Regenguss verzögert Benedikts Rede um zwanzig Minuten
Madrid - Bei einem Unwetter während einer
Papst-Ansprache auf dem Weltjugendtag in Madrid sind sieben Menschen
verletzt worden. Wie die Rettungsdienste in der Nacht zum Sonntag
mitteilten, war bei einer Gebetswache unter freiem Himmel ein
Lichtmast infolge eines plötzlich aufgekommenen Sturms umgestürzt.
Der Mast habe zwar keine Teilnehmer der Zeremonie getroffen, aber
mehrere Zelte zum Einsturz gebracht. Dabei erlitten sieben Gläubige
Knochenbrüche und Prellungen. Der Zwischenfall ereignete sich bei
einer Gebetswache auf dem Flughafengelände Cuatro Vientos vor den
Toren der spanischen Hauptstadt. Papst Benedikt XVI. hatte wegen des
Unwetters eine Ansprache unterbrechen müssen.
Die Zeremonie konnte aber nach etwa 20 Minuten fortgesetzt werden.
An der Wache nahmen Hunderttausende von Gläubigen teil. Auf dem
Flughafen hält der Papst am Sonntag den Abschlussgottesdienst des
Weltjugendtags. Dazu werden mehr als eine Million Menschen erwartet.
Tausende von Gläubigen campierten in der Nacht nach der Gebetswache
auf dem Gelände.
"Danke für das Ausharren, wir sind stärker als der Regen", sagte
Benedikt, der auf die geplante Ansprache verzichtete. Während der
Wache konnten fünf junge Männer und Frauen dem 84-jährigen Papst
Fragen stellen. Dazu gehörte auch eine junge Berlinerin, die nach
eigenen Worten nicht der Kirche angehört und wissen wollte, ob sie
heutzutage angesichts der veränderten Wertvorstellungen noch Christin
werden könne.
Schon Stunden vor der Gebetswache hatten sich Zehntausende auf dem
Flughafengelände eingefunden und bei einer Hitze von mehr als 40 Grad
auf den Papst gewartet. Sanitäter mussten mehreren hundert jungen
Leuten Hilfe leisten. Nach dem Eintreffen Benedikts brachte das
Wetter Abkühlung. Der Papst nahm etwa zwei Stunden lang an der
Gebetswache teil und zog sich dann zur Nachtruhe in die Nuntiatur
(Botschaft des Vatikans) zurück.
Am Morgen hatte Benedikt bekräftigt, wie wichtig ihm
unverheiratete Priester in der katholischen Kirche sind. Gott zu
dienen, inspiriere zu der Entscheidung, den Zölibat (Ehelosigkeit) zu
leben, sagte er vor Tausenden jungen Seminaristen in einer Messe. Es
gehe auch um "die Abkehr von den irdischen Gütern, die
Anspruchslosigkeit und den aufrichtigen, ungeheuchelten Gehorsam".
Katholische Reformkräfte fordern von Rom schon lange, den Zölibat für
Priester zu lockern. "Macht euch von allen menschlichen Wünschen
frei", mahnte der Papst dagegen in der Almudena-Kathedrale die
Seminaristen. (APA)