K2-Besteigung

Showdown in der "Todeszone"

Thomas Hirner, 22. August 2011, 15:53
  • Artikelbild
    foto: apa/ r.dujmovits/national geographic

    Am Dienstag will Gerlinde Kaltenbrunner mit ihren zwei verbliebenen Kollegen den Gipfel des K2 erreichen.

Gerlinde Kaltenbrunner nimmt nach einer eisigen Nacht auf 8.000 m die letzte Etappe des K2 in Angriff

Wolkenloser Himmel, kaum Wind und Temperaturen um -20 Grad Celsius. Der berühmt-berüchtigte 8.611 m hohe K2 im Karakorum an der Grenze zwischen Pakistan und China präsentiert sich dieser Tage von seiner schönsten Seite. Perfektes Wetter sorgt für gute Bedingungen am Berg und schafft so die Grundvoraussetzung für eine Besteigung. Gerlinde Kaltenbrunner wollte nach einer frostigen Nacht mit ihren kasachischen Begleitern Maxut Xhumayev und Vassiliy Pivtsov auf rund 8.000 Metern Höhe den Montag dazu nützen, etwas Ruhe zu finden, die weitere Route zu erkunden, im tiefen Triebschnee zu spuren und um Fixseile in der Traverse ins Japaner-Couloir hinauf anzubringen. Für Dienstag ist der eigentliche Gipfelsturm geplant. Schafft es Kaltenbrunner bis zum Gipfel, hätte sie alle 14 Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff bezwungen.

Beinahe zwei Monate ist es nun her, dass man das Basislager auf der chinesischen Seite erreicht hat. Seit Ende Juni stieg man immer wieder den Berg hoch, schleppte Material für die Errichtung der vier Lager, Seile und andere Ausrüstungsgegenstände durch teils sehr tiefen Schnee und steilstes Gelände, um am Tag x bereit zu sein für die Besteigung bis zum Gipfel.

Kaltenbrunners Partner, Ralf Dujmovits, hat den Besteigungsversuch von der chinesischen Seite mit Expeditionskollegen Tommy Heinrich abgebrochen und befindet sich nach einem turbulenten Abstieg mit mehreren Spalteneinbrüchen und -stürzen bereits wieder im Basislager.

"Die Einschätzung einer bestehenden Lawinen- bzw. Schneebrettgefahr ist eine sehr subjektive Angelegenheit. Neuschneemengen sind nur ein Teil der Wahrheit. Windverfrachtung, Neigung und Form des Geländes, Untergrund und Schneemengen der Tage zuvor sind weitere Faktoren, die bei der Beurteilung eine bedeutende Rolle spielen. Wo es kein Lawinenbulletin gibt, ist man einzig und alleine auf seine eigene Einschätzung und sein über Jahrzehnte gewachsenes Bauchgefühl angewiesen. Und beides fällt bei jedem anders aus, je nach Erfahrung. Für mich hat es nicht mehr gepasst und mein Bauch sagte "Nein" - und damit war für mich die Entscheidung klar: Absteigen", so Dujmovits zu seiner Entscheidung auf Kaltenbrunners Homepage.

Bei der Rückkehr in das Basislager erlebten Dujmovits und Heinrich eine bittere Überraschung. In Abwesenheit der Extrembergsteiger war das komplette Zeltlager durch herabstürzende Felsblöcke völlig verwüstet worden. Zum Glück hatte man den uigurischen Koch Abdhul gebeten, in der Zwischenzeit tiefer abzusteigen.

"Die Überraschung war riesengroß: in unserer Abwesenheit waren 5 große Felsblöcke (1,2 – 2 Meter Durchmesser) in unserem Basislager eingeschlagen. Offensichtlich hatten sie sich durch die starken Niederschläge weit oberhalb des Lagers in den dortigen Felswänden gelöst und waren wahrscheinlich in gewaltigen Sätzen in unser Basislager gesprungen. Unsere Küche hat Totalschaden – der größte der Blöcke hat die Steinküche durch die Rückseite kommend einfach flach gemacht", so Dujmovits. (Thomas Hirner, derStandard.at, 22. August 2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 231
1 2 3 4 5 6
vorsicht gutmensch!
03
23.8.2011, 14:38
Gratulation!

