Massenproteste weiten sich aus

Rund 30.000 Menschen protestieren für ein schärferes Gesetz gegen die weit verbreitete Korruption

Neu Delhi - Die Massenproteste für ein schärferes Gesetz gegen die Korruption in Indien weiten sich aus. In der Hauptstadt Neu Delhi versammelten sich am Sonntag nach Medienberichten rund 30.000 Menschen auf dem Ramlila-Gelände, wo der Aktivist Anna Hazare Regierung und Parlament mit einem Hungerstreik zur Verabschiedung des Gesetztes zwingen will.

Der 74-jährige Hazare nimmt bereits seit sechs Tagen keine Nahrung zu sich. Auch in Mumbai, Bangalore, Chennai und weiteren indischen Städten gingen Zehntausende auf die Straßen.

Kompromissbereitschaft

Nach Protesten im Frühjahr hatte die Regierung Anfang August ein Anti-Korruptions-Gesetz ins Parlament eingebracht. Dieser Entwurf geht Hazare und seinen Mitstreitern jedoch nicht weit genug, weshalb sie einen eigenen schärferen Gesetzesvorschlag durchsetzen wollen.

Die Kongresspartei, die die Mehrheit im Parlament innehat, signalisierte unterdessen Kompromissbereitschaft. Der Vorsitzende des für Gesetzgebung zuständigen Ausschusses, Abhishek Manu Singhvi, sagte am Sonntag, den Abgeordneten liege Hazares Gesetzentwurf vor. "Wir werden diesen und andere Vorschläge, die uns gemacht werden, eingehend prüfen (...) Geben Sie uns eine Chance." Bereits am Samstag hatte Premierminister Manmohan Singh erklärt, seine Regierung sei zu einer Diskussion über die Ausgestaltung des Gesetzes bereit. (APA)

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