Facebook-Alternative

Diaspora bereitet Beta-Version vor

22. August 2011, 11:14
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    foto: diaspora

    "Unser größtes Problem derzeit ist, wie wir die Leute überzeugen können, unser System zu nutzen", sagt Mitbegründer Maxwell Salzberg.

Soll in einigen Monaten in Beta-Phase gehen - Mitbegründer erklärt Vorteile des dezentralen Modells

Das als Facebook-Alternative geplante dezentrale soziale Netzwerk hatte sich im vergangenen Jahr unter großem medialem Echo angekündigt. Nun scheint Diaspora etwas in der Versenkung verschwunden zu sein, obwohl Nutzer mit Spenden von rund 200.000 Dollar das Projekt antreiben wollten.

Mitgründer bezeichnet sich als "Hacker"

In einem Interview mit Technology Review erklärt Mitbegründer Maxwell Salzberg die langfristige Vorgehensweise. Der 23-jährige absolvierte ein Informatikstudium an der New York University und bezeichnet sich selbst als Hacker. Dort hat er auch seine Freunde und weiteren Diaspora-Gründer Dan Grippi, Ilja Zhitomirskiy und Raphael Sofaer kennengelernt. "Es war wirklich ein bisschen wie ein verrücktes Märchen damals", erinnert sich Salzberg an die Anfangszeit im Mai 2010 und die finanzielle Starhilfe.

In wenigen Monaten Beta-Version

Seit Oktober sei die Alpha-Version mit dem Quellcode online, die Beta-Phase starte auch bald. Nun ist Diaspora in ein Büro des Unternehmens Pivotal Labs nach San Francisco gezogen, wo sie vom Pivotal-Know-How mit der Programmiersprache Ruby profitieren. Diese ist bei Diaspora im Einsatz.

Special Interest Network

Der wesentliche Unterschied zu Facebook liege darin, dass es ein "föderales System ist, das die vielen und oft sehr spezialisierten Netz-Communities enger miteinander verbindet", erklärt Salzberg und ergänzt: "Unser größtes Problem derzeit ist, wie wir die Leute überzeugen können, unser System zu nutzen. Viele können sich unter einem dezentralen Netzwerk noch nichts vorstellen".

User hat mehr Kontrolle

Bei Facebook sei man von der zentralen Seite abhängig, während in einem dezentralen Modell die Foren und Gemeinschaften im Web miteinander kommunizieren. Der Nutzer erhält mehr Kontrolle, da er selbst entscheidet, von welchem Ort er seine Kontakte und Infos steuert.

Aktive Mitarbeit bringt Entscheidungsrechte

In den kommenden zwei Jahren soll der Kreis der Kernentwickler erweitert werden. Den Vorwurf, sich irrationalen Spielereien hinzugehen, weist Salzberg zurück. "Das Ganze braucht viel Disziplin. Das System wird von den vier Gründern entwickelt. Es gibt derzeit wöchentlich etwa 5000 aktive Beiträge auf unserem Diaspora-Server, wir müssen das schon aus organisatorischen Gründen begrenzen, indem wir Einladungen vergeben. Aber insgesamt sind wir sehr liberal: Wenn jemand bewiesen hat, dass er aktiv mitarbeiten und einige grundlegende Regeln beachten will, gebe ich ihm dieselben Rechte wie mir selbst." (ez, derStandard.at, 22. August 2011)

Kommentar posten
16 Postings
N7
00
25.8.2011, 11:39
fängt beim Namen an und hört beim Hacker auf ...

Also der Name "Diaspora" ist irgendwie nicht gut ... finde ich. Da klingt Facebook einfacher. Aber ich bin nicht bei FB, sag ich auch gleich dazu. Dass der Boss von Dia-irgendwas ein Hacker ist, weckt auch nicht wirklich Vertrauen und Sympathie ...

opfer des umstands
00
24.8.2011, 10:47
Ich bin eine "Starhilfe" - bitte bessert mich aus!

