Psychose

Schizophrenie: Der Kampf beginnt im Kopf

21. August 2011, 17:04
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    Stimmt die Neurochemie nicht, kommt es zu Schizophrenie und psychotischen Erkrankungen. F

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Jeder Hunderste erkrankt an Schizophrenie, weil sein Hirnstoffwechsel aus dem Gleichgewicht gerät

Der Wahn schleicht sich hinterrücks an. Er tarnt sich, häufig als "Depression" oder "Pubertätskrise". Manchmal auch mit körperlichen Symptomen wie Herzstichen. Doch meist dauert das Versteckspiel nur wenige Wochen. Dann schlägt er zu: Die Abgrenzung zwischen dem Selbst und der Außenwelt schwindet, Gedanken werden laut, unbekannte Stimmen mischen sich in das Leben ein, Gefühle scheinen gesteuert, andere verfolgen, beobachten, belauschen. Die Rede ist von Schizophrenie, eine Erkrankung, die jeden zehnten Betroffenen in den Selbstmord treibt, und der immer noch das Stigma von hausgemachten Problemen oder mangelnder Belastbarkeit anhaftet.

"Dass oftmals die Persönlichkeit als Basis für Schizophrenie herhalten muss, gehört wohl zu den gravierendste Fehleinschätzungen", warnt Wolfgang Fleischhacker, Leiter der Uni-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Med-Uni Innsbruck. Wie schon für Autismus oder Depressionen decken Wissenschafter zunehmend körperliche Fehlfunktionen auf. Bis zu 70 Prozent des Risikos an Schizophrenie zu erkranken, verorten Forscher in den Genen. Fast monatlich werden neue Genvarianten oder Risikofaktoren beschrieben. Derzeit ist die erbliche Veränderung eines Rezeptors, der Lernen und Wahrnehmung koordiniert, im Visier. Vor einem Jahr kam eine Studie zu dem Ergebnis, dass ein Abwehrbotenstoff der Mutter zu Veränderungen im Babyhirn führen könnte.

Fleischhacker betrachtet solche Rückschlüsse skeptisch: "Jeder einzelne Risikofaktor birgt nur einen winzigen Bruchteil in sich. Erst wenn alle zusammenkommen, bricht die Krankheit aus; dazu gehören neben den Hirnveränderungen auch umweltbedingte Faktoren", sagt er. Tatsächlich beginnt der Kampf im Kopf, den immerhin 80.000 Österreicher wenigstens einmal im Leben ausfechten, häufig mit belastenden Einflüssen wie Schulschwierigkeiten, Drogen oder Liebeskummer. Fast immer geschieht dies in der Pubertät, in einer Phase, in der das Gehirn einen massiven Umbau erfährt und für das weitere Leben generalüberholt wird.

Neurochemie bestimmt

Diese Kombination aus erblicher Veranlagung, belastender Erfahrung und mentaler Verletzlichkeit scheint zu veranlassen, dass einige Schaltkreise der 100 bis 200 Milliarden Nervenzellen im Gehirn in Unordnung geraten. Gewöhnlich transportieren die Neuronen Informationen durch Seh-, Sprach-, Wahrnehmungs- sowie Bewertungs- und Gefühlszentren. Die Übergabe erfolgt mithilfe von Botenstoffen, die jeder Information eine Bedeutung geben: So entscheidet das Serotonin im Gefühlszentrum über Glück oder Tristesse, Glutamat reguliert die Erregbarkeit und Dopamin steuert im limbischen System Lernen und Motivation - ein hochkomplexes System, das empfindlich auf Abweichungen reagiert. Fehlt etwa Serotonin, entsteht Depression. "Nennen Sie es Seele oder Psyche: Was den Menschen ausmacht, ist das Ergebnis von zellulären, biochemischen und elektrischen Prozessen in den Neuronenschaltkreisen des Gehirns", beschrieb der Neurochirurg Volker Sturm aus Köln die Vorgänge einst.

