Amyotrophe Lateralsklerose

Ursache für Nervenerkrankung ALS gefunden

22. August 2011, 15:47
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    foto: ap/lawrence jackson

    Astrophysiker und ALS-Patient Stephen Hawking.

Weltweit sind von der Krankheit rund 350.000 Menschen betroffen, darunter auch der Physiker Stephen Hawking

Chicago - US-Forscher haben einen gemeinsamen Grund für die verschiedenen Formen der schweren und unheilbaren Nervenerkrankung Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) gefunden. Demnach ist die Reparatur von Eiweißen im Gehirn oder Rückenmark von ALS-Patienten gestört. Die Nervenzellen der Erkrankten, darunter der Astrophysiker Stephen Hawking, werden schwer geschädigt. Das Team um Teepu Siddique von der Northwestern Universität (Chicago, USA) berichtet darüber im Fachmagazin "Nature".

Muskellähmungen

ALS-Patienten leiden an fortschreitenden Muskellähmungen, und können sich im Verlauf der Erkrankung nicht mehr bewegen, sie haben Schwierigkeiten zu schlucken, sprechen oder atmen. Weltweit sind Schätzungen zufolge 350.000 Menschen davon betroffen, etwa die Hälfte der Patienten stirbt innerhalb der ersten drei Jahre daran. Es gibt auch eine Form, die eine Art Demenz auslöst. Dabei verlernen die Patienten, einfachste Aufgaben auszuführen und verlieren ihr Sprachverständnis. Nur bis zu zehn Prozent der ALS-Fälle treten familiär gehäuft und somit vererbt auf, der Rest tritt "spontan" auf. Es sind bereits einige Genmutationen bekannt, die mit ALS zusammen hängen.

Eiweißreparatur

Sein Fortschritt in der ALS-Forschung öffnet Siddique zufolge "ein ganzes, neues Feld, um eine wirksame Behandlung gegen ALS zu finden". So könnten Medikamente getestet werden, die diese Art der Eiweißreparatur regulieren oder verbessern, und somit ihre Funktion aufrechterhalten.

Die Störung beim "Protein-Recycling" führen die Forscher auf das Eiweiß Ubiquilin2 zurück. Dessen Aufgabe sei es, beschädigte oder falsch gefaltete Proteine in motorischen Nervenzellen und Nervenzellen der Großhirnrinde zu "recyceln". Bei ALS-Patienten arbeite Ubiquilin2 nicht richtig. Dadurch sammle sich das Eiweiß zusammen mit den beschädigten Proteinen in den Nervenzellen an, lagere sich ab und lasse die Nervenzellen untergehen.

Bei Patienten, bei denen ALS gehäuft in der Familie vorkommt, fanden die Forscher auch Mutationen im Ubiquilin2-Gen. Die typischen Ablagerungen fanden sich jedoch auch bei Patienten ohne diese Genveränderung. Für ihre Studien untersuchten die Forscher unter anderem Daten von fünf Generationen einer Familie, in der 19 Familien-Mitglieder an ALS litten.

Siddique befasst sich seit mehr als 25 Jahren mit der Amyotrophen Lateralsklerose und ist Autor zahlreicher Studien. Die nun erlangten Erkenntnisse könnten nach Auskunft der Forscher auch eine Bedeutung für Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson haben. (APA)

theWatcher14
01
22.8.2011, 15:58
Ah, okay...

...und wovon wird das ausgelöst?

pleistocene
00
23.8.2011, 10:21

weiss man nicht... Hab mehrfach gelesen es gibt eine Häufung bei Fussballern (sic!) sowie bei hochintelligenten Menschen. Ob das wirklich statitisch irgendwie relevant ist oder nur subjektive Beobachtungen widerspiegelt weiss ich nicht.

Fredl Huber
00
26.8.2011, 23:12

ham sie das „sic!“ wegen den zwei s in „Fussballern“ geschrieben?

triage
00
26.8.2011, 09:18

Unsere Politiker können schon mal aufatmen.

Nitram1988
10
22.8.2011, 20:19
"Bei ALS-Patienten arbeite Ubiquilin2 nicht richtig."

...
"Bei Patienten, bei denen ALS gehäuft in der Familie vorkommt, fanden die Forscher auch Mutationen im Ubiquilin2-Gen."

Erich_1
00
23.8.2011, 00:58

Das beantwortet die Frage nicht.

Markus Suhrkamp
12
22.8.2011, 17:58

Durch eine Genmutation.

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