Fragmentierte Wirtschaftspolitikvereitle globale Wettbewerbsfähigkeit
Bukarest - Der rumänische Staatschef Traian Basescu erklärte
am Donnerstag laut der Nachrichtenagentur Agerpres, dass er die Idee
der "Vereinigten Staaten Europas" unterstütze. Europa, das in den
letzten zehn Jahren "konstant gegen Großmächte wie China oder die USA
verloren hat", könne "nur durch einen massiven Verzicht auf nationale
Souveränität weiterhin eine wirtschaftliche und militärische Macht
bleiben", begründete Basescu seine Position. Die Aussagen des
Präsidenten erfolgten im Rahmen einer in der Stadt
Sulina organisierten Sommerschule für junge Rumänen, die im Ausland
leben.
Laut Basescu müsse sich Europa daher in den nächsten zwei oder drei
Jahren entscheiden, ob es die "Vereinigten Staaten Europas" gründet,
sonst sei seine Zukunft "ungewiss". Wenn die für die
Funktionsfähigkeit Europas notwendigen Entscheidungen nicht getroffen
werden, "bleibt Europa bloß ein Buch in der Weltgeschichte, in dem
man über die anspruchsvollsten Kulturen lesen wird", sagte Basescu.
Besonders empfindlich sei dieses Thema, weil eine "kolossale
Leadership" auf europäischem Niveau geschaffen werden müsse, der es
gelingen müsse, die europäischen Staaten zu überzeugen, wichtige
Selbstbestimmungsrechte aufzugeben.
"Wir brauchen als Europäer
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Sicherheit, und diese zwei
wesentlichen Elemente kann man nur durch wesentliche politische
Entscheidungen erreichen", betonte Basescu.
"Wenn man nicht über wirtschaftliche Macht verfügt, kann man auch
keine militärische Macht sein. (...) Sicherheit ist wesentlich, und
man kann sie nur mit Geld erreichen, das man wiederum nur durch eine
leistungsfähige Wirtschaft erreicht. Doch eine fragmentierte
Wirtschaft, mit unterschiedlichen Strategien in 27 Staaten, macht uns
wirtschaftlich nicht wettbewerbsfähig", erklärte der rumänische
Staatschef. (APA)