Fernsehen 2.0

Fernsehen und Internet wachsen zusammen: Run auf Mediatheken

19. August 2011, 13:27

1,3 Millionen Österreicher nutzen Internet vor allem zum Video-Konsum - Erfolgreiche TV-Formate sind auch im Netz beliebt

Fernsehen und Internet wachsen immer mehr zusammen. 18 Prozent der Österreicher - knapp 1,3 Millionen - nutzen das Internet bereits "hauptsächlich" zum Ansehen von Videos, wie aus dem Internet-Monitor des Meinungsforschungsinstitutes Spectra hervorgeht. Wie viele davon allerdings klassische TV-Sendungen online ansehen, wurde nicht abgefragt. Heimische Fernsehmacher berichten aber von einem regelrechten Run auf ihre Mediatheken. Grundsätzlich gilt hier, dass jene TV-Formate, die on Air erfolgreich laufen, auch im Netz besonders beliebt sind, so ATV-Chef Ludwig Bauer.

ORF-TVthek

Die wohl bekannteste Plattform ORF-TVthek verzeichnet pro Monat bereits 8,3 Millionen Videoabrufe. Zum Start der TVthek Ende 2009 waren es noch 4,1 Millionen. Pro Monat nutzt laut ORF knapp eine halbe Million Österreicher die ORF-TVthek. Laut ORF-Onlinedirektor Thomas Prantner ist Fernsehen im Internet "damit heute ein etabliertes und online stark genutztes ORF-Zusatzangebot".

Privatsender

Aber auch die Privatsender werden immer mehr online gesehen. ATV verbucht derzeit zwischen 600.000 und 700.000 Videoviews monatlich. Einen Spitzenwert gab es im März, als Japan unter der Erdbebenkatastrophe litt und sich in Libyen die Gewalt zuspitzte, mit 1,5 Millionen Zugriffen. Der März war auch auf der ORF-TVthek der frequentierteste Monat mit 10,5 Millionen Videoabrufen. Auf den Onlineplattformen von RTL, Vox, Super RTL und RTL II sehen sich durchschnittlich 700.000 Österreicher pro Monat jeweils ganze TV-Sendungen an.

Bei ProSieben, Sat.1, Puls 4 und Kabel 1 will man rund 2,5 Millionen "Videoviews" pro Monat verbuchen. Allerdings gibt die SevenOneMedia Einzelabrufe auf Sendungen - anders als andere Sender - nicht bekannt. Michael Stix von der Geschäftsleitung ProSieben-Sat. 1 in Österreich begründet das mit "Konzernpolitik". Stix hält es für sinnvoller, im Onlinebereich "größer zu denken" - sprich: nicht in einzelnen Sendungen sondern in Staffeln. So kommt er etwa mit der jüngsten Staffel von "Austria's next Topmodel" auf "über eine Million Videoabrufe".

"Wenn die Musi spiel" am beliebtesten

Konkretere Zahlen gibt es von den anderen Sendern. Der ORF hatte die meisten Abrufe im Netz mit der Sendung "Wenn die Musi spielt" im Juli 2010. Hier klickten 196.180 Zuschauern rein, gefolgt von der Traumhochzeit "William & Kate" im April mit 159.348 und dem Abschied von Otto Habsburg im Juli mit 158.655 Sehern. Der ORF darf seine Formate allerdings nur sieben Tage online stellen, bei den Privatsendern sind die Sendungen unbegrenzt verfügbar.

Die beliebteste Einzelsendung auf der ATV-Mediathek war eine Ausgabe von "Saturday Night Fever" im März 2010 mit 242.426 Zugriffen. Auch im laufenden Jahr wird die Hitliste der meistgesehenen Sendungen von "Saturday Night Fever" dominiert. Insgesamt verzeichnete man auf die sozialpornografische Dokusoap heuer bereits knapp 2,9 Millionen Zugriffe.

