Red-Hat-Chef: Das Ende des Desktops naht

22. August 2011, 10:25
  • Red Hat CEO Jim Whitehurst.
    foto: red hat

    Red Hat CEO Jim Whitehurst.

"Fat Client" brauche einfach zu hohen Wartungsaufwand - Jim Whitehurst sieht Cloud und Thin Clients als die Zukunft

Red-Hat-CEO Jim Whitehurst gehört zur eher seltenen Spezies von Firmenchefs in der IT-Branche, die auch ein tiefer gehendes technisches Verständnis für technische Fragen hat. Zudem hat er aber natürlich auch eine Meinung zu den größeren Trends im Gesamtmarkt - und zwar eine sehr pointierte, wie er nun im Gespräch mit ZDNet am Rande der eben in Vancouver abgelaufenen LinuxCon klarlegt.

Desktop

Auf die - (nicht nur) am Rande der Konferenz als Witz kursierende - Frage, wann denn nun endlich das "Jahr des Linux-Desktop" komme, hat Whitehurst nämlich eine sehr klare Antwort: Nie. Dies aus einem simplen Grund: Für den Chef des weltgrößten Linux-Anbieters ist die Zeit des "Fat Clients", also des klassischen Desktops praktisch abgeschlossen, schon in fünf Jahren werde dieser weitgehend obsolet sein, zur reinen "Legacy"-Anwendung reduziert werden. Das betreffe keineswegs nur den Linux-Desktop, sondern auch Windows und Mac OS X.

VDI

Der Grund dafür: Die Kosten und der Aufwand, um ein solches System zu warten und sicher zu halten, seien einfach zu hoch, dies nicht zuletzt im Vergleich zu neuen Geräteklassen wie Smartphones und Tablets. Gerade im Geschäftsbereich sieht Whitehurst die Zukunft viel eher in Thin Clients und virtuellen Desktop-Infrastrukturen, wie sie etwas VMware oder Citrix im Angebot haben. Auch Red Hat selbst will hier mit SPICE mitnaschen, auch wenn dessen CEO gleich klarstellt, dass man nicht direkt gegen Citrix - und dessen Windows-VDI-Angebote - antreten wird.

Cloud

Neben solchen Angeboten sieht Whitehurst eine zunehmende Verlagerung in die Cloud, und somit eine immer deutlichere Verlagerung des Desktop-Geschehens in den Webbrowser. insofern sei Googles Chrome OS ein sehr interessantes Projekt. (red, derStandard.at, 22.08.11)

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ah ja...

wenns dann mal in der cloud keine internet verbindung gibt, dann kann ich nicht mal einen brief in word bzw. oo schreiben...tja das nenne ich einen "gewaltigen" rückschritt.

cloud hin oder her

ich glaube ich werde dem desktop treu bleiben, schon die notebooks gehen mir erheblich am nerv ... *garnichtvorstellenwill* wie es wäre mit einem tablet zu arbeiten, *kotz*.

Das Ende des Red-Hat-Chefs naht auch schon

Ab in die Cloud mit ihm!

WebApps: Henker der (werbe-)freien Software?

Wenn ich eine (GnuGPL-)Desktopanw. schreibe, stelle ich sie über P2P-Torrent oder über einen Gratis-Source-Hoster wie Launchpad, SourceForge, Git zur Verfügung. Die Anwend. wird einmal downgel. und ab dann können Serverkapazitäten anderen gewidmet werden.
Gegenbsp. WebApp: Ich muss sowohl alle Date(ie)n verwalt. als auch auch alle Berechnun. (z.B. wenn einer einen komplexen Schieben-Drehen-Filter auf ein Bild anwendet, muss das neue Bild erst berechn. werden). Klar werden die großen, schnellen Server oft schneller sein - darauf will ich gar nicht hinaus. Aber ich (wenn ich derartige Aktionen auf meinem PC durchf.) habe für meine Rechenl./Speicher bezahlt, iwie muss ich auch für die Kosten für Speicher/Rechenl. am Server aufkomm. Werbung? lg

Videoschnitt: Besser Desktop, aber nicht wirklich schlecht

Videobearbeitung/-schnitt/-wiedergabe sehe ich nicht so als Problem an, die Anwendung wird ja (hoffentlich) serverseitig laufen. D.h. ich benötige immer nur den Moment den ich gerade sehen/hören/kauen/bearbeiten will. Und bei YouTube funktioniert genau das super: Bei den Videos wird einmal der Teil geladen den ich auf der Sekundenleiste ausgewählt (z.B. 2:09) habe und dann werden die Teile danach (z.B. einmal bis 2:12, dann bis 2:18 etc.) geladen. Wenn etwas Unvorherges. passiert (z.B. dass ich auf der Sekundenleiste plötzlich einen noch nicht geladenen Teil auswähle), muss ich aber warten - die Geschwindigkeiten dabei werden nie an Desktop Computing heranreichen, auch weil gerade jetzt immer mehr langsame, mobile Verbindungen kommen.

lghl

PCoIP für CAD ist nicht schlecht

aber pauschal alles ins Wolkerl verfrachten ist wohl der falsche Weg. Ärgere mich immer wieder über hierzulande angebotene Internetzugänge. Der Ostblock rast ins Internet, wir kruckeln herum. Alles was performant ist/wäre: verlgeichsweise sehr teuer!

Inode hätte nie verkaufen dürfen! Den harten Wettbewerb gibt es seither quasi nicht mehr.
Aber die beiden Gründer versteh ich natürlich auch irgendwie...

Cloud: für den Standardanwender (bisl Mail, Excel, Internet) teilweise ok. Für "Power-User" muss man mal das Hirn einschalten.

