"Zu wenig koordinierte Politik bei der Konsolidierung der Staatsfinanzen"
Berlin - Nach Deutschlands Bundeskanzlerin Angela
Merkel hat sich auch Außenminister Guido Westerwelle für eine
stärkere europäische Integration als Antwort auf die Schuldenkrise
ausgesprochen. "Ich will die Vereinigten Staaten von Europa noch
erleben", sagte der FDP-Politiker dem Nachrichtenmagazin "Focus".
"Niemand wird ausgeschlossen. Aber genauso soll niemand diejenigen
ausbremsen können, die sich auf den Weg machen wollen in Richtung
mehr Wettbewerbsfähigkeit, Zusammenarbeit und Koordination." Man
solle einzelnen EU-Staaten ermöglichen, auch dann enger
zusammenzuarbeiten, wenn darüber kein Konsens zwischen allen 27
Mitgliedstaaten herrsche.
Die Ursache für die aktuellen Krisen sind nach Westerwelles
Ansicht nach nicht zu viel, sondern zu wenig Europa. Zwar gebe es
eine einheitliche Währung, aber noch zu wenig koordinierte Politik
bei der Konsolidierung der Staatsfinanzen, sagte der deutsche
Außenminister. Angesichts der Schuldenkrise hatte Merkel gemeinsam
mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy für eine
europäische Wirtschaftsregierung geworben. (APA/Reuters)