Diese Aussage trifft für Schizophrenie-Patienten: "Denn bei ihnen gerät das ganze philharmonische Orchester der Neurochemie in Missklang", wie es der Wiener Leiter der Uni-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Siegfried Kasper ausdrückt. Den größten Anteil trägt Dopamin. Im Motivationszentrum schießt es, vermutlich gesteuert durch Glutamat, über und verursacht die so typischen Wahnvorstellungen. Zugleich aber mangelt es in den Hirnarealen, wo Informationen interpretiert und emotional bewertet werden sowohl an Dopamin als auch an Serotonin. "Das aber ist sehr viel schlimmer als die auffälligen Psychosen", sagt Kasper. Sie lösen einen massiven Rückzug von Freunden und Familie, Konzentrations- und Kommunikationsverlust aus, durch die sich die Patienten "kaum noch erreichen lassen". Zumal durch den Serotoninmangel auch die Ausbildung neuer Nervenzellverbindungen nachlässt. Es beginnt ein biochemischer wie sozialer Teufelskreis, der, wenn er nicht gestoppt wird, die Menschen in Isolation treibt.

Das lässt sich aufhalten. Gerade die nicht mehr ganz so "neuen" Antipsychotika regulieren sowohl den Dopamin- als auch den Serotoninspiegel sensibel und vergleichsweise nebenwirkungsfrei. Vor allem, wenn die Schizophrenie rechtzeitig erkannt und medikamentös behandelt werde, könnten die meisten ein mehr oder weniger erfülltes Leben führen, so Fleischhacker.

Wissen um Schübe

Doch genau da liegt das Problem: Meist vergehen bis zu drei Jahre bis er Patienten zu Gesicht bekommt. Den erschöpfenden Anfällen folgen immer auch Phasen der Erholung. Doch die Schübe werden meist schlimmer, Wahnvorstellungen verfestigen sich und die Erkenntnis, krank zu sein, schwindet - und damit auch die Bereitschaft, sich behandeln zu lassen.

Die Experten drängen daher auf eine begleitende Psychotherapie. "Sie lehrt Betroffene mit ihrer Erkrankung umzugehen, schützt sie vor Isolation, aber vor allem lernen sie, Vorboten der möglichen Rückfälle zu erkennen", so Fleischhacker. Denn eine Psychose taucht keinesfalls aus dem Nichts aus. Sie kündigt sich an. Studien aus Deutschland zeigen eindrucksvoll, dass Rückfälle um mehr als 30 Prozent sinken, nehmen Patienten wie auch Angehörige eine solche Therapie in Anspruch. (Edda Grabar, DER STANDARD Printausgabe, 22.08.2011)

Wissen:

Mythen über Schizophrenie

Nur wenige Menschen erkranken an Schizophrenie.

Etwa einer von 100 Menschen erleidet im Laufe seines Lebens einen Krankheitsschub.

Schizophrene hören Stimmen.

Das "Stimmen hören" ist tatsächlich ein häufiges Symptom, das während der akuten Krankheitsschübe auftritt. Zwischen den Schüben leben und empfinden die Patienten so rational wie Gesunde auch.

Schizophrene haben eine gespaltene Persönlichkeit.

Es wohnen nicht zwei Menschen in einer Seele. Vielmehr ist der Patient sich seiner Wahrnehmungen durchaus bewusst und nicht selten hat er große Angst davor. Viele Schizophrene ziehen sich deswegen aus ihrem sozialen Umfeld zurück.

Schizophrenie ist eine Sache der Persönlichkeit.

Falsch: Die Persönlichkeitsveränderung von Schizophrenen ist keine Ursache, sondern eine Folge der Erkrankung des Gehirnstoffwechsel, die Menschen in ihrer Gesamtheit verändert.

Schizophrenie lässt sich nicht behandeln.

Die meisten Patienten lassen sich gut durch Medikamente und psychosoziale Maßnahmen therapieren. Es gibt kaum Patienten, die dauerhaft stationär behandelt werden müssen. Viele Schizophrenie-Patienten leben selbständig und in Beziehungen, sind zum Teil in die Arbeitswelt eingegliedert. (eg)

Kommentar posten
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Harry Y.
 
00
24.1.2012, 02:17

Die Aussagen der reinen Neurobiologie machen mich ganz krank. Ich glaub', ich bekomme gleich einen SchUUUUUUUUUUU

Web.Jet
10
25.8.2011, 12:02
Ursache festzustellen...

Durch den Einfluss starker Störzonen, insbesondere dann, wenn natürliche und technische Störzonen aufeinander treffen, entsteht eine Störung der hormonellen Regulationsvorgänge, und der Anfang für eine empfindliche Einschränkung des Wohlbefindens ist gemacht (allgemein bekannt unter dem Begriff „vegetative Dystonie“).

