Mehrere Viertel der Hauptstadtregion sollen rekonstruiert und Wohnhäuser gebaut werden
Port-au-Prince - Der Wiederaufbau der vom Erdbeben
zerstörten haitianischen Hauptstadtregion soll jetzt beginnen. Der
Co-Vorsitzende der Kommission für den Wiederaufbau, Bill Clinton,
kündigte am Donnerstag in Port-au-Prince an, 78 Millionen Dollar
(54,3 Mio. Euro) für erste umfassende Renovierungsmaßnahmen
aufzubringen. Mit dem Geld sollen mehrere Viertel rekonstruiert und
Wohnhäuser für rund 30.000 obdachlose Katastrophenopfer gebaut
werden, wie der Sender Radio Metropole am Donnerstag nach einem
Treffen des früheren US-Präsidenten mit dem haitianischen Staatschef
Michel Martelly berichtete.
"Das ist ein großer Tag für das haitianische Volk", sagte
Martelly
dem Bericht zufolge. Es sei notwendig, dass die Erdbebenopfer endlich
ihre Zelte verlassen könnten. Allerdings seien die ersten Häuser erst
in zwei Jahren bezugsfertig. Die jetzt beginnenden Maßnahmen seien
nur ein erster Schritt und stellten nur fünf Prozent der gesamten
Aufgabe dar.
Bei dem Erdbeben im Jänner 2010 waren mehr als 220.000 Menschen
ums Leben gekommen und über eine Million obdachlos geworden. Die
internationale Staatengemeinschaft hat Haiti, dem ohnehin ärmsten
Land Amerikas, rund zehn Milliarden Dollar für den Wiederaufbau
zugesagt. Die Gelder fließen nur spärlich, auch weil es den
Haitianern noch nicht gelungen ist, eine Regierung zu bilden, die den
Wiederaufbau des Landes bewerkstelligen könnte. (APA)