Tausende demonstrierten gegen den Papst

20. August 2011, 08:40

Der leitete die Kreuzweg-Prozession beim Weltjugendtag in Madrid

Madrid - Überschattet von erneuten Protesten hat Papst Benedikt XVI. auf dem Weltjugendtag in Madrid eine Kreuzweg-Prozession geführt. Jugendliche aus 15 Ländern trugen am Freitagabend im Zentrum der spanischen Hauptstadt ein Kreuz vorbei an 14 Stationen, an denen an die Leiden von Jesus Christus und die "Sünden der Menschheit" erinnert wurde. Währenddessen demonstrierten wieder tausende Menschen gegen die Kosten des Papstbesuchs.

An den 14 Stationen des rund 700 Meter langen Kreuzwegs auf dem Paseo de Recoletos befanden sich kunstvolle Statuen aus ganz Spanien, die an den Weg Christi zur Kreuzigung und seine Auferstehung erinnerten. Jugendliche aus dem Irak, Ruanda, Haiti und anderen Ländern wechselten sich ab, das Kreuz zu tragen und Texte zu verlesen, in denen an Probleme wie Krieg, Hunger sowie Missbrauch erinnert wurde. Das Ansehen der katholischen Kirche hat angesichts zahlreicher Missbrauchsvorwürfe gegen Priester in den vergangenen Jahren stark gelitten.

Benedikt XVI. hatte zunächst den Kreuzweg im Papamobil abgefahren, bevor er sich auf dem Cibeles-Platz auf einer Bühne niederließ. In einer Ansprache rief das Oberhaupt der weltweit 1,2 Milliarden Katholiken die hunderttausenden Jugendlichen auf, nicht am menschlichen Leid vorüberzugehen, sondern ihre Liebe und ihr Mitgefühl zu geben. Währenddessen versammelten sich wenige hundert Meter entfernt tausende Demonstranten, um gegen die hohen Kosten des Papstbesuchs und die gewaltsame Auflösung einer Protestkundgebung am Vorabend zu demonstrieren.

Das katholische Kirchenoberhaupt mit dem spanischen König Juan Carlos und dem sozialistischen Regierungschef Jose Luis Rodríguez Zapatero. Zapatero und der Papst riefen die internationale Gemeinschaft zur stärkeren Hilfe bei der Hungersnot in Afrika auf, wie Kathpress meldet. Wie die spanische Regierung am Freitag auf ihrer Internetseite mitteilte, übermittelte Zapatero dem Papst auch seine Überzeugung, dass mit Blick auf die Unruhen in der arabischen Welt eine demokratische Gesellschaft in den arabischen Ländern die beste Garantie für Religionsfreiheit sei.

Benedikt XVI. war am Donnerstagmittag bei seiner Ankunft in Madrid begeistert von hunderttausenden Jugendlichen empfangen worden. Angesichts der verbreiteten Jugendarbeitslosigkeit und der Haushaltsprobleme des Staates gab es aber bereits im Vorfeld heftige Kritik an den hohen Kosten des Papstbesuchs. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 64
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Luky Pozzo
01
22.8.2011, 13:09
Sünden der Menschheit

Warum in die Ferne schweifen und an 14 Stationen vorbeiziehen, wenn die Sünden so nahe liegen?

Die spanische Krone, ihre Militärs haben mit Unterstützung der katholischen Kirche die Indigenen in Mexiko und Peru ausgerottet - der Herr Papst Benedikt interpretiert es so: Sie hätten die "Befreiung herbeigesehnt" (O-Ton auf seiner Reise nach Brasilien) ...

Aufbauend auch auf dem Antisemitismus, den seit Jahrhunderten unter anderem katholische Geistliche geschürt hatten (Abraham a Santa Clara etc.), wurden Jüdinnen und Juden immer und immer wieder Opfer von Pogromen - der Papst betet im Jahr 2010, dass "die Juden zum rechten Glauben finden mögen"...