Es zählt zu den am weitest verbreiteten Befindensstörungen überhaupt. Kaum ein zivilisierter Großstädter ist zur Gänze frei von ihr. Das wesentliche Charakteristikum dieser, rein vegetativ bedingten Störung ist, dass klinisch meist keine Ursache festzustellen ist. Der davon Betroffene bleibt meist über viele Jahre ohne echte Hilfe und Therapie. Damit es nicht soweit kommt, ist die Ursache dafür zu beseitigen. http://radiaesth

Sambapati
01
zahlt sie wer oder sind sie ein freak

astemp79
69
22.8.2011, 20:21
Den Kampf ficht die Psyche aus - nicht der Kopf.

So lange die Schulmedizin solch klare Tatsachen nicht anerkennt, sondern sich auf medikamentöse Therapien verlässt und nur oberflächlich auch auf die Psyche sieht: so lange tappt sie im Dunkeln.
Und die Pharmaindustrie freut sich.

Psychosen, Depressionen sind AUSDRUCK EINER GESTÖRTEN PSYCHE - und keine Medikamente der Welt können die Ursache beseitigen.
Aber der Mensch hat ein Anrecht darauf, gesund zu sein - und nicht symptomatisch behandelt zu werden.

Wann wacht die Schulmedizin endlich auf?!
Es ist der ganze Mensch, der wahrgenommen werden will. Seelische Störungen sind Hilferufe!

Harry Y.
 
01
24.1.2012, 02:12

Ausdruck von (familiären) Problemen, zu wenig Zuwendung, Liebe; Kindheitstraumen u.a.
Die gestörten Psychen könnten eher bei den Eltern zu suchen sein. Wer sich auf das Vorhandensein auffälliger, weil selten vorkommender, Symptome (und die Neurobiologie) versteift, Persönlichkeitsstörungen, Familie, Verbrechen, Vernachlässigung, (giftige) Beziehung ignoriert, der vergeht sich an den Patienten.

Ist nicht beispielsweise ein Mensch mit einer (unbehandelten) narzißistischen Persönlichkeitsstörung in der Psyche gestörter, als ein Mensch, der (unbehandelt) einfach halluziniert? Wer belastet denn wen?

Aber ich sehe Ihr Posting durchaus positiv, dies war nur eine Korrektur. Wenn/da ich mir eine solche wegen einschlägiger Erfahrungen anmaßen darf.

Sambapati
01
bravo

hauptsache bei uns boykottiert die ärztekammer die verträge mit den psychologen. kommt doch der klientel ein großes körberlgeld abhanden

Chocoholic
03
24.8.2011, 12:35
Medikamente bringen ja keine Heilung in dem Sinn,

Sondern unterbinden nur die Krankheitssymptome, was den Kranken oftmals bereits das Gewinnen von lebenswerter Zeit bringt.

Da bei den von Ihnen genannten Krankheiten noch immer nicht zu wissen ist, was zuerst da war: die chemische Unbalanz (als angeboren oder Reaktion auf das Leben) oder die psychischen Auswirkungen. sollten Sie da nicht etwas vorsichtiger in Ihrer Ausdrucksweise sein, da es nur IHre Überzeugung sein kann, aber nicht etwas, das tatsächlIch nachgewiesen so ist.

prusiner
02
23.8.2011, 11:02
Psychosen, Depressionen

.. sind Ausdruck einer gestörten Psyche...

das ist genauso dramatisch falsch wie die Meinung, solche Erkrankungen dann rein medikamentös ohne begleitende Maßnahmen behandeln zu können;

mit entsprechenden Substanzen kann man "ganz einfach" psychische Störungen hervorrufen (LSD, eigentlich die meisten Drogen); da ist noch weit und breit kein Hilferuf im Spiel.

genau die "Hilferuf"-Psychologie/Psychiatrie tappt in einem dunklen Sumpf den Wissens herum, da ist jeder Pharma-Sumpf fast fester, begehbarer Schlick in der ersten Morgendämmung dagegen.

keywords
01
23.8.2011, 09:25

nicht jedes problem ist ausdruck einer gestörten psyche. das gehirn ist ein organ wie die leber oder der magen oder das herz. auch dieses organ kann fehlfunktionen haben.

ich glaube eher, dass eine beeinträchtigung der psyche durch die krankheit ausgelöst werden kann.

