Uni-Finanzierung

Töchterle: "Kredite schieben das Problem auf die lange Bank"

21. August 2011, 15:29
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    apa-foto: herbert pfarrhofer

    "Mehr Geld allein löst keine Strukturprobleme."

Schieflagen bei Uni-Andrang müssten auf europäischer Ebene diskutiert werden

Wien - Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle hält wenig von der Idee, die Finanzprobleme der Universitäten durch staatlich geförderte Kredite zu lösen, wie der Vizepräsident der Universitätenkonferenz und Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien, Gerald Bast, im Interview mit derStandard.at vorgeschlagen hat. "Auch Kredite sind Steuermittel und müssen finanziert werden. Sie lösen in meinen Augen nicht das Problem, sondern schieben es auf die lange Bank", sagte Töchterle am Sonntag zum STANDARD. Eine derartige Kredit-Lösung wäre außerdem "eine Frage des gesamten Haushaltsrechts des Bundes". 

Die Diagnose selbst teilt Ex-Rektor Töchterle mit Rektor Bast: "Klar ist: Die Unis brauchen mehr Mittel. Aber mehr Geld allein löst keine Strukturprobleme. Wir brauchen strukturelle Maßnahmen." Dazu zählt der Wissenschaftsminister Zugangsregelungen, denn: "Universitäten haben gewisse Kapazitäten. Die müssen sie auch leben dürfen." Zusätzlich forciert er weiter das Thema Studiengebühren, vor allem um von ausländischen - sprich: den vielen deutschen Studierenden - "einen Beitrag zur Finanzierung unserer Universitäten" zu bekommen. Im Hinblick auf die anstehenden Budgetverhandlungen im Herbst zeigt Töcherle fast schon autosuggestiven Optimismus, dass es vom Finanzministerium mehr Geld für den Hochschulbereich geben werde.

Zu Rektor Basts Vorschlag, die Regierung solle doch angesichts des Studierendenandrangs aus Deutschland versuchen, aus den EU-Strukturfonds, die regionale Ungleichgewichte ausgleichen sollen, Geld für die Unis zu holen, sagt Töchterle, dass diese "Schieflagen auf europäischer Ebene diskutiert werden müssen. Dazu war ich bereits mit meiner polnischen Amtskollegin in Kontakt, und das Thema wird auf unsere Initiative im Zuge der polnischen Ratspräsidentschaft in diesem Halbjahr thematisiert." (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, 21.8.2011)

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19 Postings
Saurer Zivi
21
22.8.2011, 14:34
wieder kein einziges wort zur aufbrechung der verschulung des systems! gerade die systemimmanenten anwesenheitspflichten...

der studierenden ziehen enorme kosten nach sich.

warum dürfen sich bereitwillige (großteils berufstätige) studierende nicht mit e-learning u ideal aufbereiteten materialien auf eine standardisierte prüfung vorbereiten? diese frage steht unbeantwortet im raum.

wozu brauchen wir österreichweit dutzende einführungen in die/den/das ...xy... ?

der intern. beste prof hält diese vorlesung, das wird auf video aufgezeichnet u den studierenden zur verfügung gestellt - samt Begleit- u Übungsmaterialien.

Einsparung: enorm! Milliarden, denen Töchterle&Co nachhecheln.

Es ist ganz im Gegenteil nicht die Erhöhung der Zugangsbarrieren, sondern die Erweiterung zum Zugang des Wissens erforderlich.

Und dafür muss die ö Politik alles tun!!

Susi Wolf
00
"Der beste Prof" ist der, der auf seine Studierenden eingeht,

sie dort abholt, wo sie stehen, und sie zu eigenem Denken und einen wissenschaftlichen Diskurs anregt. Wie das durch irgendeine fachliche Koryphäe über e-learning am Computerkastl gehen soll, .... ????

Die besten Unis der Welt zeichnen sich durch eine hochgradig auf den einzelnen Studierenden abgestellte individuelle Betreuung von wenigen Studis durch sehr gutes Personal aus.

