Radikaler Umbau

HP plant Trennung von PC-Sparte

Bericht | 18. August 2011, 22:06

WebOS eingefroren - Möglicher Milliarden-Zukauf von Autonomy, um lukrative Software- und Service-Sparte zu stärken

Der US-Computerkonzern Hewlett Packard (HP) plant einen radikalen Umbau. Der Dell-Konkurrent will das britische Software-Unternehmen Autonomy übernehmen und gleichzeitig sein schwächelndes PC-Geschäft abspalten, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Zudem will der weltgrößte Computerkonzern die auf dem Betriebssystem WebOS basierten Tablet-PCs und Handys einstellen, die bei den Kunden auf nur wenig Begeisterung gestoßen waren. Das Unternehmen will mit den Schritten zu seiner alten Wachstumsstärke zurückfinden. Aus Kreisen war zuvor verlautet, dass Hewlett-Packard rund zehn Milliarden Dollar (6,96 Mrd. Euro) für Autonomy auf den Tisch legen wolle.

Erwartungen erfüllt

HP gab die Restrukturierungspläne zeitgleich mit der Veröffentlichung der Unternehmenszahlen bekannt. Im dritten Quartal steigerte HP seinen Umsatz auf 31,2 Milliarden Dollar von 30,7 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Damit erfüllte der Konzern die Erwartungen an der Wall Street.

Schlechte Rendite mit PCs

Hewlett-Packard hatte in der Vergangenheit stets Spekulationen dementiert, wonach der Konzern Verhandlungen mit Interessenten über einen Verkauf oder eine Abspaltung seiner PC-Sparte führe. Für HP läuft es unter Firmenchef Leo Apotheker, dem im vergangenen November angetreten war, nicht rund. Der sinkende Bedarf an PCs veranlasste den Ex-SAP-Chef vor kurzem, die Prognosen für das Geschäftsjahr einzudampfen. Abgesehen davon, dass die PC-Produktion an sich eine schlechtere Rendite abwirft als Software oder Dienstleistungen, hat HP zudem Probleme im Geschäft mit Privatkunden. Vor allem Apple macht dem weltgrößten PC-Bauer zu schaffen: Der Tablet-Computer iPad lockt Kunden von Notebooks weg. Das HP-Tablet TouchPad konnte sich nicht als Rivale etablieren - und wird jetzt offenbar auch keine weitere Chance bekommen.

Ab in die Cloud

HP will sich nach früheren Angaben künftig stärker im wachsenden Markt des sogenannten Cloud Computing engagieren: Das sind Dienstleistungen, bei denen Computernutzer die Programme nicht mehr auf ihrem Rechner installiert haben, sondern auf Server von Anbietern im Internet zugreifen. Hewlett-Packard wollte den Bericht zunächst nicht kommentieren.

Die Anleger konnte Hewlett-Packard mit den Ankündigungen zunächst nicht überzeugen: Die Aktie ging auf eine scharfe Talfahrt und verlor mehr als sechs Prozent. (APA/Reuters)

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00
24.8.2011, 16:21
Der Konzerne ganze Logik

1.) es geht nicht mehr um den shareholder value (langfristiges ertragspotential), sondern nur mehr um die Sessel der Bosse (kurzfristig gute Noten bei den Analysten)
2.) Analysten gutieren nicht langfristig stabiles Geschäft, sondern kurzfiristige und radikale Actions (weil die können sie ja herbeischreiben)
3.) damit geht es nicht mehr darum ein Unternehmen langfristig erfolgreich und ertragreich zu führen, sondern nur mehr darum möglichst schnell actionistisch zu agieren und dann den Scheiterhaufen wieder zu verlassen.

Richtiger wäre falsch?
00
22.8.2011, 11:40
this guy has no clue

Alex M
02
21.8.2011, 15:11
ANALysten behaupten ja, der PC würde aussterben, und ...

... stattdessen würden Smartphones und Tablets einzug halten. Ich stell mir gerade vor, wie ein Softwareentwickler auf einem 10 Zoll Tablet codet. Oder wie ein(e) Sekrätär(in) ihre 300 Ansläge pro Minute damit schafft.

Meiner Meinung nach macht HP einen entscheidenden Fehler. Sie sollten lieber die Belegschaft abstocken, und wieder Gewinne einfahren. Hätte ich nur das Geld ich würd denen die PC-Sparte aukaufen, die Produktpalette reduzieren und mich auf den Business, Workstation u. Serverbereich konzentrieren.

sloatvie
12
21.8.2011, 09:40

Hmmm soso ... bedeutet HP hätte wohl besser 2002 die Finger von Compaq gelassen und sich auf das Geschäft mit Druckern und Verbrauchsmaterialien konzentriert. Das war und ist scheinbar deren Kernkompetenz, die PC-, Notebook- und auch IA Server Kompetenz kam damals von Compaq. Schade, dass HP dieses Unternehmen vollkommen sinnlos vernichtet hat.