Christian Mathias Sand
 
07
22.8.2011, 22:07

Bei den meisten psychischen Erkrankungen ist eine Kombinationstherapie aus Psychotherapie, Medikamenten und psychosozialen Interventionen Standard in der wissenschaftlichen Medizin.

Nur ist das zumindest kurzfristig sehr teuer – gängige Psychopharmaka kosten pro Packung einen Bruchteil einer einzigen Therapiestunde. Nicht finstere Machenschaften der Pharmaindustrie sind am teilweise desaströsen Zustand der psychiatrischen Versorgug in Österreich Schuld, sondern die Weigerung von Politik (und, horribile scriptu, den PsychotherapeutInnen), endlich flächendeckend Psychotherapie auf Krankenschein anzubieten.

Chocoholic
01
24.8.2011, 12:41
Ad PsychotherapeutInnen....

Bei ausbildungskosten um die 30.000 Euro ist klar, dass der Kostenersatz der Krankenkassa von ungefähr 30 Euro pro Stunde nicht wirklich ausreichend sein kann (jeder Lehrer verdient da mehr .... Bitte brutto Einkommen a20h heranziehen und 13.,14., extra Urlaub und gratis Ausbildung).

Umso mehr positiv anzurechnen, dass es dennoch sehr viele PsychotherapeutInnen gibt, die ein paar Krankenkassenplätze anbieten.

Got Your Nose!
03
22.8.2011, 22:00

übrigens gibt es auch im krankenhaus psychiater und psychologen, und die haben auch genug arbeit. was wollen sie eigentlich?

Got Your Nose!
02
22.8.2011, 22:00

wenn ich mich zusauf und plötzlich philosophisch werde (oder auch zynisch, wenn meine ex auch zugegen ist), dann ist das eine handfeste biochemische wirkung auf meine psyche ;)

K. K. Lacke
73
22.8.2011, 16:33
hahaha, alles nur "chemisches Ungleichgewicht"

daß ich nicht lache....

die Psychiatrie ist dazu übergegangen für jede Störung ein Tablettchen zu verschreiben, anstatt sich mit den tatsächlichen URSACHEN der Krankheiten auseinanderzusetzen

allein der Absatz über Serotonin ist LÄCHERLICH, und offenbart daß hier keine Experten befragt wurden. Die GESTÖRTE Reizleitung durch den fehlenden ABBAU von Serotonin führt zur Depression, nicht umgekehrt. Da der Serotoninabbau bei MÄNNERN auch über den Testosteronspiegel reguliert wird hat sich schon gezeigt daß besonders Männer mit GERINGEN Testosteronspiegeln häufig unter Depressionen leiden.

kommt jetzt noch die Empfehlung Serotonin-haltige Lebensmittel zu essen? (Serotonin aus Lebensmitteln kann die Blut-Hirn-Schranke garnicht überwinden!)

ehschowissn2
04
23.8.2011, 09:24

eine mangel an serotonin im synaptischen spalt führt zu depression, weswegen serotonin-wiederaufnahme-hemmer eingesetzt werden, um den ABBAU von serotonin - also die wiederaufnahme in die präsynapse - zu HEMMEN, um so die konzentration in der gewebeflüssigkeit zu erhöhen.
da nicht geklärt ist, ob eine fehlregulation im gehirn eine depression auslöst oder stresssituationen, belastungen etc. die fehlregulation verursachen, ist eine kombinationstherapie aus medikation und psychotherapie mittel der wahl. zweiteres wird mangels finanzierbarkeit dann gerne unter den tisch gekehrt.
serotoninhaltige lebensmittel sind ein ziemlicher stumpf, ja.

prusiner
02
22.8.2011, 18:44
ähm

glücklicherweise kommt die Psychiatrie zunehmend vom Rätselraten und zufälligen Entdecken von Mitteln, von denen man nicht genau weiß, warum und wie sie wirken in eine halbwegs fundierte, bei weitem noch nicht vollständige Erklärungsschiene von psychischen Erkrankungen.

