BW Linz schlägt Altach, LASK gewinnt bei Grödig, St. Pölten gegen Hartberg - FC Lustenau siegt im Stadtderby
WAC/St. Andrä muss um die Tabellenführung in der Ersten
Fußball-Liga bangen. Die Kärntner, die zuletzt nach 3:0-Führung noch
3:4 in Hartberg und damit erstmals in dieser Saison verloren hatten,
kamen im Heimspiel der achten Runde gegen die Vienna nicht über ein
2:2 (1:0) hinaus und lagen damit vor dem Lustenauer Derby am
Freitagabend nur noch zwei Punkte vor Bundesliga-Absteiger LASK und
der Austria aus dem "Ländle" in Front.
Der WAC, der nun schon seit dem 4. März (1:2 gegen FC Lustenau)
bzw. zehn Runden (sechs Siege, vier Remis) zu Hause ungeschlagen ist,
agierte von Beginn an sehr bemüht. Zwingende Chancen blieben aber
vorerst aus, auch weil die in Hälfte eins ganz auf Konter
ausgerichtete Vienna in der Abwehr sehr aggressiv agierte. Erst
Stephan Stückler brach nach Kerhe-Stanglpass mit seinem fünften
Saisontreffer den Bann (38.).
Danach verabsäumten es die Hausherren, die Vorentscheidung zu
erzwingen, weil sie im Abschluss zu fahrlässig agierten. So landete
ein Jacobo-Schuss an der Stange (64.), und Falk scheiterte aus kurzer
Distanz an Traby (75.). Im Gegenzug fiel dann das 1:1, nach
Salvatore-Flanke war Matthias Hattenberger mit dem Kopf zur Stelle.
Und nach einem Strafraum-Foul von Jovanovic an Kröpfl (85.) schien
schon alles auf den ersten Auswärtssieg der Vienna seit dem 15. April
hinzudeuten.
Denn Christoph Mattes erzielte aus dem Strafstoß die Führung für
die Döblinger, nachdem der Penalty-Verursacher mit Gelb-Rot vorzeitig
unter die Dusche geschickt worden war. Doch nach einem Freistoß von
Zakany besorgte Christian Falk per Kopf noch den Ausgleich. Es war
der bereits sechste Treffer des Torjägers und Führenden der
Schützenliste.
Austria Lustenau patzt gegen FC
Austria Lustenau konnte im Derby gegen den FC Lustenau den WAC-Ausrutscher nicht zum
Sprung an die Spitze nützen können. Im Gegenteil, der Cup-Finalist
ging im Lustenauer Derby vor 6.500 Zuschauern beim FC völlig verdient
1:3 (0:1) unter und büßte mit der ersten Saisonniederlage sogar einen
Punkt auf die Wolfsberger ein. Die Austria aus Vorarlberg musste erstmals seit dem "legendären" 3:5 am 20. Mai bei der Admira bzw.
acht Spielen eine Liga-Niederlage zur Kenntnis nehmen.
Der FC Lustenau, der zuvor in zwölf Heimspielen nur einen einzigen
Sieg gefeiert hatte, war als Tabellenvorletzter und nach zuletzt drei
Derby-Niederlagen en suite als ganz klarer Außenseiter in das Match
gegangen, machte aber von Beginn weg das Spiel gegen eine überheblich
wirkende Austria, die erst in Minute 63 erstmals aufs Tor schoss.
Beim 1:0 nützte David Witteveen einen Abstauber, nachdem Schlussmann
Kofler einen Vanderhoegt-Kopfball zu kurz abgewehrt hatte (25.).
Auch danach blieb der FC am Drücker, wobei erst ein katastrophaler
Querpass von Verteidiger Pöllhuber am eigenen Strafraum das 2:0
einleitete. Austria-Schlussmann Kofler stoppte den durchbrechenden
Kofler per Notbremse, sah dafür aber nur Gelb (55.). Den fälligen
Elfer verwertete Witteveen sicher (56.), nur zwei Minuten später
erhöhte Florian Zellhofer nach einer blitzschnellen Kombination über
Witteveen und Freitag auf 3:0.
Erst danach und damit viel zu spät wachte die Austria auf. Mehr
als einen Pfostenschuss durch Stückler (83.) und den Ehrentreffer von
Manuel Honeck (87./Kopf) brachte die halbstündige Sturm- und
Drangphase des Aufstiegskandidaten aber auch nicht ein.
