Löst Kannibalismus das Aga-Kröten-Problem?

27. August 2011, 17:55
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    foto: ap photo/brian cassey

    Amphibiensterben? Nie gehört. Die Aga-Kröte ist nicht aufzuhalten.

Die Kaulquappen sind bereit einander aufzufressen - jetzt müsste man sie nur noch alle an einem Platz versammeln

Canberra - Bei der berüchtigten Aga-Kröte, die sich in ihrer Verbreitung einfach nicht aufhalten lässt, ist man in Australien mittlerweile bereit, sich an jeden Strohhalm zu klammern. Jüngster Hoffnungsträger: Kannibalismus. Bufo marinus ist nämlich nicht nur in ausgewachsenem Zustand ausgesprochen gefräßig, auch im Kaulquappenstadium kennt ihr Appetit schon nach wenigen Tagen kaum Grenzen. Auch die Eier von Artgenossen sind eine willkommene Beute, der gute Geruchssinn der Kaulquappen ist sogar extra auf das Aufspüren von Eiern abgestimmt.

Dieses Verhalten ist aber keineswegs selbstzerstörerisch, sondern nutzt der so überaus erfolgreichen Amphibienart, wie Forscher der University of Sydney und der James Cook University von Queensland feststellten. Auf diese Weise reduzieren die Kaulquappen den Wettbewerb um Nahrungsressourcen - im Experiment konnten die Forscher feststellen, dass sich kannibalische Kaulquappen erfolgreicher entwickeln. Und da eine weibliche Aga-Kröte zweimal pro Jahr zehntausende Eier ablegen kann, bleibt immer noch reichlich Nachwuchs übrig.

Der Kannibalismus erstreckt sich allerdings nicht auf die eigenen Geschwister, dafür sorgt ein einfacher Mechanismus: Die Kaulquappen eines Laichs schlüpfen alle zur selben Zeit und können sich daher nicht mehr auf Eier ihrer Mutter stürzen - und bis zum nächsten Laich desselben Muttertiers ist die Zeit zu lang. Zwischen zwei Wochen und zwei Monaten nach dem Schlupf wechseln die Tiere bereits ins Erwachsenenstadium über.

Hoffnung und Einschränkung

Trotzdem glauben die Forscher um Richard Shine aus ihren Erkentnissen einen Hoffnungsschimmer zur Bekämpfung der hochinvasiven Kröte ableiten zu können, wie die BBC berichtete. Man müsste nur möglichst viele verschiedene Krötenweibchen dazu bringen, im selben Gewässer zu laichen, meint Shine - dann reguliert sich ihre expolsive Vermehrung ganz von selbst. Doch hat die Sache einen Haken, wie Kaulquappen-Spezialist Richard Wassersug von der kanadischen Dalhousie University zu bedenken gibt: Man weiß bereits von anderen Amphibienarten, dass sie sehr sorgfältig abwägen, wo sie ihre Eier ablegen. Ein wichtiger Faktor dabei ist das Vorhandensein von Raubtieren - inklusive solchen der eigenen Art.

Man sollte die Spezies nicht unterschätzen, meint Wassersug. Was nach dem mittlerweile über 70-jährigen Triumphzug der Aga-Kröte in Australien ohnehin niemand mehr tut. (red)

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Phryx Sodalis
00

Wenn man die Kröten bereits gefangen hat, läßt man sie also wieder frei, damit sie am selben Ort laichen, damit sich die Kaulquappen gegenseitig fressen? Bzw. wenn man die Fähigkeit hat, die Tiere irgendwo hin zu locken.

Gilgamesh
02

Einfach so machen, wie bei den Simpsons.

Skinner: "Tja, ich habe mich geirrt, die Eidechsen sind ein Gottesgeschenk."
Lisa: "Tut mir leid, ist das nicht etwas kurzsichtig? Was ist, wenn die Eidechsen zur Plage werden?"
Skinner: "Kein Problem. Dann führen wir je nach Bedarf chinesische Nadelschlangen ein. Die werden die Eidechsen ausrotten."
Lisa: "Aber sind die Schlangen nicht noch schlimmer?"
Skinner: "Doch. Auch darauf sind wir vorbereitet: Wir haben einen Gorilla gezüchtet, der ist verrückt auf Schlangenfleisch."
Lisa: "Dann wissen wir nicht, wohin mit den Gorillas."
Skinner: "Doch, das ist ja das Wunderbare dabei: Wenn der Winter kommt, erfrieren die ganz einfach und sind tot."