".. die gestörte Reizleitung durch fehlenden Abbau von Serotonin führt zu Depression"?; SSRI verzögern den Abbau von Serotonin und sind Antidepressiva (und nicht ganz unkritisch, weil in der Einschleichphase zuerst eine Antriebssteigerung und dann erst die antidepressive Wirkung auftritt und in dieser Phase erhöhte Suizidgefahr besteht)

Peter W01
05
22.8.2011, 18:35

Dein 3. Absatz lässt durchblicken, dass du zu dem Thema sogar ein bisschen was weißt. Eigentlich schade, dass ich dir trotzdem nicht traue: Seriöse Beiträge beginnen nämlich in der Regel nicht mit "hahaha".

Weeds
 
24
22.8.2011, 13:37
Ach ja....

und für diejenigen, die meinen, mit einem "Glückspillchen" wäre wieder alles fein und rosarot, die mögen sich doch bitte mal auf Wiki den Artikel über Haloperidol (einem leider immer noch sehr häufig eingesetzten Neuroleptikum) ansehen und dann noch mal herablassende Kommentare posten.
Fein ist z.B. der Absatz mit den Nebenwirkungen, die auch nach dem Absetzen bestehen bleiben können.
Übrigens- die modernen Antipsychotika sind (wie in Wiki leider behauptet) auch nicht viel besser.

Haloperidol ("altes" Antipsychotika = Neuroleptika)
http://de.wikipedia.org/wiki/Haloperidol

Risperdon (ein neuerer Wirkstoff)
http://de.wikipedia.org/wiki/Risperdal

Lemure
 
03
22.8.2011, 18:17
Es besteht ein großer Unterschied

bei div. Antipsychotika hinsichtlich der Nebenwirkungen, wenngleich das auch bei jedem einzelnen Erkrankten verschieden ist,so wie die Krankheit selber. Haloperidol wurde noch vor 10 Jahren von den Kliniken geächtet, dank Sparzwang im Gesundheitswesen ist es plötzlich wieder hoffähig trotz der unübersehbaren Nebenwirkungen. Das grenzt schon fast an absichtliche Körperverletzung, das den Menschen zuzumuten.

ehschowissn2
03
22.8.2011, 15:23

und im artikel steht "vergleichsweise nebenwirkungsfrei". wie unten erwähnt, mein bruder verschläft den ganzen tag und ist motorisch teilweise mit einem parkinson-patienten zu vergleichen.

Weeds
 
00
22.8.2011, 16:39

was bekommt denn der Bruder reingedonnert?

ehschowissn2
02
22.8.2011, 19:19

soweit ich weiß derzeit olanzapin, dosis ist mir nicht bekannt, war aber die letzten jahre immer überdurchschnittlich hoch. davor war auch risperidon dran, mit extremer gewichtszunahme usw.

Weeds
 
19
22.8.2011, 12:32
gutes Buch - generell zu psychischen und psychiatrischen Erkrankungen

das glückliche Gehirn, von Daniel G. Amen, meinem US Psychiater, der mit der SPECT Tomographie die problematischen Vorgänge im Gehirn sichtbar gemacht hat.
Hat mir persönlich (Angststörung, Panikstörung, mittlere Depression mit psychotischen Zügen) sehr geholfen meine Krankheit zu verstehen und vor allen Dingen zu AKZEPTIEREN.
Ich gehe mittlerweile sehr offen mit meinen Problemen um und stoße in meiner Umwelt auf überwiegend positive Resonanz.
Die Ursachen von psychischen Problemen nur in einer verkac.ten Kindheit etc. zu suchen ist imho NICHT der richtige Weg. Ich denke mal, der goldene Mittelweg (wie bei so vielem) ist der Richtige.
Eine ordentliche Psychotherapie und dazu die richtigen Medis- damit kann vielen geholfen werden.

Harry Y.
 
01
24.1.2012, 16:55

Keiner spricht von nur der Kindheit/der psychischen Verfassung der Beziehungspersonen/Kindheitstraumata.

Aber sicher ist, es gibt nicht nur die 'Ursachen' der Neurobiologie. Sagt oben doch der Fleischhacker selbst: auch umweltbedingt (irgendwie ein komisches Wort, könnte ich fast mit Ursache Umweltgifte verwechseln. Viellicht wäre das Wort umgebungsbedingt, oder milieubedingt, besser?).

Montgomery McFerryn
03
22.8.2011, 11:49

"Nur wenige Menschen erkranken an Schizophrenie.

Etwa einer von 100 Menschen erleidet im Laufe seines Lebens einen Krankheitsschub."

1% sind nicht wenig, das sind extrem viele.

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