RTL hatte die meisten Internetzugriffe mit den auch im TV quotenstarken Showformaten: Das Halbfinale von "Deutschland sucht den Superstar" im Mai wurde von 412.000 Österreichern im Netz verfolgt, das Halbfinale von "Das Supertalent" im Dezember 2010 kam auf 397.000 Zuschauer und "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" vom Jänner wurde 220.000 mal gesehen. (APA)

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13 Postings
Lorem ipsum dolor sit amet
00
21.8.2011, 11:15
Laut ORF-Onlinedirektor Thomas Prantner ist Fernsehen im Internet "damit heute ein etabliertes und online stark genutztes ORF-Zusatzangebot"

In anderen Worten: Ein GIS-Mitarbeiter wird in den nächsten Wochen bei Ihnen vorbei schauen, sobald Sie ein Internetzugang haben.

skkh
04
21.8.2011, 09:02
der orf verfolgt damit ein einziges ziel

die gebühr pro haushalt einzuheben.

Mathias
 
00
22.8.2011, 16:15
Was sich die ORF-Direktoren...

... von den Deutschen Managern abgeklaut haben:

Seit 2007 ist die Rundfunkgebühr auch für internetfähige PCs zu entrichten - wobei noch keine mobilen Geräte (Tablets, Smartphones) darunter fallen - jedoch Computer, Konsolen, internetfähige TV-Geräte und Notebooks.

F. Ritzl
00
23.8.2011, 05:47

> Seit 2007 ist die Rundfunkgebühr auch für
> internetfähige PCs zu entrichten

nein ...

Mathias
 
00
23.8.2011, 11:26
Doch - in Deutschland!

Darum auch mein Hinweis, daß die ORF-Direktoren sich das ganze aus "Tschörmani" abgeklaut haben ...

F. Ritzl
00
23.8.2011, 12:28

mag sein, daß es "abgeklaut" ist - nur ist es in Österreich nicht rechtswirksam, auch, wenn sie das behaupten.

"Versuchen zu imitieren" wäre evtl. ein passenderer Begriff ...

F. Ritzl
00
20.8.2011, 11:38
ich frag' mich ja, ob die Leute wirklich vorm Rechner sitzen und fernschauen

Unbequemer geht's ja eigentlich nicht - und soviele "internetfähige" Fernseher gibt's noch nicht (und Leute, die das Know-How und den Willen haben, sich damit zu spielen, vom PC auf den Fernseher zu verbinden, dürfte es ja noch weniger geben) ...

hiasll
00
21.8.2011, 10:18

> ich frag' mich ja, ob die Leute wirklich vorm Rechner sitzen und fernschauen

Ja, denn deswegen ist youtube so erfolgreich...

F. Ritzl
00
21.8.2011, 11:47

das ist ja nicht "fernschauen", sondern auf "Video-Seiten surfen" ...

Fairy Tail
00
19.8.2011, 18:57

Wenn die ganzen Mediatheken doch nur nicht alle Flash verwenden würden … *seufz*

videoopa
00
19.8.2011, 18:03
Diese Meldung ist goldrichtig

auch für alternative Videos wie bei
www.videoattac.at oder www.vimeo.com/demba
da gibts tolle Videos zu den Themen Geldwirtschaft,Banking,Gerechtigkeit,Gemeinwohlwirtschaft uv.a.

skkh
00
21.8.2011, 09:01
attac und banking

erinnert mich an den blinden der von der farbe redet.

und die rotstrichler zeigen mir bitte ein attac mitglied mit banking ausbildung. (PS: der uni-bwl-vwl kurs zählt nicht!)

bad user
00
21.8.2011, 12:28
Meinen Sie einen BWL'er dem gelehrt wurde,

wieviel ein Erwerbstätiger gerade noch verdienen darf, damit er sich selbst noch reproduzieren kann und das System somit überlebensfähig bleibt?

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