Stöger will kein strengeres Rauchergesetz

Minister will statt Verbot mehr Bewusstsein schaffen

Alpbach - Die "Gesundheitsgespräche" des Forum Alpbach sind Montagmittag mit der Verabschiedung einiger Empfehlungen zu Ende gegangen. Oberste Priorität aus Sicht der Experten hat der Wunsch nach einem Budget, also einer gemeinsamen Steuerung, für Gesundheitswesen und Pflege und entspricht damit in etwa den Vorstellungen von Gesundheitsminister und Sozialversicherung. Bei einem anderen Anliegen der Fachleute - nämlich jenem nach strengeren Anti-Raucher-Regelungen, steigt Ressortchef Alois Stöger (SPÖ) auf die Bremse.

Bei der Abschlussveranstaltung der Gesundheitsgespräche warb er zwar dafür, das Rauchen weiter zurückzudrängen. Ob da aber eine gesetzliche Verschärfung der bestehenden Regelungen in der Gastronomie der richtige Weg sei, bezweifelte Stöger.

"Rauchergesetz hat sich bewährt"

Immerhin habe sich das derzeit geltende Gesetz, das noch unter seiner Vorgängerin entwickelt worden war, insofern bewährt, als es im Großen und Ganzen von der Gastronomie eingehalten werde. Das Problem sei, dass es noch immer in einigen Regionen bzw. Gaststätten einen "etwas schludrigen Umgang" mit dem Tabakgesetz gebe.

Wichtiger ist für Stöger aber, die schädigende Wirkung des Rauchens präsenter zu machen. Hier gebe es nach wie vor Handlungsbedarf. Als positiv bewertete der Minister, dass immer mehr Personen darauf verzichteten, in ihren Wohnungen zu rauchen. So ist Stöger auch überzeugt, dass in fünf Jahren das Rauchen in Österreich weiter "eingeschränkt" sein werde. Ob es dazu auch gesetzlicher Änderungen bedürfe, wollte er sich nicht festlegen.

Weitere Hauptthemen der Gesundheitsgespräche waren der Wunsch nach einer nachhaltigen Finanzierung der Pflege, die Erhebung einer systematischen Datenbasis für Kinder- und Jugendgesundheit sowie bessere Präventivprogramme für Kinder. (APA)

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