Hard Boiled Wonderland
01
20.8.2011, 19:54

Gut, http://thisismynext.com/2011/08/1... e-details/

demnach will HP WebOS auf weitere Prozessoren portieren - müsste ja relativ gut gehn - und es als lizensierbare Software weiterführen. Das passt auch irgendwie zum Plan von Apotheker.

Die Hardware fliegt raus - das will immer noch nicht in meinem Kopf!

In Summe bedeutet das auch, dass der Appkatalog und die entsprechende Software weiterentwickelt wird, vorausgesetzt es findet sich ein gescheiter Lizenznehmer - mal schaun obs da wen gibt.

Alex M
00
21.8.2011, 15:17
Das glaub ich nicht Tim

Offensichtlich haben die WebOS Leute nichts von dem ganzen gewusst -> http://www.electronista.com/articles/... webos.end/

Man will ja schliesslich nicht, dass die Mitarbeiter von selbst gehen, sondern man will sie feuern. Ich wette, viele Mitarbeiter werden Montag früh vor verschlossenen Bürotüren stehen. Ich glaub sogar die meisten haben das mid der WebOS-Einstellung aus der Presse erfahren.

derunbestechliche
00
20.8.2011, 12:15
HP Tablet ab $ 99.

Seit der Ankündigung, die Produktion von webOS-Geräten einstellen zu wollen, wird das Tablet von HP zu Schleuderpreisen verkauft. In Kanada ab §99.

Atheist von Gottes Gnaden
00
20.8.2011, 18:55

kaufen. bei dem preis wirds bald wen geben, der android dafuer anpasst. (und das web os ist ja auch nicht so schlecht. )

derunbestechliche
00
20.8.2011, 09:59
Die Aktie verlor mehr als 20%.

Nun, ich bin hin- und hergerissen. Einerseits finde ich (laufende) Veränderungen in einem Unternehmen unabdingbar, andererseits finde ich "zu" radikale Veränderungen eher kontraproduktiv. Radikale Umbrüche in Unternehmen gingen, wie es die Vergangenheit beweist, oftmals schief. Damit will ich nicht behaupten, dass es nicht funktionieren kann, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es den gewünschten Erfolg bringt, ist gering. Eher das Gegenteil ist der Fall.

Leo Apotheker wurde bei der SAP quasi hinausgeschmissen. Es sich so schnell mit den Leuten zu verscherzen, dazu gehört schon sehr viel Kunst. Es blieb im gar nichts anderes übrig als selber die Konsequenzen zu ziehen, ansonsten...

Ich pers. glaube, dass das der falsche Ansatz bei HP ist.

derunbestechliche
01
20.8.2011, 10:28

Leo Apotheker ist erst einige Monate bei HP und stellt den gesamten Konzern auf den Kopf. Wie ich finde, gehört das Hardwaregeschäft unabdingbar zum Kerngeschäft von HP, mehr noch wie vormalig das PC-Geschäft für IBM, obwohl IBM eine führende Rolle in der Entwicklung von PCs gespielt hat.

WebOS einzufrieren und gleichzeitig Lizenzen zu vergeben, finde ich den falschen Weg. Wie glaubwürdig kann ein Unternehmen sein, dass bald nach der Übernahme von Palm WebOS nur mehr in Lizenzen verkauft und es nicht der Mühe wert findet, eigene Geräte zu entwickeln? Wenig glaubwürdig bis unglaubwürdig.

Der Kauf von Autonomy wird scheinbar als der alleinbringende Heilsbringer angesehen, dabei lässt dieser Deal mehr Fragen offen als dass er beantwortet.

derunbestechliche
00
20.8.2011, 10:45
Gerade die Weiterenwicklung von WebOS...

...MIT der gleichzeitigen Entwicklung eigener Smartphones wäre doch eine Möglichkeit gewesen, in die Post-Ära klassischer PCs einzutauchen.

Auch die Paradevertreter der Softwarehersteller wie Google kaufen einen Hardewareproduzenten, um prof.er das Betriebss. Android (und nat. eigene Handys) weiterentwickeln zu können. Natürlich will Google Android weiterhin offen halten und brauchte auch das Patentportfolio von Motorola, aber für die perfekte Entwicklung eines System wie ein OS für mobile Endgeräte wird die entspr. Hardware benötigt. Außerdem ist der Trend, das Hardwaregeschäft auszulagern, eher wieder rückläufig, man wird zum Komplettanbieter.

Die Weitentwicklung von WebOS MIT eigenen Geräten wäre eine große Chance gewesen.

derunbestechliche
00
20.8.2011, 10:57
Dieses kurzfristige Renditedenken vernebelt die Sicht auf das Ganze.

WebOS wird eine Totgeburt werden. HP war und ist nicht glaubhaft, steht nicht hinter seinen Produkten! Samsung versucht es, tut es z.B. mit Bada (und Smartphones mit Bada) und ist erfolgreich, aber nicht HP.

Unternehmen, die nicht hinter ihren Produkten stehen, kann ich nicht leiden. WebOS zu lizensieren, obwohl sie selber nicht in ausreichendem Maße dahinterstehen, gestanden sind, kann der Markt nur abstrafen. HP verliert seinen eigenständigen Weg, denn sie sind nicht IBM oder Oracle, sondern HP.