Lt. eigener Homepage wurde - wie schon von anderen User/inne/n angeführt - der Gipfel erreicht.
Nachzulesen unter http://www.gerlinde-kaltenbrunner.at/neuigkeiten/

Bei aller Kritik und dem Gefühl von manchen, von Kaltenbrunner-Meldungen schon überhäuft zu werden:
Ich finde, sie hat eine großartige Leistung vollbracht - sowohl physisch als auch psychisch.
Insofern noch einmal: Gratulation und viel Glück beim Abstieg (ist ja nicht so, dass sich die Gruppe jetzt zurücklehnen kann ...).

Rainer Gschaftler
 
01
23.8.2011, 14:45

die gute nachricht, zitat: 'Auch der Mittwoch soll nochmals gutes Wetter bringen, so dass eine gewisse Reserve – vor allem auch hinsichtlich des Abstiegs – besteht'

ich hoffe das beste, die nacht wird sicher ordentlich hart.

Eskimo
02
23.8.2011, 14:34

GIPFEL IST ERREICHT!!!!

GROSSARTIGE LEISTUNG VON GERLINDE, MAXUT, VASSILIY und DAREK.

GRATULATION !!!!!!!!!!!

Club-der-dichten-Toten
00
23.8.2011, 14:34

Update von der Webseite: "3. Update GIPFEL ERREICHT!!! Um 18:18 Uhr Ortszeit hat Gerlinde den Gipfel des K2 erreicht. Maxut und Vassiliy haben nicht mehr weit und auch Darek kommt hinterher."

Gratuliere!!!

Jetzt bitte einen sicheren Abstieg noch und dann kann gefeiert werden.

Clemo
20
23.8.2011, 14:34

@Standard:
Sie war schon oben. Ob alle 4 auch wieder heil runterkommen, wird sich zeigen, hoff ma mal, dass diesen Lebensmüden das Glück und Können hold sind...

sauereiter
00
23.8.2011, 14:31
update:

++ 3. Update GIPFEL ERREICHT!!!

Um 18:18 Uhr Ortszeit hat Gerlinde den Gipfel des K2 erreicht. Maxut und Vassiliy haben nicht mehr weit und auch Darek kommt hinterher.

puh, 18:18, das wird wohl ein biwak hoch am berg über dem letzten lager/biwak werden

*daumendrück*

Club-der-dichten-Toten
00
23.8.2011, 14:50

Wann wird's denn dort finster?
Hab mir auch schon gedacht, dass das schon sehr spät ist...

CEKA
01
23.8.2011, 14:31
Gerlinde ist am GIPFEL!!!!!!

Sam0025
00
23.8.2011, 14:34

Wenn die Gipfelzeit Chinesische Ortszeit ist dann war Sie bereits vor 2 Stunden oben...

mmcfly
00
23.8.2011, 14:32

Ich empfehle nochmals einen Abgleich mit dem "liveticker" auf oe24.at :-)

Rainer Gschaftler
 
00
23.8.2011, 14:32

ok, halbzeit. nix wie runter.

Rainer Gschaftler
 
01
23.8.2011, 14:29

ungeheuerliche körperliche wie mentale leistung.
und verdammt haarig, ein nervenkrimi auf zeit bei diesen kräfteraubenden bedingungen.
ich hoffe die kommen rechtzeitig auch wieder weit genug runter -raus aus der todeszone.

Aux armes, citoyens
01
23.8.2011, 14:23

Mich würde mal interessieren wieviel Höhenmeter die so während der Expedition gemacht haben. So oft wie die von Lager zu Lager auf- und absteigen, Fixseile legen und spuren.
Unglaubliche sportliche Leistung in so einer lebensfeindlichen Umgebung. Ich bin nach 2000 Höhenmeter an einem Tag schon fertig und bewege mich da höchstens auf 3000m hoch.