Pistazieneis
13
20.8.2011, 18:43
Interessant wie "Der Spiegel" berichtet:

"Und hier filtert sich nebenbei eine andere Erzählung vom gewalttätigen Beginn des Papst-Besuchs heraus: Da war ein radikaler Trupp von Papstgegnern, der sich aus der genehmigten Demonstration entfernt hatte, um die Teenager-Pilger in der Puerta del Sol zu attackieren. Sie spuckten und pöbelten und brüllten 'haut ab, haut ab'.
Ein ecuadorianischer Junge weinte und fragte: 'Wo sollen wir denn hin?'. Auch andere bekamen Angst. Irgendwann griff die Polizei ein. In den Nachrichten lief die Sache dann unter der Schlagzeile: 'Polizei prügelt auf Papstgegner ein'. Womit der Papst mal wieder sein wahres Gesicht gezeigt hätte: Lässt auf Demonstranten eindreschen, die mit seiner Prunksucht nicht einverstanden sind. Typisch Kirche."

gnadevorrecht
149
20.8.2011, 10:49
@Redaktion: Ist es Ihnen nicht peinlich und ist es nicht unter Ihrer (journalistischen) Würde, eine derartig offensichtlich überzeichnete Anti-Papst-Propaganda zu machen? (Auch wenn Sie weltanschaulich ganz anders als der Papst denken)

Hunderttausende feiern den Weltjugendtag mit dem Papst - Ihnen ist jedoch nur ein Bericht über ein paar Tausend - mühsam von den Kommunisten zusammengekratzten Anti-Papst-Demonstranten eine Schlagzeile wert, damit beim Lesen der Überschriften der (falsche!) Eindruck entsteht, ganz Spanien hätte sich gegen den Papstbesuch verschworen.

Uns Christen ist ein uns entgegengebrachter Widerstand ohnedies kein taugliches Argument gegen den Glauben. Selbst in den Evangelien ist von öffentlichen Auftreten von "Demonstranten" gegen Jesus Christus die Rede: "Bringe Deine Jünger zum Schweigen!"

Seine Antwort: "Wenn jene schweigen, werden die Steine schreien!"

Dr.mumunator
24
20.8.2011, 12:18
Nein

ist hier leider Standard der linken Medien. Propaganda at its best.

Biha
34
20.8.2011, 12:04

wenige haben was gegen den glauben der sektierer, viele sehen aber nicht ein für wahnvorstellungen anderer zu blechen...

an kog
02
20.8.2011, 11:17

Bitte einfach ruhig bleiben und die Kampfrhetorik in der Tasche lassen (und zwar alle, es geht eh schon schlimm genug zu und her auf dieser Welt, da braucht es nicht auch noch kämpferische Katholiken).
Als Katholik sollten Sie auf die ruhigen, bedächtigen und gewaltfreien Worte des Papstes hören und nicht wütend werden.

Dieser ganze Konflikt (so es denn überhaupt einer ist) ist doch sowieso nur ein Stellvertreterkonflikt.

Dass die Katholiken wieder so ernst genommen werden, erstaunt mich jedenfalls, denn ich dachte die Zwiste zwischen der Kirche und ungläubigen seien langsam auf einem unaufgeregt vernünftigen Boden angelangt. Aber offenbar weit gefehlt...

joschi b
02
20.8.2011, 12:10

Naja, wieso sollten Hunderttausende weniger ernst genommen werden als Tausende?

an kog
11
20.8.2011, 12:37

"Ernst" im Sinne von: "dagegen auftreten und demonstrieren".

