GC 2011

Medienforscher: Werbung in Spielen kennzeichnen

Bericht | 18. August 2011, 17:45

Gerade Kindern fällt es schwer, die kommerziellen Absichten zu erkennen

Ob auf der Bande des virtuellen Fußballstadions oder in einem kleinen Kasten der Smartphone-App: In Computerspielen ist Werbung gang und gäbe. Auf die kommerzielle Absicht wird nach einer aktuellen Studie der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) aber nur selten hingewiesen. Die Autoren der Untersuchung forderten daher auf einer Konferenz am Rande der Gamescom in Köln, Werbung in Spielen zu kennzeichnen.

Vor allem bei realistischen Spielen

Besonders häufig trete Werbung in Genres auf, die die reale Welt abbilden, erklärten die Forscher der Hochschule für Musik, Theater und Medien (HMTM) Hannover und der Universität Mainz. Das gelte etwa für Sportspiele, in denen die Logos von Sponsoren auf Rennautos oder der Spielfeldbande prangen. Andere Gattungen seien dagegen eher ungeeignet, etwa Fantasy-Rollenspiele oder Kriegsspiele.

"Hoch integriert"

Meist unterbreche die Werbung das Spiel nicht, sondern sei "hoch integriert". Explizite Hinweise auf den kommerziellen Hintergrund haben die Autoren in ihren "Trendbeobachtungen" allerdings meist nicht gefunden. Das Thema bedürfe aber noch einer systematischeren Untersuchung.

25 Kinder befragt

Gerade Kindern falle es schwer, die kommerziellen Absichten zu erkennen, sagte Prof. Christoph Klimmt von der HMTM Hannover. Die Forscher hatten 25 Kindern zwischen 8 und 14 Jahren Spiele gezeigt und sie im Anschluss befragt. Gerade bei den Jüngeren stellten sie eine besondere Empfänglichkeit für Werbebotschaften fest.

Werbung kennzeichnen

Klimmt forderte daher, Reklame zu kennzeichnen, "wo es die Spieler nicht stört und nicht bremst" - etwa in Ladepausen, Tutorials oder mit gelegentlichen Einblendungen während des Spiels.

Einheitlicher Rechtsrahmen

Um die Regulierung zu erleichtern, fordern die Studienautoren zudem einen einheitlichen Rechtsrahmen. Derzeit fielen Computerspiele unter verschiedene Bestimmungen - daher würden etwa Online- und Offline-Spiele gleichen Inhalts rechtlich unterschiedlich bewertet. "Werbetreibende und Spieleindustrie haben kaum verlässliche Rahmenbedingungen und zugleich große Gestaltungsspielräume", sagte Klimmt.

Experten sehen Werbung in Spielen als Wachstumsfeld. Die Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (PwC) schätzt in ihrem aktuellen Media and Entertainment Outlook, dass der Umsatz in Deutschland bis 2015 auf 97 Mio. Euro wächst. (APA/dpa)

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13 Postings
TRockenmilch
00
29.8.2011, 13:41

und wieso muss werbung in filmen nicht gekennzeichnet werden?

ich sag mal zb.: the italian job.

Mathias Steinlaus
 
00
26.8.2011, 09:11
Andere Gattungen seien dagegen eher ungeeignet, etwa Fantasy-Rollenspiele oder Kriegsspiele.

Speziell für Kriegsspiele würden sich doch die Werbungenvideos diverser Armeen und Waffenhersteller bestens eignen!

elento
 
00
22.8.2011, 11:26

Ein Autorennen ohne Werbung wär ja total unrealistisch. Ich hab mich gefreut als endlich "echte" Werbung Autos und Banden zierte anstatt irgendwelcher fiktiver. Werbung bestimmt schon derart unser Leben, dass ein Spiel welches diese nicht abbildet als unwirkich erkannt wird. Das liegt aber dann nicht per se an den Spielen sondern an der Werbung allgemein. Ich finde ja, dass Werbung im öffentlichen Raum verboten werden sollte, aber da verdient wohl wer kräftig mit...