CAD kann ich mir tatsächlich gut vorstellen. Für 2D ist X11 perfekt. Einfaches OpenGL für 3D geht auch übers Netzwerk flott.

und täglich grüßt das murmeltier

ein hype ist ein hype ist ein hype....

Zur praktischen Umsetzbarkeit dieser Idee:

Man kopiere eine Datei einmal
1) Von einem Ordner in einen anderen Ordner auf dem selben Rechner
2) Von einen Rechner auf einen beliebigen Webspace.

Der Datentransfer auf dem eigenen Rechner wird immer schneller als der Datentransfer im Netz sein.

Möglichkeit 3

Man kopiert die Datei von einem Webspace Ordner zu einem anderen, wenn beide in der Cloud liegen kann das um einiges schneller gehen als am Client.

Darum geht es beim Cloud Computing.

nein

nicht zwangsläufig ;-)

Und in Zukunft schon gar nicht, oder ham sie a Netapp daham?

Das Ende des Desktops naht

schon wieder!
Und wird so wie diverse Weltuntergänge dann mal wieder nach hinten verschoben werden - die Kunst dabei ist, das Ende der Desktops terminlich nicht nach dem Weltuntergang anzusetzen, wärend beides dauernd verschoben wird.

also mal im ernst, WER bitte will sowas haben ?
reichts nicht nur, daß das internet weg ist wenn das modem/ die verbindung mal wieder spinnt (kommt bei einigen betreibern ja öfter vor), nein, es muss auch gleich das ganze betriebsystem weg sein !
hört sich toll an !
/ironie off

für großkunden (mit intranet) sicher sinvoller, aber im heimbereich seh ich das noch lange nicht (oder nie) als sinnvollen ersatz.

"kommt bei einigen betreibern ja öfter vor"

na, welche betreiber sind das ;)

welche Betreiber...

also ich hatte hier in D gerade die perfekte Werbeaktion für die Cloud. Wechsel von Arcor (DSL 6000 um 40,-) zu Alice (DSL 16.000 um 25,-). Nach der Kündigung bei Arcor das übliche Spiel. Die Freigabe des Anschlusses verzögert bis zum GehtNichtMehr. Resultat: den ganzen!!! Juli ohne Internet am PC. Da wünsche ich viel Spass mit Daten in der Cloud, ChromeOS u.ä.....
In Firmen sind in bestimmten Bereichen thin clients vielleicht sinnvoll, weil eh auf zentrale ERP-Systeme oder Dokumentenmanagementsysteme zugegriffen wird. Da hat man die Daten an zentraler Stelle und verhindert, dass jeder Anwender Daten lokal auf die Platte packt.
Privat werde ich immer einen Voll-PC benutzen.

"Resultat: den ganzen!!! Juli ohne Internet am PC."
der vorposter sprach einen möglichen internet-auffall an. nicht die langsame "anschliessungsarbeiten" ;)

momentan steckt cloud noch in den kinderschuhen. die zukunft geht aber ganz klar in diese richtung, spätestens wenn die "recherpower" die eines konventionellen home-pc übersteigt.

die leute hatten auch angst vor elektrizität.

Whitehurst hat recht

Wenn ich einen fahren lass, funktioniert mein Desktop (Slackware 13.37 + KDE 4.5.5) auch in der Cloud.

:o)

Bei Cloud fallen mir immer diese Fragen ein:

- Was machen Hobbyentwickler? Entwickeln und Open Source völlig unmöglich, außer im Browser?
- Wie sieht es mit Privatsphäre und Datenschutz aus?
- Was mache ich, wenn die Internetleitung versagt?
- Was mache ich, wenn die Serverfarm offline geht (siehe Amazon EC2-Ausfälle)?
- Wie sollen bitteschön Bildbearbeitung, Videoschnitt, technisch hochwertige 3D-Spiele, CAD/3D-Modellierung mit der Cloud funktionieren, ohne eine 100GBit-Internetverbindung zu haben? (Nein, Quake 2 in WebGL ist nicht technisch hochwertig, ein Crysis oder Gran Turismo 5 schon eher)

Und hier die Antworten

1. So wie es unzählige kostenlose Webhoster gibt, kann es genausogut kostenlose App-Hoster geben
2. Genauso, wie es zB derzeit bei Email aussieht - die Mails gehen auch jetzt über x Anbieter zum Empfänger, meist unverschlüsselt - also keine 100%ige Sicherheit
3. Was machen Sie derzeit, wenn das Handynetz versagt? Falls Sie es nicht wissen, weil es so selten passiert -> die Frage kann Ihnen egal sein
4. Langfristig sehr unwahrscheinlich - das sind derzeit Kinderkrankheiten
5. die Daten müssen nicht jedes Mal hin- und hergeschickt werden - in dem Artikel geht es darum, dass Applikationen nicht mehr am Client gewartet werden, das heisst aber nicht, dass man sich Anwendungen nicht temporär von der Cloud auf den Client lädt

Kostenlos ist gar nichts ...

Irgendwie bezahlen Sie immer, und Sei es mit Information.

Also 3D/cad-modellierung geht schon länger mit dem propriäteren hdx-protokoll von citrix. Da genügen ein paar MBit und die latenz ist praktisch nicht merkbar

Najaaaa. Woher kommen die Tonnen an Materialien? Die Meshes, Texturen, ... ? Wohin gehen die gerenderten Frames, wo wird das resultierende Video abgelegt?

Und bei Stoßzeiten glaube ich das mit der Latenz einfach nicht, vor allem bei stark frequentierten Cloudsystemen. Was, wenn 200 Leute modellieren möchten?

ich lad mir gleich red-hat aus der cloud mit meinem mobilen surfstick herunter, in der zwischenzeit geh ich auf drei bier. get off my cloud!

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