Wien

Wer auf der Straße wie viel trinken darf

21. August 2011, 17:10
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    foto: apa/hans klaus techt

    Das Vortestgerät hat sich bei der Wiener Polizei bewährt: Im Sommer gab es bisher zwölf Prozent mehr Führerscheinabnahmen.

Deutlich mehr Anzeigen bei Alkokontrollen; Strafen auch unter 0,5 Promille möglich

Wien - Plus sieben Prozent, plus 19 Prozent, plus 25 Prozent: Was an den Aktienbörsen derzeit undenkbar ist, schafft die Wiener Polizei spielend. Dank der deutlichen Ausweitung der Alkoholkontrollen im Straßenverkehr im ersten Halbjahr.

115.167 Lenkerinnen und Lenker sowie Moped- und Radfahrer wurden von Jänner bis Juni auf den Straßen der Bundeshauptstadt mit "Vortestgeräten" kontrolliert - um ein Viertel mehr als noch 2010. Noch deutlicher fällt das Plus seit 1. Juli aus: 30.345 Menschen (plus 42 Prozent) mussten in das kleine Gerät blasen, mit dem schneller als mit dem "klassischen" Alkomaten der Promillepegel gemessen werden kann.

Die Folge war ein deutlicher Anstieg bei den Anzeigen und Führerscheinabnahmen zwischen dem 1. Juli und dem 18. August. 466 Personen verloren ihre Fahrerlaubnis (plus zwölf Prozent), mit 1034 Anzeigen gab es eine Steigerung von 20 Prozent. Insgesamt waren also knapp fünf von 100 Kontrollierten mit mehr Alkohol im Blut unterwegs als erlaubt.

Doch: Wie viel darf man eigentlich bechern, und welche Konsequenzen hat es, wenn man erwischt wird?

  • 0,1 Promille dürfen mehrere Verkehrsteilnehmer maximal haben. Zunächst einmal Berufskraftfahrer von Lkws und Bussen. Aber auch Fahranfänger dürfen an alkoholischen Getränken maximal riechen. Bei Probeführerscheinbesitzern dauert die verpflichtende Abstinenz zwei Jahre, wer schon mit 17 zu fahren beginnt (L17), muss bis 20 warten.

Dazu kommt noch eine Besonderheit: Bei den Übungsfahrten darf auch die Begleitperson keinen Alkohol getrunken haben. Auch für Besitzer eines Mopedausweises gilt die 20-Jahre-Altersgrenze.

  • Bis 0,5 Promille darf jeder haben, der nicht zu den vorher genannten Gruppen gehört. Vor einer Strafe gefeit ist man mit weniger Promille dennoch nicht: wenn man etwa durch die Kombination von Medikamenten gegen die Sommergrippe und -gspritze beeinträchtigt ist.
  • Zwischen 0,5 und 0,8 Promille wird es für motorisierte Verkehrsteilnehmer interessant. Wird man erwischt, wird eine Geldstrafe zwischen 300 und 3700 Euro fällig, zusätzlich gibt es einen Eintrag ins Vormerksystem. Beim zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren kommt eine Nachschulung dazu, beim dritten Mal ist der Schein für mindestens drei Monate weg.
  • Ab 0,8 Promille hat der Gesetzgeber überhaupt kein Verständnis mehr. Als Autofahrer zahlt man mindestens 800 Euro, nach der ersten Alkofahrt lenkt man mindestens einen Monat lang legal kein Auto mehr.

Auch Radfahrer legen mindestens 800 Euro ab. Allerdings: Der eventuell vorhandene Führerschein ist entgegen einer verbreiteten Ansicht nicht automatisch weg. Es gibt eine Anzeige, die von der Behörde geprüft wird. Kommt die zum Schluss, dass mangelnde Verkehrszulässigkeit vorliegt, kann sie die Fahrerlaubnis entziehen, muss es aber nicht.