Spartaner13
00
19.8.2011, 18:14
Werbung - nein danke!

Solange die Werbung nichts zur Atmosphöre beiträgt (zB Fußball-Spiele, F1 usw) sollte sie auch nix in den Spielen verloren haben. Bei Fallout 3 hatte ich ständig lust auf Cola - das war zwar keine Werbung, aber hat geklappt.
Ansonsten zahle ich 40 - 70 euro für ein Spiel (jaja ich kaufe es legal) und da will ich dann keine Werbung sehen.
Der absolute Überhammer wäre, wenn das Spiel für eine Werbung unterbrochen wird - da würde man sich sofort wie bei "Versteckter Kamera" vorkommen. Auch sicher genial beim starten von einem Spiel: "Spiel startet in 30 Sekunden" und da kommt dann eine Werbung .....

Menschlichkeit +Liebe
00
19.8.2011, 13:06
Fragwürdig(er)

In "Homefront" werden reale Marken zur künstlerischen Verstärkung eingesetzt, etwa um einen Bezug zum US-amerikanischen Mythos der "Main Street" herzustellen, welcher darin angegriffen/hinterfragt wird.
In FIFA und anderen Sportspielen sollen sie wohl den Eindruck einer TV-Übertragung vermitteln: Marken sind so in vielfältiger Form in Spielen integriert, und wie ich meinen möchte bloß seltenst als reine Werbung...
Und sie können auch teuer erkauft werden - die welche über keine anderen Lizenzen verfügen haben oft auch diese nicht.
http://www.escapistmagazine.com/news/view... similitude
-
Das Medium scheint so vielfach unverstanden zu bleiben. Es gibt nunmal viele Realismen, Ebenen davon, etc..

Ponticus
00
18.8.2011, 22:34

Immer diese Experten...

http://winfuture.de/news,65016.html

Steve Anorizz
21
18.8.2011, 18:14

Oder am besten ganz weg damit.

Aristokrates
12
18.8.2011, 18:32

Was aber besonders im Falle von Fussball-Spielen nicht besonders realistisch wäre.

Euroumrechner
00
19.8.2011, 12:51

Dann halt auch die schiarche Werbung von den Stadien weg.
Aber weil das Maß der Dinge, die Pprofitmaximierung, schon so in die Köpfe eingehämmert wurde ist das ja offensichtlich nicht mal mehr denkbar.

TRockenmilch
00
29.8.2011, 13:45

ja, raus mit der werbung aus dem öffetnlichen raum. raus aus stadien.

aber bei computerspielen anzufangen ist der vollkommen falsche weg.

vorallem würd ich gern mal die werbehinweise bei sportübertragungen sehn, bevor man darüber philosphiert ob computersimulationen dieser veranstaltungen dazu verpflichtet werden sollen.

da_mausi
10
18.8.2011, 19:45

Sehr richtig, gerade dort ist es interessant. Oder Formel-1 Rennspiele (oder generell Rennspiele) ohne Sponsoren-Logos und Banner. Fernab von jedem Realismus.
Man könnte dann ja gleich soweit gehen und die Automarken in Rennspielen ausschließlich fiktiv darstellen um nicht "Schleichwerbung" zu betreiben.

Ich finde man sollte das Ganze mit Maß und Ziel einsetzen. Dort wo es Sinn macht und hingehört (die oben genannten Beispiele) soll es sein, ansonsten kann man ja ein wenig zurückstecken.

Euroumrechner
00
19.8.2011, 12:52

Blödsinn, gibt genug Rennspiele ohne Werbebanner und dort störts auch niemanden.
Wie man sieht bist du ein perfekt konditionierter Konsumentensklave.

elento
 
00
22.8.2011, 11:27

Gibt auch Rennspiele ohne Automarken....

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