*gegoogelt* ^^

tablespace65
00
28.8.2011, 21:15
Wird nicht aus diesen Kröten der Gelatine-Ersatz "Aga-Aga" hergestellt?

f 3
00
29.8.2011, 09:46

nein.
agar (früher auch agar-agar) besteht hauptsächlich aus agarose - und dieses polysaccharid wird heute aus roten meeresalgen gewonnen.

tablespace65
21
29.8.2011, 14:16

Sorry, war ein Scherz von mir! Ich bin Vegetarier und weiß daher eh, was Agar(-Agar) ist. Aber trotzdem Dank für die Info!

f 3
00
30.8.2011, 12:05

gerne.
sorry, dass ich den scherz nicht mitgekriegt habe - passiert mir normalerweise nicht. :-(

Das Furunkel auf der Rübe
00
28.8.2011, 19:29
Eine Kröte mit 3 Armen?

benny from gliese 581d
01
28.8.2011, 13:11

die sollten sich nicht gegenseitig auffressen, sondern ablecken!

Das Kapital ist die wahre Macht
00
28.8.2011, 10:12
Nur Homer Simpson kann da noch mit Kröten-Lecken helfen!

http://www.youtube.com/watch?v=6QhROp02gzo

Leckt die Kröten zu Tode!

h 90
02
28.8.2011, 07:53

Man koennte wieder einen natuerlichen Feind importieren. :-))

Meister Yoda
05
29.8.2011, 19:41

2 - 3 Dutzend Franzosen solten das Problem kurzfristig lösen.

h 90
06
30.8.2011, 04:02

Aber wer weiss, was die dann wieder fuer Probleme mit sich bringen....

Grammelknoedel
00
28.8.2011, 17:55

interessant, dass sich anscheinend einige dort heimische Arten auf die Agar-Kröte als Nahrung eingestellt haben, wie der Schwarzmilan (Greifvogel) oder der australische Laubfrosch, dessen Kaulquappen die der lästigen Kröte ohne Probleme verspeisen.

h 90
00
28.8.2011, 19:28

Das wusste ich nicht, sehr interessant. Ich hab nur gelesen dass die Krokos Probleme haben und die Kroete nicht vertragen.

Muesste sich da der Schwarzmilan nicht extrem vermehren?

h 90
00
29.8.2011, 05:11

nein aber wenn man taeglich 3 legt geht auch was weiter. Die Krot gibts ja schon eine Zeit.

Club-der-dichten-Toten
00
28.8.2011, 21:32
Muesste sich da der Schwarzmilan nicht extrem vermehren?

Der legt pro Jahr nicht zigtausende Eier...

andreas lamers
 
00
28.8.2011, 15:29
hat man schon

war recht erfolglos und die aga kroete ist schon der feind eines insekts das aber durch die kroete gar nicht bedroht ist.

Club-der-dichten-Toten
00
28.8.2011, 21:31

Zuckerrohrkäfer.
Deswegen wurde die Kröte importiert, um die Felder in Queensland zu schützen. Das Problem ist, dass die Larven unterirdisch über"wintern" und dann so schnell sie können, die Zuckerrohrstämme hochkraxeln und sich dort weiter voll fressen und sich dann verpuppen. Und nur genau in dieser Zeit des "aus der Erde Kommens und Hochkraxelns" könnten die Kröten die Larven fressen.

Hat also nix geholfen, die Kröten fressen was anderes, haben keine Feinde und haben sich explosionsartig vermehrt und verbreitet...

War aber vor über 20 Jahren schon so, da haben sie in Queensland mit Schrotflinten Massaker veranstaltet und sind auf Straßen in der Nacht Schlangenlinien gefahren, um möglichst viele Viecher zu erwischen...

EpeeNoire
04
27.8.2011, 21:27
Und ich dachte

die nennen die "Schafsviechers".

Grammelknoedel
011
27.8.2011, 20:08

viele Kamele nach Australien schicken. Die saufen dann die Wasserlöcher und Tümpel leer und die bösen Kröten haben dann nix mehr wo sie ablaichen können.

Club-der-dichten-Toten
73
28.8.2011, 01:44

Gibt ohnehin schon zuviele wilde Kamele in Australien.
Oder sollte Ihr Beitrag ironisch gewesen sein?

andreas lamers
 
00
28.8.2011, 15:35
ging ich zumindest davon aus

denn egal WAS man nach australien importiert hat war alles eine katastrophe, angefangen von den hasen bis hin zu den koreten oder wasserbueffel.

Club-der-dichten-Toten
00
28.8.2011, 21:26

Wasserbüffel?
Hm, von dieser Plage hab' ich in Australien noch nix gehört. Wenn ich ehrlich bin, kann ich mir das bei dem trockenen Klima auch nicht wirklich vorstellen, aber haben Sie da nähere Informationen dazu?
Danke!

Kowosch
 
00
29.8.2011, 02:00
Die gibt es im feuchtern Norden (Kakadu NP etc.)

http://www.environment.gov.au/biodivers... sheet.html

Sollte man auch beim Autofahren dort oben dran denken, gäbe etwas schwerere Zusammenstöße als mit den Kängurus (in D gilt ja hingegen schon eine freilaufende Yvonne als verkehrsgefährdend...)

tablespace65
01
28.8.2011, 21:15
Und erst die ausgewanderten EuropäerInnen...

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