  • Ab etwa 3 Promille kann eine Besonderheit eintreten. Dann kann man durch den Rausch als unzurechnungsfähig gelten und wird nicht für die eigentliche Verwaltungsübertretung, sondern nach dem Sicherheitspolizeigesetz bestraft - mit maximal 218 Euro, erklärt Marlies Menhart von der Wiener Polizei. Der Führerschein ist aber meistens dennoch weg. (Michael Möseneder, DER STANDARD-Printausgabe, 22.8.2011)
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PaterWilli
00
28.3.2012, 14:49
Man braucht kein alkoholhältiges Getränk konsumieren um strafbar zu sein

Ethanolgehalte verschiedener Lebensmittel, Angabe in Volumenprozent:

alkoholfreies Bier: bis 0,5 % Vol.
Apfelsaft: bis 0,4 % Vol.
Banane (reif): bis 1 % Vol. (durchschnittlich 3 ml)
Brot: bis 0,3 % Vol.
Kefir (reif): bis 1 % Vol.
Sauerkraut: 0,5 % Vol.
Traubensaft: bis 0,6 % Vol.

PReb
00
10.11.2011, 01:58

also gibts nur eine lösung, nicht unter 3 promille ins auto steigen ;-)

David Wander
00
6.10.2011, 14:20
Unverhältnismäßig

Mag schon sein, dass das Trinken von alkoholhältigen Getränken im Allgemeinen ungesund ist und im Speziellen beim Autofahren weitestgehend verboten sein sollte, aber dass man die durch Alkoholkonsum selbst verschuldete verminderte Reaktionsfähigkeit eines leicht betrunkenen Radfahrers jener eines Autofahrers 1:1 gleichstellt, ist eigentlich nur unendlich peinlich für die Autoren des Gesetzes und des Parlaments. 1500 kg mit 130 km/h versus 20 kg mit 20 km/h unkontrolliert für 2 Sekunden. Ist das wirklich gleich gefährlich?

PaterWilli
01
28.3.2012, 14:57
Sie haben völlig recht ....

Ein Radfahrer mit 20 kg Gewicht ist unterernährt und fällt vom Rad. Gehen wir davon aus, daß es das nicht gibt.

Es gibt aber Statistiken von Unfallkrankenhäusern. Lesen Sie. Die Unfallrate von Radfahrern mit Verletzungen ist extrem hoch. Auch in jenen Fällen, in denen sie nur "Selbstbeteiligt" sind.

Aus diesem Grund wird ihnen im Falle einer beträchtlichen Alkoholisierung ja auch der Führerschein abgenommen. Nur jene Radfahrer, die die Verkehrsregeln nicht kennen (vulgo: keinen FS haben) werden nicht bestraft.

Ignaz gartengschirrl
00
25.8.2011, 15:33

wenn man am fahrrad betrunken erwischt wird kann einem der führerschein entzogen werden was mit erheblichen kosten verbunden ist diesen wieder zu bekommen.

was passiert eigentlich wenn ich keinen führerschein besitzen würde? fällt die geldstrafe dann eigentlich dementsprechend höher aus.

g p m x
10
22.8.2011, 19:05
derstandard > panorama > wien

sehr interessant.
und wie ist das im rest von oesterreich?

Brel
01
23.8.2011, 12:32
warum?

haben die leut dort' dort einen führerschein?

Leser103
02
22.8.2011, 16:43
zusammen?

"0,1 Promille dürfen mehrere Verkehrsteilnehmer maximal haben":

pro person bei einem vollen pkw also 0,02?
wenn 2 zusammenprallen jeder 0,05?..