Wer es nicht schafft WebOS glaubhaft MIT eigenen Smartphones weiterzuentwickeln, von dem kaufe ich auch keine Aktien. Unglaubwürdig.

Das Tablet von HP findet sich in den letzten Tagen übrigens in der Amazon-Bestsellerliste (US) ganz weit vorne.

gianni speranza1
01
19.8.2011, 23:36

gibts da wie bei nokia eine fatale schwaeche des aufsichtsrats der aus experten aller branchen nur nicht der it zusammengesetzt zu sein scheint, und daher entscheidungen des ceos nicht einordnen kann.. ? .. oder will??

Nadine Mayer
11
19.8.2011, 19:03
Die unendliche Geschichte

Waren noch Zeiten, als HP RISC System und ein Betriebssystem namens UNIX salonfähig gemacht hat.

Nun ereilt sie das übliche Schicksal aller Firmen, die mit Microsoft eine strategische Kooperation eingegangen sind und dabei den Kürzeren gezogen haben.

chelene chirsch
01
20.8.2011, 02:16

bledsinn.

hp hat - mit deren subfirmen bzw. zukäufen - schon weit mehr den weg bereitet. ob das nun VMS, MPE/ix oder NSK sein mögen, Tru64 oder linux oder windows.

heck, die meisten server der proliant serie sind sogar für solaris zertifiziert - es hat also mit microsoft in etwa so viel zu tun wie mit der gravitationskraft der sonne...

(°)(°)
00
19.8.2011, 19:40
Dieses sagenumwobene UNIX

gibts allerdings immer noch und grinst einen frech von hunderten tausenden computern aus an welche das Netz am Laufen halten das wir alle so sehr lieben...

Atheist von Gottes Gnaden
00
20.8.2011, 07:29

unsinn, die rennen doch alle unter linux. google läuft unter linux, facebook läuft unter linux. alles läuft unter linux. android handy: linux. toyota boardcomputer: linux. 95T% der supercomputer: linux. watson: linux. unix hat praktisch nichts mehr zu melden.

(°)(°)
00
20.8.2011, 12:42
Gut

nächstes mal sag ich POSIX Kompatible...

rote Lola2
00
20.8.2011, 08:28

ja genau. und auf meinem uralten thinkpad t40 läuft auch linux und wenn ich mir anseh` welche neuen geräte so am markt sind, werd` ich mir wohl noch einmal einen neuen akku für die alte kiste leisten...

Georg Meininger
02
19.8.2011, 18:46
Würde ich stark bedauern,

wenn es keine HP Elitebooks mehr gäbe.
Obwohl: die letzte Generation Elitebooks war qualitativ deutlich besser. Wohl das alte Spiel: Kosten senken bis zum Gehtnichtmehr. Und wenn dann nur noch minderwertige Produkte rauskommen, die sich natürlich nicht mehr hochpreisig verkaufen lassen, erklären, dass der Markt keinen Bedarf mehr hat und dass man leider, leider (weiter) rationalisieren muss. Top-Manager werden ja bekanntlich, was mittlerweile eh schon jeder weiß, für phantasieloses Sprücheklopfen hoch bezahlt und nicht für das Fördern von Innovationen.

prusiner
00
19.8.2011, 18:01
ganz toll

SAP hat den guten Leo Apotheker gerade noch rechtzeitig von der Konzernspitze entfernt;

HP hat sich diesen Spezialisten geholt; er dürfte dort auch nicht allzu segensreich wirken;

überhaupt scheint HP in letzter Zeit mit seinen CEOs ein wenig Pech zu haben

Georg Meininger
01
19.8.2011, 18:48
Das kann man laut sagen!

Funk1
22
19.8.2011, 17:45
ok ich mag steve nicht

aber hier muss ich ihm 100% recht geben.

"PCs will be like trucks. They will still be around, but not everyone will need them."

Georg Meininger
02
19.8.2011, 18:57
Ich möchte aber nicht längere Texte

auf einem iPhone oder iPad tippen...
Und ob jetzt Apple seine iMacs als PC bezeichnen möchte oder sie für etwas ganz Spezielles und Eigenes hält, ist egal: Computer mit Tastatur und einer gewissen Größe, die man eben nicht mehr in die Hemdtasche stecken kann, sind sie trotzdem. Und in der Nicht-Mac-Welt heißt das halt eben stinknormal "PC".
Klar, auch wenn ein PDA oder Smartphone noch so teuer sein mag (und billig ist das.iPhone ja nicht gerade in seiner Kategorie), es ist immer noch billiger als ein gutes Notebook. Und bei Netzbetreibern sogar (scheinbar) gratis erhältlich.
Und deswegen verkaufen sie sich halt rascher.
Daraus zu schließen, dass heute niemand mehr PCs kauft, ist ein völliger Unsinn.

Funk1
20
19.8.2011, 19:35
ich verwende meinen laptop kaum noch

mache alles auf meinem asus eee pad. Einem Freund von mir mit nem ipad gehts genau so.

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