Ex Tempore!
02
23.8.2011, 14:10

Gerlinde du und dein Team ihr schafft das heute!!!
:-)

ich753
00
23.8.2011, 14:30

oben ist sie ja schon, jetzt hoffentlich noch ein problemloser Abstieg!

travelmike
00
23.8.2011, 13:31
Am Gipfel ist sie...

allerdings sind dann höchstens noch 3 Stunden für den Abstieg....

kerihuelo
011
23.8.2011, 13:23

was ich nicht verstehe:

woher kommt die aggression gegen gk?

ich habe nicht erlebt, dass sie sich bei irgendwelchen seitenblicke events in die kamera drängt um ihre meinung(en) kundtzutun. im gegenteil.

Aux armes, citoyens
00
23.8.2011, 13:58

Vielleicht wegen der nervigen Werbung für Orange.

"Hallo i bin Gerlinde Kaltenbrunner und mecht olle Ochttausenda besteign"

laokoon
00
23.8.2011, 13:34

Möglicherweise kommen diese Aggressionen von dem Typen, der sich auf den Berg visualisiert hat. (ich weiß nicht mehr wie der hieß). Ich glaub, der hat der Kletterei an sich einen Bärendienst erwiesen.

Taji Soron
00
23.8.2011, 14:22

Also diese aggressive Ablehnung von GK hat es schon lange vor Stangls "visualisierter" K2-Besteigung gegeben, und in erster Linie liegt das m.M. daran, dass sie eine Frau ist, wie nachstehend auch "ad vocem" schon festgestellt hat. (Auch wenn mans an den Nicks nicht feststellen kann, würde ich meinen, dass 99% der GK-Basher Männer sind.)
Stangl hat dem Bergsteigen mit seiner Geschichte sicher keinen guten Dienst erwiesen, aber andererseits ist er so schnell vergessen, dass sie sich heute schon nicht mehr an seinen Namen erinnern ;-)
Man schafft es übrgens auch mit solchen Höchstleistungen in die Medien: http://tinyurl.com/3l2zree

ich753
00
23.8.2011, 14:33

im Forum hier sind es vermutlich hauptsächlich Männer, aber ansonsten sind Frauen bzgl anderer Frauen noch viel kritischer als Männer.

rr772
00
23.8.2011, 13:57
Der Skyrunner Christian Stangl.

Konditonell sicher ein Wahnsinn, aber wenn nicht andere in wochenlanger Arbeit die Route vorbereiten, kann er bei den ernsthaften Bergen nirgendwo in einem Tag rauf und runter.
Unabhängig jetzt von seiner K2-Geschichte...

rr772
03
23.8.2011, 13:26
Das kann ich auch nicht nachvollziehen.

Die machen zwar Vorträge, haben Sponsoren, aber das spielt das alles in einem relativ kleinen Kreis ab.
Vom Gipfelsieg gibt es eine 1 Minutenmeldung, den Rest muss man sich schon aktiv suchen.
So mancher Ex-Finanzminister ist mir da sicher 1000 mal mehr als nervig aufgefallen... :-)

ad vocem
112
23.8.2011, 13:26

1) Sie ist eine Frau
2) Die ist erfolgreich
3) Sie hat es geschafft, ihr Hobby zum Beruf zum machen (statt wie die Neider jeden Tag 9-17 im Büro abzusitzen und trotzdem noch zu jammern)

Taji Soron
00
23.8.2011, 13:48
so isses

und sie eignet sich nicht als Wichsvorlage, äh Pinup, würde ich mal sagen. Wenn Frauen im Sport schon keine Leistung bringen, sollen sie wenigstens sexy aussehen, harr harr

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 231
1 2 3 4 5 6

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.