt in Schutt und Asche und hier wird gejubelt weil ein Unternehmen - mutmaßlich dadurch - 5 % an der Börse zugelegt hat...

Das es überhaupt aufgrund der enormen Öl-Vorkommen in Libyen zu dieser zweifelhaften Kriegshandlung gekommen ist, kann natürlich ausgeschlossen werden.

selbst-denker
03
22.8.2011, 23:40
... nun dürfen wir gespannt sein

ob sich die ölkonzerne und mit ihnen eine dünne oberschicht alles unter den nagel reißen und das volk durch die finger schaut. gaddafis vorhaben waren insofern richtig, als er die weitgehende selbständigkeit libyiens UND der afrikanischen staaten anstrebte und forcierte. mit ein grund, gegen ihn krieg zu führen. aber es ist wie mit allen diktatoren: die besten pläne, sofern überhaupt vorhanden entschuldigen nicht die diktatur. trotzdem bleibt die frage offen, wer bei uns in den sog. demokratien wirklich das sagen hat. und da schneiden die ölkonzerne z.b. nicht schlecht ab, die politik, die transparenz und die effektive mitsprache des volkes aber schon ...

chem
03
22.8.2011, 22:21
.... und Benzin wir teuerer !! ;-((

regenfeldbau
00
22.8.2011, 22:38
und die regierung schaut zu

toll, was wir für volksvertreter haben. anstatt endlich dafür zu sorgen, dass auch noch geld für andere branchen übrig bleibt, fließt alles in miete, lebensmittel und sprit. danke!

na_derdingseben
40
22.8.2011, 22:37

Bedanken Sie sich bei der SPÖ. Die hat nämlich die MöSt. erhöht. Der Markt ist - wenn Sie sich dafür wirklich interessieren - stabil. Seit Monaten.

sunny soul
00
23.8.2011, 00:20

und der pröll war jetzt gar nimmer dabei im nachhinein oder wie ?

regenfeldbau
00
22.8.2011, 22:42
es wäre ein leichtes, den MÖST-Satz so flexibel

zu gestalten, wie den Benzinpreis. Dann bleiben die Einnahmen wie budgetiert und die Treibstoffpreise leistbar. wäre doch eine Idee...

na_derdingseben
00
22.8.2011, 22:49

Ja, eh - es ist schon mal grundsätzlich ein Chef mit Hirn der allen andern das Geld aus der Tasche zieht.... in Ö ist ein Politiker nur dann gut wenn er viel ausgibt...

Erwin Wolfram
13
22.8.2011, 21:39

hallo bitte darf ich mehr nazipropaganda lesen?

:-:¦¦¦¦:+_†_+:¦¦¦¦:-:
00
22.8.2011, 23:39
ichbinsofrei.net
02
22.8.2011, 22:50

Ich denke, EW wollte damit kundtun, dass er auch schon hier einschlägig bedient wird.

bildungsferneschicht
01
22.8.2011, 21:28
wer bezahlt die natoeinsätze?

bis dato war es immer üblich (sogar völkerrechtlich legitim),daß besatzungsmächte ihre besatzungskosten vom besetzten land einfordern.
libyen ist zwar nicht von natotruppen besetzt,kann mir aber schon vorstellen,daß die kosten der luftoffensive von den eingefrorenen konten herangezogen werden.

ichbinsofrei.net
00
22.8.2011, 22:51
Ist eh so

U.S. Won't Release Libya Assets Yet

The U.S. and Libyan rebels must address outstanding legal issues before the Obama administration releases billions of dollars in frozen Gadhafi regime assets to the fledgling government, a Treasury official said on Monday.
WSJ

Rote Pest
02
22.8.2011, 21:59

Munition hat ein Ablaufdatum, ca. alle zehn Jahre muss man erneuern. Da gibt es doch nichts besseres als Krieg. Die Waffenindustrie, besonders die der NATO Staaten, wird jetzt gute Profite einfahren.
Genau die, die Gaddafi und die Revolutionäre bewaffnet und Milliarden daran verdient haben.
Genial - da muss man Aktien kaufen!
Die Herren verstehen ihr Geschäft ja ausgezeichnet :-(

dahofawors
10
22.8.2011, 21:14
wie die hölle sein wird?

autobesitzer werden bei 40 grad im schatten leben müssen, flugzeug-benutzer bei 42, umweltsünder größerer "natur" bei 45 und darüber.

afghanen, die nur einen esel besitzen, werden bei angenehmen mitteleuropäischem klima mit 4 jahreszeiten (wie zuletzt in den 90igern) ihr schönes leben im himmel geniessen dürfen.

auch radfahrer werden in diesem himmel freudig aufgenommen werden.

aber da ich im eigenen land rufe, wird meine botschaft wohl nicht gehört werden....

außerdem glaube ich, daß die brennenden autos in berlin durch öko-terroristen abgefackelt werden.

falls auch ein paar rechte dabei sein sollten, auch sie werden das fegefeuer zur läuterung erreichen, da ihre taten zwar die co2-emissionen kurzfristig erhöhen, gesamt gesehen aber zur

blubbandkill
00
22.8.2011, 21:36

Wie kommen sie jetzt auf Rechte, die die Autos anzünden?

Und, ganz wichtig:

Co2 ist nicht alles im Leben. Es gibt auf dieser Welt noch viel mehr Sachen. CO2 Ist nicht Gott und bestimmt deshalb weder über Himmel noch Hölle noch das Diesseits.

C18H27NO3
13
22.8.2011, 21:12
aus "let's make money"

"The best time to buy is when there is blood on the streets"
Mark Mobius, (Präsident of Templeton Emerging Markets – Singapur)

Rote Pest
18
22.8.2011, 20:45

Geld am Tod tausender Menschen, die für eine vermeintliche "Freiheit" sterben, zu verdienen ist schändlich.
Aber Dank Neoliberalismus gesellschaftsfähig.
PFUI!

dieDritteGeneration
82
22.8.2011, 20:53

Wäre Gaddafi sofort zurückgetreten dann hätte es nicht soviel Tote gegeben. Meinen Sie also ernsthaft, Gaddafi ist neoliberal?

Meine Güte, manche Leute...

gas karl
00
23.8.2011, 10:18
Das Gadaffi ist ein Sozialist

Rote Pest
13
22.8.2011, 21:20

Bitte prüfen Sie Ihr logisches Modell.

Rote Pest
22
22.8.2011, 21:14

Nein - der ist sicher alles andere gewesen als neoliberal. Aber es ekelt mich an, dass ein gerechter Volksaufstand von Kapitalisten ausgenutzt wird, um sich zu bereichern.
Eine moderne Gesellschaft kann Leute, die sich selbst am nächsten sind und vom Leid anderer profitieren nicht gebrauchen.
Ein Aufruf an alle Profiteure: gebt das gewonnene Geld dem libyschen Volk!

Macht aber keiner. Nur Menschen die sich dieses Elend vorstellen können werden spenden. Die, die profitieren, nicht. Sie behaupten von sich Leistungsträger oder Arbeitgeber zu sein.

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