Mafiaboss: Fürs Team durchs Feuer gehen

19. August 2011, 18:59

Agieren manche Manager ganz unbewusst wie Mafiabosse? Hat man als Untergebener das Gefühl, quasi terminal bei den Fischen zu schlafen, wenn Fehler passieren?

Hoffentlich nicht. Sollten Zweifel bestehen, dann kann man dies nun einer Überprüfung unterziehen: Louis Ferrante, angeblich Ex-Mafioso, hat jetzt im Redline-Verlag Von der Mafia lernen, 88 Lektionen für das Management aus den Geheimnissen der Mafia-Organisation, veröffentlicht. Anleitungen für Sgarriste (Mitarbeiter) sind auch dabei: "Äußern Sie sich nie abfällig über den Boss", "Passen Sie auf, was Sie am Tag so alles sagen", "Wann Sie sich vor den Boss werfen müssen, um die Kugel abzufangen" - nicht ganz von der Hand zu weisen.

"Gehen Sie für Ihre Leute durchs Feuer", sagt Lektion 53 den Bossen. Die deftige Sprache sorgt bei diesem Managementbuch für tatsächliches Lesen. Unterhaltungswert: hoch. Angeraten: Distanz. (Karin Bauer/DER STANDARD; Printausgabe, 20./21.8.2011)

Schicke Schickse
05
20.8.2011, 12:01
der vergleich zwischen mafiabossen und managern ist absurd.

bosse müssen für blühende geschäfte sorgen, für die ausweitung der geschäftsfelder, für die vermehrung der beschäftigten usw.
vielen heutigen managern dagegen geht es weniger um das unternehmen als um den eigenen ruhm. während sie von unternehmen zu unternehmen hüpfen und ihre eigenen gagen erhöhen, ruinieren sie betriebe, rationalisieren sie bis zur stupidität, bauen mitarbeiter ab, ergehen sich in blindwütigem aktionismus (=um "arbeit" vorzutäuschen), verpulvern spesen bei sinnlosen reisen, "arbeits"essen und "meetings".
der einzig zulässige vergleich wäre der mit unternehmern. die sind normalerweise am wohlergehen ihrer unternehmen interessiert, manager dagegen an ihrem eigenen wohlergehen.

Carlos Clementin
01
20.8.2011, 15:18

Ebenso vergessen, das Mafiabosse manchmal von Konkurrenten oder Platzhirschen ermordet werden ... Manager leben leider viel sicherer.

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