Games-Manager lästert in Interview über vergleichsweise kleine User-Gemeinde
Bei einem Event vergangene Woche wurde Sean Ryan, Facebooks Director für Game Partnerships gefragt, aus welchem Grund Facebook 30 Prozent Umsatzplus von seinen Spiele-Entwicklern kassiere, während Google nur fünf Prozent einfordert. "Sie nehmen nur fünf Prozent, weil sie keine Nutzer haben", antwortete er dem CNN-Money-Journalisten.
Entwicklungen
Seit der überraschenden Verkündung von Google+ im Juni hat sich auf dem Sektor der sozialen Netzwerke einiges getan. Eine Woche nach dem Google+-Start verkündete Facebook den Video-Chat aus der Kooperation mit Microsofts Skype. Vergangene Woche kündigte Google an, Spielen wie Zynga Poker und Angry Birds auf Google+ ein Heim zu geben. Einen Tag später hat Facebook einige Verbesserungen enthüllt, die die Spiele-Plattform, den Newsfeed-ähnlichen Live-Ticker mit Spiele-Updates und höher auflösendes Gaming betreffen.
Schwindende Visits auf Google+
Am 22. Juli 2011 wurden Untersuchungsergebnisse des Marktforschers ComScore veröffentlicht, wonach Google+ in den ersten drei Wochen 20 Millionen Unique Visitors gesammelt hat. Einer weiteren Studie von Experian Hitwise vom 28. Juli - der WebStandard berichtete - schwanden die Besucherzahlen beim Google-Netzwerk wieder. Innerhalb einer Woche gingen also in den USA die Visits auf Google+ um drei Prozent zurück auf 1,79 Millionen Besuchern gegenüber 1,86 Millionen. Auch die Verweildauer auf der Seite sank um zehn Prozent.
Facebook-Rückgänge
Einer Studie des Global Web Index zufolge geht die Aktivität im größten sozialen Online-Netzwerk in den Kernmärkten zurück. Die weltweite Facebook-Nutzung nimmt aber weiterhin zu. Ein Ende des Booms sei nicht absehbar, so alt sei Facebook ja auch noch nicht. Stattdessen wachsen beide Netzwerke stetig weiter, da der Austausch über Plattformen wie diese inzwischen zum Grundbedürfnis geworden ist, so der Deutsche Benedikt Köhler, Vize-Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Social Media. Die meisten Rückgänge verbucht das Zuckerberg'sche Netzwerk auf dem US-Markt. Global allerdings legt es weiterhin zu.
Google+ keine vernachlässigbare Konkurrenz
Facebook zählt inzwischen 750 Millionen eingetragene Mitglieder. Laut neuesten Angaben sollen im Mai 2011 knapp sechs Millionen Facebook-Nutzer ihr Profil gelöscht haben. Ob der Schwund von 155,2 Millionen auf 149,4 Millionen für Facebook schmerzhaft sein wird, ist noch unklar. Es kommt wahrscheinlich auf die weitere Entwicklung des Konkurrenten Google+ an. So ganz als unbedeutend abschreiben kann Facebook das soziale Netzwerk des Suchmaschinenanbieters nicht. Spiele zählen zu den populärsten Aktivitäten auf Facebook. Schafft es Google+ hier zu punkten, könnte die Konkurrenz ins Straucheln geraten. (ez, derStandard.at, 19. August 2011)