Universitäten

Bedrohte Freiheit

Kommentar | Lisa Nimmervoll, 21. August 2011, 18:49

Wissenschaft und Forschung brauchen einen Raum, wo sie ihren Job erledigen können: denken, forschen, lehren, lernen

Sollte die Freiheit nach 144 Jahren an ihr Ende gekommen sein? Von der Politik zu Fall gebracht? "Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei", stand im Staatsgrundgesetz von 1867, und die garantierte Lehr- und Lernfreiheit war der Republik so wichtig, dass sie bis heute verfassungsrechtlich abgesichert ist: "Die öffentlichen Universitäten sind Stätten freier wissenschaftlicher Forschung, Lehre und Erschließung der Künste." Realpolitisch aber schwebt diese Freiheit jetzt in höchster Gefahr.

Was meint diese Freiheit? Sie meint vor allem den Schutz vor Fremdbestimmung. Wissenschaft und Forschung brauchen einen Raum, wo sie ihren Job erledigen können: denken, forschen, lehren, lernen. Bilden und, ja, auch ausbilden. Das aber erfordert nicht nur ideelle und strukturelle Voraussetzungen, sondern hat auch mit finanzieller Sicherheit zu tun. Und die wird von Jahr zu Jahr prekärer.

Den Großteil der Lehre leistet ohnehin ein akademisches Prekariatsheer, von der Politik ignoriert. Diese beschränkt sich je nach Partei auf den Ruf nach oder die Abwehr von Studiengebühren und Zugangsregeln und kriegt nicht einmal mit, dass es bereits an die Substanz geht. Denn die Folge der Notwehrankündigung von Rektoren, ganze Studienrichtungen schließen zu müssen, wäre mehr als "nur" ein paar Fächer weniger. Das wäre ein politisch verschuldeter Kulturverlust: geistige Selbstenteignung, um wenigstens eine "Rest"-Uni zu erhalten. Das Ende der Universität. (DER STANDARD, Printausgabe, 22.8.2011)

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Posting 1 bis 25 von 42
1 2
stereochemist
00
22.8.2011, 16:33
realiter

gibts diese Freiheit doch schon längst nicht mehr. Abhängigkeit von Industrieprojekten, Freunderlwirtschaft in der Begutachtung von Forschungsprojekten und die diesbezügliche Regierungspolitik ist ein Fähnlein im Wind (jetzt macht auch Österreich "Nano", "Gen" und "Gender". Na Hauptsache).

samuel kant
00
22.8.2011, 15:56

ein großer teil der wissenschaftförderung ist versteckte bausubventionierung.

es werden unmengen für den bau, renovierung und miete von labors, büros, etc. verwendet. die bauaufträge werden sehr zweifelhaft vergeben bzw. forschungsgelder an die benützung diverser immobilien gekoppelt. diese immobilien hätten aber am "freien" markt keine chance weil viel zu teuer und mangelhaft.

eine korrupte sauerei. man muss nur schauen wieviele forschungsgebäude in wien in den letzten jahren gebaut wurden und wie die laborfläche mit der anzahl an wissenschaftern korreliert.

denke
33
22.8.2011, 12:16

Solange Geld für Gender-Spielchen vorhanden ist, gibt es zuviel und nicht zuwenig.
Und diese totalitäre Ideologie bedroht die Freiheit am meisten.

keywords
01
22.8.2011, 16:42

gender spielchen?

ich würde sagen, "gender spielchen" sind ein wichtiger beitrag für künftige generationen, sich von "gender" zu befreien.

ich weiss es ist nicht fair und bringt augenscheinlich nix. aber ich weiss auch, dass ich vor 2 jahren in einer schule am land mit einer klasse von ausschliesslich mädchen mein studium vorgestellt habe. und danach gefragt wurde, ob man das als frau überhaupt studieren darf.

es ist jetzt vielleicht eine bittere pille, aber man muss als mädchen auch das vertrauen haben, alles werden zu können. und das hat man nicht, wenn man nur männer sieht.

denke
00
23.8.2011, 11:54

Dann geschlechtsneutrale Wehrpflicht statt unsinniger Spielchen.

sheldon cooper
03
22.8.2011, 10:54

Die Zeiten an denen man als Forscher noch "nachdenken" konnte sind sowieso vorbei. Es wird nur mehr produziert, um bis zum unweigerlichen und gnadenlosen Projektende möglichst gut dazustehen, um sich das dann noch einmal anzutun.

sheldon cooper
00
24.8.2011, 08:16

genauso funktionierts!

