Der junge Rote - links aus der Magengrube

19. August 2011, 16:39
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    foto: standard/urban

    Schwarzes Hemd, rotes Herz und Beziehungsprobleme mit der Mutterpartei: Sozialist Obrecht.

Sascha Obrecht ist Favoritens Chef-SJler, Leader einer Rockband und scharfer Kritiker der SPÖ

Als Kind hat er sich gewundert, warum seine Mama als Hausbesorgerin so viel arbeiten muss und trotzdem nur so wenig Geld hat, sagt Sascha Obrecht. Heute ist er scharfer Systemkritiker, ein bekennender Antikapitalist - und Parteimitglied in der SPÖ. In der Sozialistischen Jugend (SJ) ist er stellvertretender Landesvorsitzender von Wien und leitet die Gruppe in seinem Heimatbezirk Favoriten.

Trotz Parteibuchs gehören für ihn als gestandenen SJler gewisse Vorbehalte gegenüber der SPÖ zur Attitüde: "Ich würde die Beziehung als kritisches Naheverhältnis bezeichnen", sagt Sascha. Das Programm des eigenständigen Vereins der Sozialistischen Jugend ähnle zwar dem der SPÖ, der Umgang damit und das Verhalten sei jedoch ein anderes.

Neben seinem Vollzeitjob im Landesbüro der SJ und im Sekretariat der SPÖ Bezirksorganisation Favoriten spielt Sascha E-Gitarre in einer Rockband und studiert Jus. Ob er sich trotzdem eine Parteikarriere vorstellen könnte? "Ich halte es für einen feigen Ansatz, alles zu kritisieren und dann keine Verantwortung übernehmen zu wollen", sagt er. Mit seinen 20 Jahren könne und wolle er sich jedoch noch nicht festlegen.

Als SJ-Mitglied hätte er es aber ohnehin schwerer, in der SPÖ Erfolg zu haben. Denn auch, wenn man versuche, das Meiste intern zu klären, sei es "schon eine schwierige Ausgangssituation, wenn man bereits die Parteizentrale besetzt hat". Beim Erzählen streicht er sich immer wieder lange Haarsträhnen aus dem Gesicht, er ist ruhig, doch bestimmt in seinen Ansagen: "Der Kapitalismus basiert auf Ungleichheit. Es gab einen Aufschwung unter Kreisky, aber gerade in der Krise leiden die Menschen unter den Fehlern des Systems", sagt er.

Die SPÖ hätte darauf zwar die richtigen Antworten, würde die rote Karte aber zu selten ausspielen. Ehemalige SJ-Mitglieder wie Bundeskanzler Werner Faymann oder Klubobmann Josef Cap hätten zwar die Grundsätze verinnerlicht, würden aber in der Tagespolitik darauf vergessen. Noch dazu dränge der Koalitionspartner ÖVP in eine Ohnmachtsposition. "Kein linksdenkender Mensch würde das SPÖ-Programm schlecht finden, es wird nur nicht richtig umgesetzt", sagt Sascha Obrecht. Durch das langjährige Bestehen im Politikgeschäft träge zu werden lässt er dabei als Ausrede nicht gelten: "Die Jugend ist keine Frage des Alters."

Und trotzdem hält er es für wichtig, dass mehr Jungpolitiker politische Funktionen übernehmen. Der Grund ist so banal wie plausibel: "Junge Leute gehören in die Politik, weil junge Leute in unserer Gesellschaft leben. Sie gehören demokratisch repräsentiert." Die "Fehlbesetzung" des 24-jährigen ÖVP-Staatssekretärs Sebastian Kurz würde er für ein positives Signal halten, hätte Kurz die nötigen Kompetenzen. "Erfahrung und Jugend ergänzen sich bestens. Die Streitigkeit zwischen diesen zwei Polen ist nur förderlich."

Zur SJ ist Sascha Obrecht gekommen, nachdem er schon im Gymnasium politisch aktiv war. Damals musste er entscheiden, ob er der SPÖ-nahen "Aktion kritischer Schüler" oder der schwarzen Schülerunion beitreten will. Letztendlich fiel es ihm nicht schwer: "Ich war schon damals Bauch-links", sagt er. (Katharina Mittelstaedt, STANDARD-Printausgabe, 20./21.8.2011)

SJ - Sozialistische Jugend

Vorsitzender: Wolfgang Moitzi

Mitglieder: ungefähr 64.000

Selbstverständnis: Anti-Faschismus, Anti-Sexismus,

Verteilungsgerechtigkeit, gegen Strache, gegen Rechts

Schwarzes Hemd, rotes Herz: Sozialist Obrecht.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 75
1 2
Cookie^^
00
29.1.2012, 01:46
dieser typ...

hat während der schulzeit immer gemeint dg (darstellende geometrie) sei ein unnötiges fach und gehöre verboten,und das nur, weil er nicht gut darin war...- dasselbe sagte er zu den 3 deutschstunden in der oberstufe. da genüge doch nur eine.

und gegen religionsunterricht war er auch- obwohl da ja eh niemadn dazu gezwungen wird und man freie wahl hat...
sehr, sehr komisch dieser mensch.

