Stadt, Land, Fleiß - der junge Schwarze

21. August 2011, 17:44
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    foto: der standard

    Der Burgenländer Wolf zieht das Dorf der Stadt vor.

Christoph Wolf ist Jungpolitiker, stellvertretender JPV-Chef, Partylöwe - und er liebt seinen "Scheißjob"

Braungebrannt, gestreiftes Polo, ein verschmitztes Lächeln und gerne am Witzeln: Christoph Wolf sieht aus, als komme er gerade von einer ausgedehnten Beachparty. "Ich bin kein Bauer, kein Wirtschaftstreibender, und meine Eltern sind nicht reich", sagt er, weshalb er auch nicht in das Klischee eines jungen Schwarzen passe. Und dennoch: Er zählt zu den wichtigsten Köpfen der Jungen Volkspartei (JVP).

Der bodenständige Nachwuchspolitiker tritt auf, wie schon die gesamte ÖVP-Jugend im letzten Wiener Wahlkampf: Jugendliches, modernes Erscheinungsbild, aber konservative Werte. Trotzdem will Christoph Wolf die JVP als zeitgemäß verstanden wissen. "Unsere Werbebotschaften haben einen absichtlich zweideutigen Touch, damit wir Aufmerksamkeit erregen." Kampagnen wie "24 Stunden Verkehr", in der mit halbnackten Mädchen für die inzwischen umgesetzte Nacht-U-Bahn geworben wurde, hält er nicht für sexistisch, sondern für progressiv.

Mit seinen 25 Jahren hat Christoph Wolf Sprache und ruhigen Gestus eines erfahrenen Politikers, und im Grunde ist er das auch. Neben seiner Tätigkeit als stellvertretender Bundesobmann der JVP ist er auch ÖVP-Landtagsabgeordneter und Gemeindevorstand in seinem Heimatort Hornstein im Burgenland. Mit der Großstadt konnte sich der Pendler noch nicht ganz anfreunden: "Am Land ist alles leichter. In Wien kenn ich doch nicht mal meinen eigenen Nachbarn" .

Ob es der vor allem in ländlichen Gegenden starken JVP an Urbanität fehlt? "Der Begriff konservativ muss neu überdacht werden. Modernität und Tradition lassen sich vereinbaren." Ein Paradebeispiel sei Graz, wo die JVP gerade eine freiwillige Feuerwehr in der Stadt durchgesetzt habe.

Reicht das jungen Städtern nicht als Anreiz, legt er einen anderen Köder aus: "Wir schmeißen einfach die besten Festerln, manche davon haben seit über 50 Jahren Tradition." Die Linken würden sie deshalb "Partyweltmeister und nix dahinter" schimpfen, aber man dürfe den Wert geselliger Nächte nicht unterschätzen.

Einen Aufschwung schwarzer Jugendpolitik erhofft sich Christoph Wolf durch die Ernennung von JVP-Bundesobmann Sebastian Kurz zum Staatssekretär. Wenn sein Name fällt, kann er sich ein stolzes Grinsen nicht verkneifen. Er hoffe, dass die Parteigranden jetzt verstärkt Nachwuchs ins Boot holen, und damit meint er vermutlich sich selbst.

Denn auch wenn er sich durch seine "Exitstrategie", das Betriebswirtschaftsstudium, absichern will, merkt man, dass er in der Politik seine nähere Zukunft sieht, wenn auch nicht die ganze Karriere. "Ich halte es für sehr kritisch, wenn man auf einem Mandat sitzt, bis man endlich in Pension gehen kann. Da fehlt der Pfeffer im Arsch."

Einsatz versucht er seit seiner Jugend zu beweisen. Auf seinem Weg in die Riege der großen Politik hat er sich schon dafür starkgemacht, dass Äpfel im Schulbuffet verkauft werden oder am Pausenhof geraucht werden darf. Heute verbringt er seine Wochenenden damit, Proberäume für den Blasmusikverein oder Schwimmbäder zu eröffnen. "Jungpolitiker ist man lange unbezahlt und 24 Stunden am Tag. Im Grunde ein Scheißjob." (Katharina Mittelstaedt, DER STANDARD, Printausgabe, 22.8.2011)

Kommentar posten
16 Postings
E Pie
 
00
12.3.2012, 22:02
...es geht doch nichts über eine gute

gehirnwäsche... siehe auch rudas und co... diese jungspunde sind doch eine brüskierung unserer jugend...