Bioberni31
14
22.8.2011, 10:30
Mir ist es schleierhaft

wie sich eines der reichsten Länder der EU !!! keine ausfinanziersten Universitäten leisten kann. Da dürft im Steuersystem einiges massiv falsch laufen.

trollvottel
02
22.8.2011, 12:09

Wann hatten wir zuletzt eine Regierung, die einigermaßen ausreichend in die Universitäten investiert hat?

In der K&K-Monarchie.

Noch Fragen?

Dr. Viktor Frankenstein
00
22.8.2011, 10:20
"Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei".

Ein lobenswertes Prinzip, aber schon immer unrealistisch. Speziell in der naturwissenschaftlichen Forschung braucht man viel Geld - wie diese Mittel eingesetzt werden entscheidet am Ende die Politk. Das sieht man im Moment sehr deutlich wo Forschungsmittel verstaerkt fuer "nuetzliche" Forschung eingesetzt wird und Geld fuer Grundlagenforschung immer schwerer aufzutreiben ist.

Kondratjew -Zyklus
 
192
22.8.2011, 04:13
Der überwiegende Teil der Universitätsangestellten "nutzt" die Universitäre Freiheit ohnehin als Freiheit von Anstrengung.

Natchez
04
22.8.2011, 12:13

Oje, wieder so ein Depperl, dass es nicht in den Wissenschaftsbetrieb geschafft hat und jetzt beleidigt ist. Falls ich ein bißchen Zeit zwischen meinen Publikationen und der Vorbereitung von Lehrveranstaltungen finde, dann werde ich Mitleid mit Ihnen haben.

Alfredo di Stefano
00
22.8.2011, 15:08

lass mich raten, Du bist nicht am germanistikinstitut, oder?

Kondratjew -Zyklus
 
10
22.8.2011, 12:28
"Wissenschaftsbetrieb" - das sagt wohl schon alles.

keywords
00
22.8.2011, 11:51

haben sie da konkret erfahrung?

Kondratjew -Zyklus
 
30
22.8.2011, 12:30
Lassen Sie sich die Listen der mangels Frequenz abgesagten Lehrveranstaltungen kommen.

Oder etwa die Personen ohne Publikationen oder die Liste der Patente von "Wissenschafter/innen" Technischer Universitäten. Oder die Schlüsselverwalter (full-time) und deren Computerspielverhalten in der Dienstzeit.

puzzled
00
23.8.2011, 11:11

Ich bin so ein "Schlüsselverwalter" (full-time), aka Portier an einer Universität.

Bevor mich mir da jetzt groß den Mund fusselig rede: Sie sehen das ganze wohl aus einem recht beengten Horizont.

Sparen Sie sich bitte derartige Diskreditierungen.

Kondratjew -Zyklus
 
00
23.8.2011, 20:24
Ich habe NICHT die Portiere, sondern die hauptberuflichen Schlüssennachbesteller (die gibt es WIRKLICH) gemeint.

Mein ehemaliger Chef hat nur drei Stellen an der Universität für unverzichtbar gehalten :

1. die Portiere : ohne sie findet man nicht zu uns

2. Die Telefonvermittlung : ohne die kommt man nicht zu uns durch

3. die Poststelle : ohne sie erreicht man uns nicht.

Und diese drei Stellen bekamen auch zu Weihnachten einen gewissen Geldbetrag aus seiner Privatkasse.

puzzled
00
24.8.2011, 07:23

Sorry, dann hatte ich Sie wohl missverstanden.
So einen Schlüsselverwalter gibt es bei uns auch, allerdings hat ansonsten noch derart viel Aufgaben in der Abteilung "Gebäude und Technik", dass ihm auch nicht fad wird.

Stimmt schon, Universitäten an sich sind verwaltungstechnisch oft ziemlich kafkaesk, aber das lässt sich wohl nicht auf jede Uni und auf jede Stelle umschlagen :)

Kondratjew -Zyklus
 
00
24.8.2011, 14:41
Bei uns macht(e) er nur die Schlüsselnachbestellung.

Allerdings brauchte der Universitätsdirektor über Hundert Leute "unter" sich, um zum Hofrat "aufzusteigen".

keywords
00
22.8.2011, 16:46

glauben sie, die leut publizieren nix, weil sie einfach nicht wollen? oder kanns sein, dass sie eben keine zeit haben?

denken sie, leute, die eine lehrveranstaltung nicht halten, hätten statt dessen frei?

ich möcht auch an dieses institut, das sie da beschreiben, mit computerspielen und freizeit ohne ende. bitte. welches ist das denn?

Queen of Sheba
 
00
22.8.2011, 20:32
Schauen Sie sich selbst einmal mit kritischem Blick um.

tock tock tock
01
22.8.2011, 15:32

.. ok - sie haben also keine Ahnung!

Kondratjew -Zyklus
 
10
22.8.2011, 16:13
Blöd geboren und nichts dazugelernt.

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