;)

Zauberglanzbarbie
00
24.8.2011, 10:33
Kontrollleser..

bittet um finanzielle "Star(t)hilfe"!

marsmanderl
03
23.8.2011, 00:26
sponsor gesucht?

vielleicht red bull..
passenderweise heisst das ding dann "red bull salzberg"

»Pythagoras«
02
22.8.2011, 21:46
Social Network Sunday

"Jeden Sonntag richten wir unsere Sozialen Web-Aktivitäten auf freie, offene und dezentrale Plattformen und kehren Facebook, Google+, Twitter u.ä. kommerziellen und geschlossenen Webseiten den Rücken zu. Zumindest für einen Tag."

http://metalab.at/wiki/Soci... workSunday

td.at
21
22.8.2011, 13:16
User überzeugen dürfte kein Problem sein,

einfach genügend coole Klickibunti Features anbieten dann kommen die User von selbst ;-)

derKleine
00
22.8.2011, 12:21
wow

diesmal gar nicht "Facebook-Killer" im Titel?
Bin begeistert.

AndiTheBest
 
00
22.8.2011, 12:15

Um an Dispora teilnehmen zu können muss man sein Zeug ja auf einem Server hosten soweit ich weiss.
Dazu muss man entweder einen Server mieten,wobei dann wider jemand zugriff auf meine Daten hätte, oder einen eigenen Server betreiben. Bei den upload-geschwindigkeiten der Telekom wird das aber ein langsamer spaß wenn sich jemand Fotos auf meinem Server anschaun will.
Kann mir schwer vorstellen dass sich Dispora durchsetzen kann wenn keine große Firma dahinter steht die Geld reinbuttert, wenn es schon solche Anternativen gibt.

assimilatah
01
22.8.2011, 12:36
nein

um an diaspora teilnehmen zu können ist kein eigener server nötig - aber es besteht die möglichkeit eigene server zu betreiben, um alle seine daten unter vollständiger kontrolle zu haben.

für "normale" benutzerinnen reicht es völlig auf einem der diaspora server einen account anzulegen. die daten liegen dann nur auf eben diesem.

soweit die kurzfassung, für nähere infos gibt es mehr als genug dokumentation im netz.

Bösmensch (oft zensiert)
 
01
22.8.2011, 13:28

>>für "normale" benutzerinnen reicht es völlig auf einem der diaspora server einen account anzulegen

Wie muss man vorgehen, wenn man ein Mann ist?

David Stroganoff
00
23.8.2011, 16:08

Die Frage ist hierbei, ob du ein "normaler" Mann bist?

hase91
00
22.8.2011, 12:14
Vom Prinzip her gut...

allerdings fürchte ich, dass sich das System nicht gegen FB und Google duchsetzt...
Aber man darf noch hoffen ;)

awsd
06
22.8.2011, 11:33

der kerl heisst tatsächlich SALZBERG? so geil...

aber ich hoffe wirklich, dass die bald mit was brauchbarem rauskommen. google+ und facebook sind so kommerziell...

unfrieden
05
22.8.2011, 12:44
ZUCKERBERG vs SALZBERG

Das klingt wie ein schlechter Superhelden-Comic.

Salzbergs Sidekick würde ich "Pfefferkogel" nennen, und Zuckerberg steht "Honighügel" zur Seite.

Axi
 
00
22.8.2011, 12:41

Und du meinst, das wird Diaspora nie werden? So bald richtig Geld fließt und die Jungs quasi Blut riechen, wird es diesem Netzwerk genau so ergehen.
Ich gebe ihnen jedoch wenig Chance. Es zieht sich schon zu lange... leider!

Die kritische Stimme
01
23.8.2011, 08:58
Diaspora

ist Opensource. Was passiert, wenn jemand im Opensource-Bereich verrückt spielt, sieht man z.B. an OpenOffice.org -> Libreoffice.

Jemand anders nimmt den offenen Sourcecode und macht dort weiter, wo die "Verrückten" an die Wand gefahren sind.

Dazu kommt noch, dass Diaspora (wie z.B. auch XMPP/Jabber) eben keinen zentralen Server unter irgendjemandes Kontrolle vorsieht, sondern die Daten verteilt sein können und auch jeder seinen eigenen, privaten oder öffentlichen, Server betreiben kann.

Wie wollen Sie ein verteiltes Netz wieder "einfangen" und kommerzialisieren?

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