Am Punkt
910
22.8.2011, 16:19

ich will ja nicht am thema vorbeischrammen, aber es gibt autofahrer die sind nüchterner eine grössere gefahr wie ich wenn ich ma 8 halbe reinstell!

leider tatsache!!

black jack
00
24.8.2011, 10:22

Solche großspurigen Aussagen kannst tätigen, wennst nachweislich Autofahren kannst wie Schuhmacher.

martial
02
23.8.2011, 00:33

Das mag vielleicht sogar richtig sein, aber: erstmal Verantwortung für sich selber übernehmen. Sie sind mit Alkohol im Blut eine wesentlich größere Gefahr im Straßenverkehr als wenn sie nüchtern sind, also liegts erstmal in ihrer Verantwortung ihre Mitmenschen (und sich selber) nicht unnötig zu gefährden.

Am Punkt
00
23.8.2011, 13:43

ich habe in keinster weise erwähnt dass ich das mache!
wäre wohl wirklich zu gefährlich!

was ich sagen wollte ist dass der führerschein grundsätzlich nur vergeben werden sollte wenn das auto wirklich beherrscht wird.

Abernein
00
27.8.2011, 20:02

mehr als keiner weise geht nicht

Paulschneider
23
22.8.2011, 17:00

Es gibt Leut, die schreiben nüchtern einen größeren Schmarrn zsamm als ich nach 7,8 Halbe samt Pregler. Trotzdem schau ich drauf, dass ich in diesem Zustand nicht mehr im Standard-Forum rumgeister.

Am Punkt
23
22.8.2011, 16:40

also ich finde meinen beitrag nicht unnötig :-)

hanslblasta
00
22.8.2011, 21:25

unter Alkoholeinfluss? ...

tho_mi
00
22.8.2011, 15:55

Wieso führt man nicht ne allgemeine 0,1 Promille-Grenze ein?

the_suck
00
23.8.2011, 03:19

weil es abgesehn vom Alk andere Probleme birgt, man lernt in der Fahrschule sich in der Probezeit von Apfelsaft fernzuhalten ... weil da schon durch die normale Verdauung mehr als 0,1 zusammen kommen können

Tussitherapeut
10
24.8.2011, 12:10

klar, und wenn man 2 liter apfelsaft trinkt, machen sich schon erste koordinationsprobleme bemerkbar.

hat man in der fahrschule hoffentlich auch eindringlich vor rumkugeln und weinessig am salat gewarnt?

ManDi77
00

Bei 2 Liter Apfelsaft besteht die erhebliche Gefahr des Schurzens ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=bjhwQd1G9HM

Nikolas Phis
00
22.8.2011, 22:00

bei aller verständlichen vorsicht, wozu soll das gut sein? nach einem bier kann man problemlos fahren. das unfallrisiko steigt praktisch so gut wie nicht an.

der Bastard, der dich nachhause bringt
22
22.8.2011, 15:54

Also ich finde, es wird noch immer zu wenig kontrolliert.

Bin im Jahr 25-30 tkm mit dem Auto unterwegs (auch am Wochenende in der Nacht) und bin seit 3 1/2 Jahren nicht mehr kontrolliert worden.
(und da bin ich keineswegs auf Schleichwegerl ausgewichen!)

Die sollen von mir aus an einem Dienstagnachmittag in einer kleinen Nebenstraße stehen und jeden, der vorbeikommt so einen Vortester unter die Nase halten...

Jim-Morisson
00
22.8.2011, 20:13

fahren sie mal fahrrad bin in den letzten 6 monaten 3 mal angehalten worden 1 mal mit alkotest.

kein einziges mal eine strafe bekommen wurde anscheinend nur mal so kontrolliert und alkotest zum drüberstreuen-vielleicht finden wir doch etwas.

bin neugierig wenn es für mich den ersten drogentest beim radfahren gibt.

loer
00
29.8.2011, 13:35

da wird's dann eng, oder ?

RobinBGH
00
24.8.2011, 11:47

An anderer Stelle habe ich hier geschrieben, dass die Polizei in Oesterreich es speziell auf die Radler abgesehen hat. Ich habe naemlich aehnliche Erfahrungen gemacht.

Sie koennen ja die roten Stricherln zaehlen gehen... Anscheinend darf man manche Sachen hier nicht sagen :-P

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