Transparenzdatenbank

Kaum Zukunft für ÖVP-Prestigeprojekt

18. August 2011, 17:23
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    foto: der standard/cremer

    Innenministerin Maria Fekter muss jetzt das Lieblingsprojekt ihres Vorgängers Josef Pröll abarbeiten.

Start der Transparenzdatenbank verzögert sich - Kritiker halten sie für unrealisierbar

Wien - Das Lieblingsprojekt des ehemaligen ÖVP-Chefs Josef Pröll, die sogenannte "Transparenzdatenbank" , hängt weiter in der Luft. Eigentlich müsste sie längst startklar und ab Herbst vollgefüllt mit Datenmaterial sein, aber wie es scheint: Die Sache funktioniert noch nicht.

Mit der Datenbank sollen die staatlichen Zuwendungen an Privatpersonen oder Unternehmen transparent gemacht werden, um Doppel- oder Mehrfachförderungen zu verhindern. Aber dieses Datenbankkonstrukt, wie es sich Pröll vorgestellt hat und wie es seine Nachfolgerin, Finanzministerin Maria Fekter, jetzt abarbeiten muss, scheint so nicht organisierbar zu sein. Allein schon wegen der Fülle an Landes- und Bundesdaten, die wegen nicht kompatibler, unterschiedlicher EDV-Systeme in Ländern und Bund im schlimmsten Fall händisch eingegeben werden müssten und Heerscharen an Beamten binden würden.

Finanziert werden soll das Ganze von der jeweiligen Körperschaft, die die Daten einspeist, und auch da spießt es sich. Die Länder wollen nur zahlen, wenn sie daraus einen Nutzen ziehen, und der ist für sie noch nicht ersichtlich, denn sie könnten etwa aus Datenschutzgründen nur anonymisierte Daten abrufen, und die sind für den Zweck der Transparenz nicht brauchbar. In der Praxis kann nur die betroffene Person einen Blick in den Datenpool werfen und nachschauen, welche Förderungen sie bekommen hat. Diese Daten müssen aber nicht an die Behörden weitergegeben werden.

In einem Rundruf der Austria Presseagentur am Donnerstag in den Regierungsstellen der Ländern wurde bundesweit Skepsis am Projekt geäußert. Tirol wartet noch immer auf konkrete Vorschläge des Bundes, unter anderem welche Daten überhaupt erfasst werden sollen. Kritik kommt auch aus Kärnten, das Projekt werde vom Bund auf die lange Bank geschoben. Auch die Steirer merken kritisch an, dass die Frage des Datenschutzes, der Kosten sowie technische und organisatorische Grundfragen noch ungelöst seien. Pikiert äußert sich Wien: Der Nutzen der Datenbank habe sich noch nicht klar herausgestellt.

Ein Teilnehmer der Datenbank-Verhandler sagte am Donnerstag zum Standard: "Jeder weiß, dass das nichts mehr wird, aber niemand traut sich zu sagen: Schluss damit, legen wir die Sache endlich ad acta." (Walter Müller, DER STANDARD; Printausgabe, 19.8.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 38
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Erich Hametner
 
00
24.8.2011, 15:48
Klar, dass diese Datenbank niemals funtionieren dürfen können wird!

Die Initiatoren selbst, also die ÖVP, muss hier einen mühseligen Rückzug antreten, nachdem sie drauf gekommen ist, das die größten Transferzahlungen ihre eigene Klientel betrifft!
Die ärgsten Schnorrer befinden sich nämlich im Wirtschafts- und Landwirtschaftsbereich...
Die Arbeitslosen können sie hier nicht anprangern, weil sich diese die Arbeitslosenversicherung ja über den Selbstverwaltungskörper selbst finanzieren...
Das ist ein echter Rohrkrepierer... der Schuss geht für unsere schwarzen Freunde nach hinten los!!!

Müssen wir uns wirklich erbarmen und ihnen beim Ausstieg behilflich sein, ist hier die (politische) Frage?

Erich Hametner
 
00
24.8.2011, 16:07
Und natürlich auch die ganzen ASVG-Versicherten...

...denn diese zahlen ja den Löwenanteil selbst ein...
die größten Transfer-Kassierer sind eben andere!!!

Post-vom-Poster
 
00
23.8.2011, 07:24
nicht kompatibler, unterschiedlicher EDV-Systeme

Das sollte jedoch kein Hindernis sein.

Zum Vergleich:
(a) der elektronische Zahlungsverkehr zwischen hunderten Banken usw funktioniert ja auch, quer über alle Systeme und Staatsgrenzen hinweg.
und (b)
Wenn man sich an inzwischen etablierte Standards, zB XML, anlehnt, dann flutscht's ...

werwolfi
02
19.8.2011, 11:56

was zeigt das?
wir brauchten einen großen schnitt, die bestehenden strukturen sind nicht durchschau- und schon gar nicht reformierbar.

und der größte scherz daran: die finanzierungen der parteien sind/wären natürlich per design nicht in der datenbank...

pereswon
07
19.8.2011, 10:25
Was sagt uns das?

Alleine die Tatsache, dass die Transparenzdatenbank nicht realisierbar ist, sollte uns zeigen, wie "zersprag´lt", unübersichtlich, doppelgleisig und intransparent unsere Verwaltung - insbesondere der Bereich der Transfers und des Steuerwesens - mittlerweile geworden ist. Diese Art von Förderwesen/Sozialstaat ist nicht mehr wirklich durch kleine Schritte reformierbar, sondern bedürfte eines komplett neuen Aufsetzens. Ob dieses "Neuaufsetzen" in Richtung mehr oder weniger Umverteilung geht, ist eine politische Entscheidung, zu der ich hier gar keine Präferenzen äußern will. Aber Tatsache ist: Das derzeitige System ist an seine Grenzen gestoßen.