Emiliano Zapata
 
00
23.8.2011, 10:51
zu den jungen schwarzen fällt mir immer nur ein

http://www.youtube.com/watch?v=mPgEOQqkNDQ

alt, aber noch immer gut und aktuell ;-)

Superwolliges Kampfschaaf
17
22.8.2011, 16:18
Das ist ja wohl lächerlich...

... PolitikerIn sein ist also ein "Scheißjob".

Ich empfehle dem g'stopften, bornierten jungen Herrn mal eine Woche in einem Altenpflegeheim oder als Kanalräumer zu arbeiten - DAS sind wirklich Scheißjobs (Letzterer natürlich besonders).

dieDritteGeneration
00
24.8.2011, 17:14

Die Jobs sind aber wenigstens sinnvoll und letzteres zumindest auch noch gut bezahlt.

Als Jungpolitiker hast irgendwie gar nichts. Kein Sinn, kein Geld,
fürn Oarsch.

Der Freund Deiner Frau
03
22.8.2011, 15:21
BWL - surprise, surprise.

iniquity
27
22.8.2011, 14:40
Alles in allem ein typischer Kotzbrocken

Das Wenige, was er gesagt hat, müsste schon genügen, jedenfalls nicht die ÖVP zu wählen :-P

Steffi34
102
22.8.2011, 15:02

also ich find den Typen sympathisch, nicht so wie den Roten...

schneebrunzer
 
00
25.8.2011, 09:42
ehrlich jetzt?

und den Kurz auch?

zinn glaeckl
04
22.8.2011, 10:50

Jungpolitiker sind im Burgenland also lange unbezahlt - oder geht sein Gehalt als Landtagsabgeordneter in dieser Zeit automatisch an die ÖVP-Parteikassa?

Was redet dieser seichte Typ da daher.

dieDritteGeneration
00
24.8.2011, 17:16

Unbezahlt ist zwar wirklich flasch, aber alzuviel wird im netto wohl wirklich nicht bleiben. Vielleicht 1500..?!

janeinvielleichtwieso?
18
22.8.2011, 09:33
also den jungen roten...

... find ich sympathsicher! ;)
und auf den jungen blauen bin ich schon gespannt...

BatoutofHell
16
22.8.2011, 06:47
"Wir schmeißen einfach die besten Festerln, manche davon haben seit über 50 Jahren Tradition."

genau.
http://derstandard.at/125069103... te=2&sap=2

Bertha von Suttner verabschiedet sich
01
22.8.2011, 00:26
"Jungpolitiker ist man lange unbezahlt und 24 Stunden am Tag. Im Grunde ein Scheißjob."

...so ein Scheißjob, das, wenn man dann z.B. Integrationsstaatssekretär wird mit wieviel? - so 13.000 Euro pro Monat ca.? - Gehalt, auch wenn man vorher zum Thema nix anzumelden g'habt hat.

Faktum ist offensichtlich: Den beiden Regierungsparteien fehlen Leute mit Kaliber. Alt und jung.

O5
00
22.8.2011, 04:31

Das sicher, aber einfach mal mit dem FPÖ-Nachwuchs vergleichen, dagegen wirkt sogar dieser Knabe hier hochintellektuell.

schneebrunzer
 
00
25.8.2011, 09:43
das ist aber auch wirklich nicht schwer!

Pierre d´Aubusson
03
21.8.2011, 20:14

Die Schwimmbäder bringen nur Defizit, aber die Blasmusik hat Zukunft. Wo sind die Zeiten hin, da auch in den roten Nordbahngemeinden die ortseigene Eisenbahner-Blasmusik mindestens einmal pro Jahr mit dem Traktor durch die Ortschaft fuhr und zum Fackelzug ein ordentliches Konzert gehörte...
Und da springen die Schwarzen ein, ersetzen die Roten...
Es müßte nicht so sein, aber es ist so.

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