Kontrahent1
33
20.8.2011, 11:06
Diese Intoleranz

Gläubigen gegenüber ist schon fast wie die Inquisition. Ich brauche für mich selber keine Glaubensgemeinschaft aber deswegen polemisiere und demonstriere ich doch nicht gegen jene, welche einer bedürfen! Und Propaganda für diese Demonstranten finde ich abstossend.

aufbauender Vollabbau
417
20.8.2011, 10:42

Vor nicht all zu langer Zeit, hätte die Inquisition für die Aufmüpfigen einen kleinen Scheiterhaufen installiert, um sich "kleinerer" Unstimmigkeiten zu entledigen.

Und irgendwie stimmt mich die gemeinschaftliche kognitive Dissonanz um den Papst(die Kirche) nicht wirklich missmutig, empfinde sogar Freude.

Meinerseits ein ernst zu nehmender Wunsch:
Eine Gesellschaft ohne Religionen.

Mike 23
00
20.8.2011, 13:00
Nicht die Inquisition

Die Inquisition hätte ein Verfahren gegen die Aufmüpfigen geführt und diese am Ende des Verfahrens vielleicht den weltlichen Behörden übergeben.
Diese hätten dann aufgrund weltlichen Rechts (welches sehr an der Kirche orientiert war), die Aufmüpfigen verurteilt und vielleicht am Scheiterhaufen verbrannt.

Gleiches hätte den Aufmüpfigen natürlich auch in evangelischen Gebieten passieren können, die genauso gerne mittels Ermordung gegen alle möglichen ungewollten Mitmenschen vorgingen.

Michael

an kog
01
20.8.2011, 11:24

Ganz offenbar wird es wohl so schnell keine Gesellschaft ohne Religionen geben.
Anscheinend sind Religionen ein Bedürfnis eines nicht geringen Anteils der Menschheit.

Ihr Wunsch mag ernst gemeint sein, realistisch ist er jedenfalls nicht.

Ein unaufgeregtes zusammenleben, ohne dass man sich gegenseitig übertrieben drein redet und weh tut wäre realistischer Weise das bestmöglich was zu erreichen ist.

Ich denke zwischen den europäischen Christen und mir (ich will ja nicht für alle ungläubigen sprechen) ist das halbwegs gelungen.

Fast Rock
82
20.8.2011, 11:15

Gibt es tatsächlich Leute, die allen Ernstes glauben, dass ohne Religionen die Menschen in liebevoller Eintracht leben würden????
Ist Kindesmissbrauch außerhalb der Kirche "guter" Missbrauch? Ist Krieg ums Öl ein "guter" Krieg?
Ich glaube, es würde absolut gar nichts besser werden.

oink
00
20.8.2011, 12:18

politisch mächtige menschen mißbrauchen die religionen, um "einfache" menschen dazu zu bringen, ihr leben dafür zu riskieren oder sogar zu lassen um noch mächtiger zu werden. machtkämpfe im namen des herrn.

glaube ist gut und liegt in der natur des menschen. im 21. jahrhundert sollte allerdings jeder eigenständig in der lage sein, herauszufinden woran er glaubt und was ihm wichtig ist. ohne verbote und religöse führer. und selbstverständlich - und darum geht es bei den protesten in madrid - mit einer klaren trennung von staat und kirche.

Tomee
11
20.8.2011, 12:46
glaube ist eine prothese

wissen ist gut.

Tomee
00
21.8.2011, 11:25
auch ohne

rot weiss ich dass für viele hier wissen schlecht ist. danke für die bestätigung!

Kontrahent1
21
20.8.2011, 11:09
Haben Sie die gleichen Gefühle

auch bei Berichten über den Hadj? Oder beim rituellen Bad im Ganges? Da geht es aber entschieden hysterischer zu!

aufbauender Vollabbau
13
20.8.2011, 11:32

Nein, ich empfinde keine Schadenfreude!
Sondern es ermutigt mich, dass es heutzutage Menschen gibt und es prinzipiell möglich ist, sich fast ohne Konsequenzen gegen die Kirche und im allgemeinen gegen Religionen aufzulehnen oder sie gar einfach zu ignorieren. Zumindest hierzulande.
Das empfinde ich als überaus großen Fortschritt.