der gärtner
52
22.8.2011, 22:28

"bekennender Antikapitalist" ist schon eine gewagte behauptung.

wie will er denn das kapital bekämpfen?

der gärtner
01
23.8.2011, 16:54

warum so viel rot?

ist doch eine berechtigte frage.

der gärtner
01
23.8.2011, 00:43

ich hoffe ja, dass es noch nicht reicht eine reichensteuer und beilhilfen für sozial schwache zu fordern, um schon als antikapitalist zu gelten.

rebella's_revenge
01
22.8.2011, 22:06

kaum liest man etwas positives, kommt schon die typisch linke spalterei ins spiel.

helfts doch verdammt nochmal zusammen, wenn ihr was erreichen wollt.

blutteddy
00
24.8.2011, 23:17

Spalterrei wo? Das kritische nahe Verhältnis zwischen der SJ und der SPÖ gibt es schon seit den bestehen der SPÖ. Das die SJ die SPÖ kritisiert und ständig an ihre Grundwerte und Grundsatzbeschlüsse erinnert und diese auch weiterdenkt ist keine Spalterrei sondern gut und richtig.

rebella's_revenge
03
24.8.2011, 23:24

lol
meine kritik galt bestimmten strömungen innerhalb der SJ, die die SJ hier öffentlich aufs peinlichste blamieren.
hat mit der SPÖ so weit nichts zu tun.

Pete_Seeger
04
22.8.2011, 19:38
Da kann man noch Genosse sagen!

Hatte bisher ein paar mal das Vergnügen ihn kennen zu lernen und muss echt sagen das solche Leute wirklich die Zukunftshoffnung für die SPÖ und auch für die SJ sind. Ein ehrlicher und vor allem bodenständiger Sozi - frisches Blut was die SPÖ mehr als nötig hat!

Finde die Negativpostings von Diversen von vermeintlichen SJlerInnen mehr als flasch, traurig und hinterfotzig. Ob diese Berufsrevolutionäre ihm das auch schon mal ins Gesicht gesagt haben oder nur feig hier schreiben.

Blind Peoples Porn
42
23.8.2011, 11:42
SJler - Heuchler und Verräter

er selbst sagt: der Dauergrinser Faymanderl, Cap und da parade Kapitalist Gusi waren bei der SJ!
Vergiss die Heuchler der SJ, sobald sie am Futtertrog der Macht sind fangen alle Schweine an zu fressen!!!
Wer hat die Arbeiterklasse IMMER schon verraten? Die Sozialdemokraten!!!
(ich bin links, das heisst KEIN SPÖ-Wähler mehr!)

Pete_Seeger
11
24.8.2011, 08:06
guten morgen...

...pulver schon genommen? Wegen Blutdruck und so? Mal runter kommen und Sachlich ohne Ausuferung Argumentieren - DANKE!?
Wer wenn nicht die SJ ist in Ö denn bitte links? Die kleinbürgerlichen Grünen welche auch mal mit der VP koalieren (siehe Graz)?
Bumsti Straches soziale Heimatpartei?
Die ehem. christlich-soziale VP?
Das Wischi-Waschi BZÖ?
Oder die KPÖ welche man seit dem Abzug der UdSSR aus Österreich in Bundes- und Landesregierung nur suchen kann!?
Oder eine der trotzkistisch-maoistischen Sekten die sich in internen Gezanke und Realitätsferne üben?
Dann schon lieber SPÖ - auch wenns manchmal weh tut!

Faeryl
00
23.8.2011, 18:42

der faynachtsmann war niemals in der sj sondern immer in der jg ;)

Pierre O'Neal
00
22.8.2011, 14:34
An Sebastian Kurz

hat mich von Anfang an fasziniert, dass er es innerhalb kürzester Zeit geschafft hat, so viele Gegner zu lukrieren. Damit haben sie ihm ungewollt einen beeindruckenden Bekanntheitsgrad verschafft. Und bin ich froh: Er vermarktet sich ausgezeichnet, er weiß wie er polarisieren kann.

Jetzt wird dieser Vergleich sicher Kurz nicht ganz gerecht, aber: abgesehen von ihren sehr konkurrierenden Inhalten, haben dieser Obrecht (von dem ich in meinem Leben noch nichts gehört habe) und Kurz anscheinend ein ähnlich polarisierendes Auftreten. In den Kommentaren hier stecken größte Verehrung genauso wie auch abgrundtiefe Verachtung.
In dem Punkt kann unser JVP-Vize Wolf (das 2. Portrait), von dem ich leider genauso wenig gehört habe, noch was lernen...

Steffi34
72
22.8.2011, 15:04

Es ist ja wohl eine Farce den Typen in irgendeinem Punkt mit Sebastian Kurz zu vergleichen. Kurz weiß sich zu positionieren und seine Politik besteht nicht nur aus Contra-sein...

Mork vom Ork
00
22.8.2011, 19:09

Äh ... Kurz ist einfach nur hohl, nichtssagend. Insofern wirklich nicht vergleichbar. Ich kenn den SJler da nicht, scheint einfach ein klassisch 20igjähriger junglinker zu sein ... wenigstens etwas mit Herz.