Ihr Vorschlag auf die r.k. Kirche umgemünzt würde so in etwa heißen, dass man sich das dämliche Predigen von Ortspfarrern erspart und statt dessen den Papst oder einen Superprediger jeden Sonntag weltweit per Videobotschaft im Sonntagsgottesdienst auftreten lässt. Wow! DAS wird die Kirche revolutionieren!

In den USA gibt es die Fernsehprediger schon!

grimsvotn eyjafjallajökull
00
25.8.2011, 14:24
saurer

e-learning mit weitgehender, freier Einteilung gibt es bereits am Juridicum Linz.

Loxoceles
21
22.8.2011, 20:20

"warum dürfen sich bereitwillige (großteils berufstätige) studierende nicht mit e-learning u ideal aufbereiteten materialien auf eine standardisierte prüfung vorbereiten?"

Der wahre Grund dafür:
Weil das stark am Ego der Vortragenden kratzen würde und den Narzissmus der Professoren zu wenig pflegt. Schaut doch blöd aus, wenn man Vorlesung hält, und es sitzen nur 10 Leute drinnen.

sonne-licht
 
21
22.8.2011, 10:52
was ist mit den unis passiert?

habens zuwenig studenten ausgebildet, die für die unis in österreich geld über haben?

wo ist das budget in den vergangenen jahrzehnten in den unis verschwunden?

warum ist das niveau immer mehr zurückgegangen der auszubildenden/ausgebildeteten studenten? wo sind sie?

wie können unis finanziert werden?
privat/staatlich/wirtschaftlich

warum wird nicht endlich mit allen unirektoren/lehrpersonal und öh-funktionären ein massnahmenkatalog mit lösungen ausgearbeitet und der regierung vorgelegt? warum treten nicht alle miteinander für unis ein?

was dauert in österreich immer so lange bis sich etwas verändert?

welche die nicht mitarbeiten wollen, sollen ihr niveau für sich behalten und nicht teilen

nur zu fordern ist zu wenig!

Loxoceles
02
22.8.2011, 20:25

"wo ist das budget in den vergangenen jahrzehnten in den unis verschwunden?"

In den Gebäudemieten für die BIG und in den neuen Personalnebenkosten seit der Ausgliederung. Diese kosten gab es vorher für die Unis nicht. Ersatz für diese neuen Kosten bekamen sie keinen. Daher musste man eben bei Forschung und Lehre sparen.

"warum ist das niveau immer mehr zurückgegangen der auszubildenden/ausgebildeteten studenten?"

Weil an wissenschaftlichen Stellen eingespart werden musste, um og. neue Ausgaben leisten zu können, gleichzeitig aber den Unis die finanziellen Mittel gekürzt wurden.
Es steht zu wenig kompetentes Personal zur Verfügung. Freie Stellen wurden vor allem durch billige Mitarbeiter besetzt, Niveau fallend.

trollvottel
01
22.8.2011, 14:56

a) Es ist Aufgabe des Staates, die Unis zu finanzieren. Du scheinst zu unterstellen, dass Absolventen die Uni finanzieren müssten -- das ist nur in einigen wenigen Ländern so (Höhere Steuern für Akademiker; dafür kriegen Studierende Gratis-Stips).

b) Zum Beispiel wurde die früher im Ministerium angesiedelte zentrale Verwaltung den Unis übergeben; "Autonomie" hieß das Schlagwort. Der Bund spart sich Hunderte Beamte; die Unis mussten aber teuer Personal einstellen und erhielten nicht mehr Geld. Die Unis kriegen heute soweit ich weiß deutlich weniger (in Anteil am Gesamtbudget) als je zuvor.

c) LOL weil die Regierung sich sowas anschaut und dann drüberfährt? Konstruktive Ansätze sind an Personen wie Gehrer und Höllinger gescheitert.