Meine Freude findet ihren Ursprung in der Vernunft. Und alle, die das erkennen, unterstütze ich von Herzen.

Kontrahent1
00
20.8.2011, 11:43
Da ich schon vor Jahren

diese Glaubengemeinschaft verließ und mich spirituell so etwa zwischen Diderot und Zen-Buddhismus wiederfinde, kann ich Ihre Einstellung zwar nachvollziehen, aber nicht teilen. (Übrigens ist ein zweites, weit kritischeres posting von mir erst garnicht veröffentlicht worden. Soviel zu dem, was im 'Standard' Forum genannt wird;-)

Tomee
10
20.8.2011, 11:21
ich schon

riesen asammlungen von hysterischen psychotischen typen die in namen einer fiktiven person bereit sind unglaubliche gräueltaten zu verrichten. traurig.

joschi b
33
20.8.2011, 10:50

können sie ihre behauptung im ersten satz auch irgendwie belegen oder dient sie nur dazu, den begriff „inquisition” in die diskussion um den papstbesuch einzustreuen?

aufbauender Vollabbau
07
20.8.2011, 11:05
Nichts Neues, oder??

Als 1555 Kardinal Gian Pietro Carafa zum Papst gewählt wurde und den Namen Paul IV. annahm, drängte er auf die energische Verfolgung "Verdächtiger", auch Bischöfe und sogar Kardinäle wurden nicht ausgenommen.

Binnen weniger Jahre verlagerte der Papst den größten Teil der Kontrolle über die Inquisition aber auf die weltlichen Herrscher, die spanische Inquisition wurde zu einem Instrument des Staates.

Die spanische Inquisition war vor allem in protestantischen Gebieten für ihre Grausamkeit bekannt. Insbesondere gegen Marranen, Juden und allgemein gegen Verdächtige usw.

ZB "Die neue Inquisition" des bekannten Religionswissenschaftlers Prof. Dr. Hubertus Mynarek entnommen.

joschi b
10
20.8.2011, 11:26

Dann gilt es hier meiner Meinung nach zu unterscheiden zwischen Kirche und Staat, da ja der weltliche Herrscher, so gläubig und treu im Dienst der Kirche er auch scheinen mag, sicherlich immer auch die Staatsinteressen berücksichtigt. Und in diesem Sinne waren die Mohammedaner oder Juden sicherlich auch ein großer Unsicherheitsfaktor. Die kirchliche Inquisition war doch eher auf Aufmüpfige in den eigenen Reihen gerichtet, nicht auf Andersgläubige, auch wenn hier sicherlich grobe Fehler begangen wurden.
Allerdings hat sich hier in den letzten Jahren doch vieles zum Besseren gewandelt.

aufbauender Vollabbau
01
20.8.2011, 11:43

Das waren keine groben Fehler, sondern abscheulichste Grausamkeiten gegenüber der privaten Freiheit tausender? Menschen. Wenngleich ist es zu hinterfragen, wie es um die freie Wahl persönlich orientierter Interessen oder spiritueller Entwicklungsmodi stand und steht.

Und Gewalt zu verharmlosen finde ich bedenklich!
Ein mea culpa entschuldigt mal gar nichts! Am Hierarchieapparat und Machtgefüge der Kirche hat sich bis heute wenig geändert.

joschi b
01
20.8.2011, 12:03

falls mein Posting nach Gewaltverharmlosung klingt, bitte ich dies zu entschuldigen, war nicht so gemeint.

Ein mea culpa entschuldigt zwar vielleicht nichts und ist ein Eingeständnis von Fehlern (abscheuliche Grausamkeiten), die im Laufe der 2000jährigen Geschichte der Kirche begangen wurden, allerdings kann hierfür der jetzige Papst genausowenig wie jeder einzelne jetzt lebende Katholik.

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