Superwolliges Kampfschaaf
00
22.8.2011, 16:11
schwarz machtgeil

Hier ein Auszug von einem Presseartikel (auch wenn der Pro-Kurz ist):
"Wie der Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier am Donnerstag in den „Salzburger Nachrichten“: Kurz sei „fürchterlich uncharismatisch, kommt überheblich und borniert rüber“, meinte Heinzlmaier. Um dann noch nachzulegen: „Kurz ist der Typus des mit dem goldenen Löffel im Mund aufgewachsenen Hietzingers. Solche Personen aus der Oberschicht lösen Ressentiments aus.“"

nein, eh nicht!
81
22.8.2011, 10:03

drei tage kein positives posting und dann ein fanposting nach dem anderen.

wir lernen: genosse obrecht braucht drei tage, um sich 5 accounts zuzulegen!

Die Seifenblase
15
22.8.2011, 11:40

Die Negativpostings stammen von einer trotzkistischen Gruppe ("Der Funke") innerhalb der SJ, die sich auch auf Facebook relativ offen dazu bekennen.

Für mich als jangjährige Sjlerin (die selbst des Öfteren von der selben Strömung politisch angegriffen wurde auf diversen Ausschüssen und Konferenzen) keine Überraschung, dass sowas von ihrer Seite kommt...

gary_flash
00
22.8.2011, 12:53

Dann erklär mir mal wie er das gemacht hat, während er mit mir bei den Foo Fighters am Frequency war?!
Was isn das für eine Schmutzkübelkampagne? Ich werd ihn stark daran hindern auf die Seite zu schauen, wenn er aus dem Spital zurückkommt (Jaah, Sascha liegt grad im KFJ...hat er etwa mit der Fusion angehängt an der einen Hand, mit der anderen Hand hier gepostet...aber sicherlich...keine Sorge, es geht ihm aber wieder gut und er kommt heut abend raus)
Bin viel vom Funken gewohnt, aber das ist nur noch tief...kann man das nicht anerkennen, dass das hier echt ein gelungenes Portrait ist, und der Sascha so rüberkommt wie er ist?
sich so etwas herauszunehmen, ohne ihn wirklich zu kennen und zu wissen was er tut, ist ekelhaft.

Superwolliges Kampfschaaf
00
22.8.2011, 09:58

Ich bin positiv überrascht von der SPÖ: In jeder anderen Partei wird Kritik (egal wie konstruktiv sie ist) sofort abgedreht, Funktionäre die von der Parteilinie abweichen werden im politischen Mülleimer entsorgt. Es kann der SP nur gut tun, wenn solch junge, motivierte Polithoffnungen wie Herr Obrecht auch die Chance bekommen, ihr Können zu zeigen.

baum im garten
15
21.8.2011, 15:05
Dieser junge Mann...

...scheint ja mal ein krasses Gegenteil zu der abgehobenen Politikerkaste zu sein. Ein Arbeiterkind aus Favoriten, den scheinbar auch keine Familienbande in die Partei hieven, wie es ja leider so üblich ist... da ist noch wirklich Glaubhaftigkeit hinter dem Gesagten! Bleibt zu hoffen, dass er auch gegen die parteiinternen Machtbande bestehen kann und seinen Weg in der Politik macht. Denn genau solche jungen, authentischen Politiker braucht die SPÖ so dringend!

janeinvielleichtwieso?
24
22.8.2011, 10:24

und fescher als der strache ist er auch! :-)

Feudalbremse
00
22.8.2011, 11:38
Besonders sein Glaskinn markiert den (Hosen)macher;-)

Wirklich Linke haßen den Rotfilz - wieso - weil Korruption für alle schädlich ist - außer den Filzogranden.

Superwolliges Kampfschaaf
00
23.8.2011, 08:37

ich glaube sie als VerfasserIn sind der bzw. die Einzige hier, der/die die Botschaft dieses Postings versteht. Aber dank Ihnen und Google weiß ich jetzt, was ein Glaskinn ist.

Am I evil?
07
20.8.2011, 23:03
kowall, obrecht… gibt es doch noch hoffnung für die spö?

wenn sie nicht die einzigen ihrer art sind, dann ja! ich hoffe man hört mehr von diesen jungtalenten und dafür weniger von rudas, pelinka und co, denn der sozialist in mir weigert sich, die spö aufzugeben. bitte enttäuscht ihn nicht ;)

Junggeblieben
110
20.8.2011, 22:36

Der Genosse Obrecht ist in meiner Sektion, und ich muß wirklich sagen daß er ein Mensch ist der mich immer wieder beeindruckt. Auch wenn wir in Diskussionen nicht immer einer Meinung sind, so schätze ich seinen jugendlichen Idealismus sehr. Er ist einer, der nicht immer mit der Parteilinie d’accord geht und uns alte Hasen oftmals daran erinnert, für welche Werte die Sozialdemokratie eigentlich einsteht. Und auch in diesem Punkt gebe ich ihm Recht: unser Grundsatzprogramm in allen Ehren, viel merkt man in der Regierungspolitik dieser Tage nicht davon …

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