Kondratjew -Zyklus
 
03
22.8.2011, 04:40
Wenn ich das Wort "Schieflage" im Zusammenhang mit den heruntergewirtschafteten Universitäten höre, kommt mir das Frühstück hoch.

Hätte nicht gedacht, dass man die vergangenen Wissenschaftsminister/innen noch unterbieten kann.

http://www.bmukk.gv.at/ministeri... l#toc3-id2

academius
123
21.8.2011, 16:21

Professor Töchterle steht für eine nachhaltige und seriöse Bildungspolitik. Er war selbst Rektor und weiß genau, was die Universitäten brauchen. Als Unabhängiger kann ihm niemand vorwerfen, er würde Parteipolitik betreiben. Die ÖVP steht dennoch für eine kluge Politik der Universitätenförderung, während die Sozialisten das Bildungsniveau lediglich drücken wollen, um mit Hilfe ihres Boulevards expandieren zu können.

yofrog
00
23.8.2011, 17:27

sweet. realsatire?

smea_gol
00
22.8.2011, 15:07

habts ihr in der lichtenfelsgasse auch einen clown-kostüm-verleih?
nein?
naja, stimmt, ist eh eher kasperltheater.
geschichten aus dem märchenwald.

Got Your Nose!
12
21.8.2011, 22:23

ach. sie mal wieder. wie war der urlaub?

jcMaxwell
18
21.8.2011, 16:43

amen.

nur so nebenbei, propaganda worthülsen mit dem ewigen kampf zwischen christlich-sozialen und sozialisten gehören nun doch eher ins vorige jhdt. und helfen nicht, eine lösung unserer bildungsmiserie zu erlangen.

Gerald Nessmann
71
21.8.2011, 17:37
Da bin ich anderer Meinung

Konservatives Gedankengut (mit dem die VP immer weniger gemein hat) sollte sich durchaus dem Sozialismus dezediert entgegenstellen und ihm zurueckdraengen. Denn Sozialismus kann nur zu Einem fuehren: Staatskollaps. Das wurde schon zig mal empirisch vorgefuehrt.

smea_gol
01
22.8.2011, 15:08

ja, das letzte mal mit der internationalen finanzkrise. genau.
ein "sozialistisches" staatsversagen.

ach wie schön waren die zeiten der schwarz-blauen korruption.

gehen sie mal zum aufgen und ohrenarzt.
oder zum neurologen.

Fritz Meyer
12
22.8.2011, 07:10
"Denn Sozialismus kann nur zu Einem fuehren"

Die derzeitigen Krisen sind auf den Sozialismus zurückzuführen? Und sogar die USA sind ein sozialistisches Land?

Donnerwetter! Was Sie für Informationsquellen haben müssen!

Susi Wolf
00
"Denn Sozialismus kann nur zu Einem fuehren: Staatskollaps." Stimmt!

Aber damit ist noch lange nicht gesagt, dass JEDE Staatskrise auf den Sozialismus zurückzuführen ist.
Es gibt auch Krisen und Zusammenbrüche von Staaten, die keine sozialistische Ursache haben. Das ändert aber nix daran, das Sozialisten langfristig durch ihre hemmungsloses Schuldenmachen jedes Gemeinwohl in den Ruin treiben.

Und noch eine kleine Analogie für alle Dumpfbacken, denen das bisherige zu kompliziert war:

Die Aussage "Jeder, der aus einem Flugzeug in großer Höhe ohne Fallschirm abspringt, stirbt." bedeutet noch lange nicht, dass jeder Mensch, der stirbt, aus einem Flugzeug in den Tod gesprungen ist.

Susi Wolf
00
"Sozialismus kann nur zu einem Denn Sozialismus kann nur zu Einem fuehren: Staatskollaps.

Got Your Nose!
00
21.8.2011, 22:25

aber das festhalten und einbetonieren von zuständen der teilung und der differenzierung in stand, vermögen und bildung ist ein erstrebenswertes ziel? das hört sich für mich nach dem vorletzten jahrhundert an.

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