Die Wiener AK testete Verpackungen: Es schaut nach mehr aus, als wirklich drinnen ist
Wien - Viel Luft, dafür wenig Inhalt: Die Wiener Arbeiterkammer hat
sich Lebensmittelverpackungen genauer angesehen und erschreckendes festgestellt.
Bei 35 untersuchten Produkten im August von zwei Supermärkten zeigte, im
Durchschnitt ist nur die Hälfte Inhalt, der Rest ist schlicht Luft. Vieles
schaut nach mehr aus, als wirklich drinnen ist. "Die Konsumenten zahlen drauf,
wenn sie glauben, das Packerl ist voll", sagte Manuela Delapina von der AK. "Das
kann nicht sein."
Von den 35 "verdächtigen" untersuchten Packungen waren 33 zu mindestens einem
Drittel leer, zeigte der AK-Test. Der Luftanteil dieser Packungen lag zwischen
33 und 71 Prozent. Etwa die Knabber Mangostücke von Spar sind sehr luftig. Die
Gesamthöhe der Verpackung beträgt 17 Zentimeter, die Füllung fünf Zentimeter und
der Luftanteil zwölf Zentimeter. "Das ist ein Luftanteil an der Packung von
knapp 71 Prozent", rechnete Delapina vor.
Bei der Brownies Backmischung von Spar beträgt der Luftanteil der Packung
fast 67 Prozent. "So ist bei der Backmischung die Gesamthöhe der Packung 21
Zentimeter, die Füllung sieben und die Lufthöhe 14 Zentimeter", so Delapina. Bei
Lila Stars Snax von Milka und beim Basmati-Reis von Reis-fit ist der Luftanteil
knapp 63 Prozent. Bei der Milka Nascherei macht die Gesamthöhe der Packung zwölf
Zentimeter aus, die Füllung 4,5 und die Lufthöhe 7,5 Zentimeter. Beim
Basmati-Reis ergibt die Gesamthöhe der Packung 16 Zentimeter. Die Füllhöhe des
Reises ist sechs Zentimeter und die Lufthöhe zehn Zentimeter.
Ab wann und bei welchen Produkten man von "Mogelpackungen" sprechen kann, ist
laut AK nicht exakt definiert. International üblich ist, höchstens einen
Luftanteil von einem Drittel der Füllmenge zuzugestehen. Die AK forderte
Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) auf, per Verordnung das Verhältnis
von Füllmenge und Luftanteil festzusetzen. Laut Maß- und Eichgesetz ist er dazu
ermächtigt, erklärte die AK. (APA)