BW Linz schlägt Altach
Aufsteiger Blau-Weiß Linz hat die
Altacher Erfolgsserie in fremden Stadien beendet. Die
Oberösterreicher feierten dank Treffer von Swetosar Nikolow (48.) und
David Poljanec (88.) einen 2:0-Sieg und fügten den Vorarlbergern
damit die erste Auswärtsniederlage seit 1. April zu. BW Linz schaffte
mit dem zweiten Sieg in Serie den Sprung ins Tabellenmittelfeld,
Aufstiegsaspirant Altach fiel auf Rang vier zurück.
Die Gäste aus Altach hatten etwas mehr vom Spiel, die Linzer aber
mehr und vor allem die klar besseren Chancen. Hassler bereitete
Torhüter Kobras mit einem Kopfball viele Probleme (14.), Huspek (18.)
und Hartl (24.) vergaben ebenso wie Nikolow, der nur die Stange (26.)
traf. Die Vorarlberger prüften dagegen Blau-Weiß-Torhüter Wimleitner
in der ersten Hälfte kein einziges Mal ernsthaft.
Hochverdient gingen die Linzer daher auch nach dem Seitenwechsel
in Führung, als Nikolow vom Strafraum abzog (48.). Hassler hatte nach
einer Stunde die Riesenchance auf das 2:0, ließ sich aber von
Torhüter Kobras den Ball vom Fuß nehmen. Altach machte danach immer
mehr Druck, doch die Linzer Defensive hielt. Und im Finish fixierte
der kurz davor eingewechselte Poljanec den Endstand.
LASK-Triumph in Salzburg
Der LASK hat mit einem 3:0-(3:0)-Triumph in Grödig
den Rückstand auf die Tabellenspitze verkürzt. Den Linzern blieben damit
auch im fünften Auswärtsspiel der Saison (2 Siege/3 Remis)
ungeschlagen. Mittelständler Grödig, der
schon vor einer Woche bei BW Linz 0:3 verloren hatte, kassierte erst
die dritte Heimniederlage in diesem Jahr nach dem 0:1 am 4. März
gegen Altach und dem 1:2 am 12. Juli gegen Cup-Finalist Austria
Lustenau.
Das Match war schon nach einer halben Stunde entschieden. Nach
einem Wimmer-Einwurf, der von Aigner verlängert wurde, erzielte
Harald Unverdorben aus der Drehung bereits in Minute sechs mit seinem
vierten Saisontor die Gäste-Führung. Ein Fehlpass von Jukic leitete
das 0:2 ein: Nach einem weiten Pass von Aigner wurde der Schuss von
Daniel Kogler von Grödig-Verteidiger Taschwer, der schon beim ersten
Tor schlechte Figur gemacht hatte, unhaltbar ins kurze Eck
abgefälscht (15.). Florian Hart besorgte mit einem wuchtigen Freistoß
aus knapp 30 Metern durch die Mauer die Vorentscheidung (31.).
Die Salzburger Gastgeber wachten erst nach der Pause auf, hatten
aber kein Glück im Abschluss. So landete etwa ein Jukic-Schuss am
Pfosten (67.).
Glückliche St. Pöltener
St. Pölten hat dank eines späten Treffers Schlusslicht Hartberg in
einer niveauarmen Partie mit 1:0 (0:0) besiegt. Hartberg-Verteidiger
Zivny verlängerte in der 88. Minute einen Brandl-Freistoß per Kopf
ins eigene Tor. Mit dem glücklichen Sieg wahrte St. Pölten die weiße
Weste gegen Hartberg: Die Niederösterreicher sind in der ersten Liga
in acht Spielen gegen die Steirer weiter ohne Niederlage (fünf Siege,
drei Remis).
In der ersten Hälfte sahen die rund 1.000 Fans auf dem Voithplatz
keine einzige gute Tormöglichkeit, die erste nennenswerte Chance im
Spiel ergab sich erst in der 56. Minute durch die Steirer. Es war
eine, die man eine Hundertprozentige nennt, doch Schober verfehlte
drei Meter vor dem leeren Tor eine ideale Hereingabe. Auf der anderen
Seite klärte Rossmann nach einem Rödl-Kopfball auf der Linie. Als
alle schon mit einer Punkteteilung rechneten, passierte Zivny das
Missgeschick. (APA)