Peter G
00
19.8.2011, 11:35
Kann ich nur zustimmen

Ich frage mich, ob eine "Bundesstaatsreform", die die Macht der Länder (zum Geldausgeben) beschneidet, nicht einen wesentlich größeren Einspareffekt bringen würde.

Aber damit würde man natürlich (vorallem) den ÖVP-Landesfürsten auf die Zehen treten.

Drum passiert's auch nicht.

Und darum wird die "Sau" Transparenzdatenbank "durchs Dorf getrieben".

bratak
01
19.8.2011, 10:20
sobald kompetenz gefragt ist

geht das werkl den bach runter frau fekter ;)

didi111
03
19.8.2011, 10:14
Die Zukunftsfähigkeit dieses Projekts hat Parallelen

zur Zukunft der ÖVP.

Das wirklich grosse Problem der ÖVP scheint die Zeit zu sein.

Durch dieses neuen Zeiten bedingt, haben die Medien eine ganz andere Wirkung.

Auch der schlichteste ÖAABler (das sind DIE, welche ernsthaft glauben, die Arbeitgeberpartei ÖVP vertritt auch Arbeitnehmerinteressen) hat heute die Möglichkeit, ein wenig ins Internet zu schauen.

Und sollte noch Restmengen von Hirn da sein, müsste er ja bei den ÖVP-Forderungen (mehr Arbeit, spätere Pensionsantritt,..) zu DENKEN beginnen.

Weiters sollte dem schlichten ÖAABler zu denken geben, daß in den aufgeklärten urbanen Räumen mit ihren Unis und Hochschulen die Zustimmung zur ÖVP ganz wesentlich sinkt.

Und nur bei den Dumpfbacken ist sie hoch.

Werner Faygmann
02
19.8.2011, 09:26
Die Spritpreisrechnertransparenzdatenbank-Partei...

...in der IT-Falle... süß!

sainty1
01
19.8.2011, 09:06
mich würde interessieren was die ÖVP'ler dazu sagen!

so vehement wie sie es gefordert haben!!

Kondratjew -Zyklus
 
01
19.8.2011, 03:06
Mit Erwin Pröll verschwindet ohnehin bald die Pröllitis.

Max Kahlenberg
05
19.8.2011, 00:09
Was für FLASCHEN !!!!!

Kritifax
03
18.8.2011, 23:31

Herrlich! Die österreichische Politik ist nur mehr lächerlich.

EPU'ler
06
18.8.2011, 23:23
Fekter versus Kompetenz

Frau Fekter wird auch bei diesem Vorhaben wie üblich scheitern, den Erfolg aber dennoch in bekannter (blamabler) Rhetorik eifrig verteidigen. Ist ihr klar wer ihre Einkommen erwirtschaftet?

Bombergé
03
18.8.2011, 22:27
jeder der was davon versteht

wie Datenbanken funktionieren hat immer schon über die Idee Transparenzdatenbank gelacht.

Langer Hans1
00
19.8.2011, 09:36

Bitte erleuchten Sie mich, ich habe zwar ein Informatikstudium an der TU absolviert, scheine aber dann doch 'zu wenig von Datenbanken zu verstehen'.

Ich habe auch schon größere Datenbankmigrationsprojekte mitgestaltet (in heterogenen Landschaften), aber auch das scheint mir zu wenig Einsicht in die Materie zu bringen.

Meiner Ansicht nach benötige ich für jede DB eine darüberliegende Schicht, die meine Daten (nach bestimmten Schlüsseln (eventuell ein Tupel aus Name, Sozialversicherung oder ähnliches)) eindeutig zuordnenbar macht. Dann noch die Schlüsselfelder auf einen Standard bringen. Die Applikation an sich brauche ich nur einmal entwickeln, die 'Import' Klasse kann ich dann mittels diverser Pattern beliebig austauschen.

Schilcherfreund
00
19.8.2011, 10:15
Der Originalposter sollte wohl auch dem Chef des BRZ

mitteilen, dass er mit seinen Vorstellungen auf dem Holzweg ist ;-):

Die Macher von Josef Prölls Transferkonto http://diepresse.com/home/poli... nsferkonto

the PREdiger
00
19.8.2011, 08:06
...

über diese Kommentar lach ich auch nur ;)

Hans Uhlik
 
01
18.8.2011, 22:59
Leider rechtfertigt der geringe Unterhaltungswert

nicht die dem Steuerzahler entstehenden Kosten.

der schwitzbär der schwitzt sehr
02
18.8.2011, 22:24
Viel wichtiger wäre Transparenz

rund um die Verstaatlichung der Hypo Alpe Adria gewesen

Aber der Pepi ist noch jung, der verdient jetzt erstmal das Geld, das er dann als Entschädigung abführt :-)

alpentiger
05
18.8.2011, 22:18
Geh bitte, die Politiker wollen die Transparenz ja immer nur beim politischen Gegner ....

Eigentlich sind die Politiker nur Treuhänder des Volkes, weshalb die Transparenz kein Problem sein darf. Nur die Lobbies und natürlich die Parteien bocken, weil die gehören zu allererst transparent gemacht.

So geht es wie der Peppi Pröll das schon immer wußte:
1) Bissl Lärm um das Werkl zum politischen Kleingeld sammeln
2) Spätestens die Egomanen unter den Landeshauptläuten verhindern es sowieso
3) Die Parteien, Kammern, Lobbyclubs will die Politkaste eh nicht transparent
4) in Österreich haben sinnvolle Transparenzen keine Lobby und keinen Erfolg
5) Sorgen wir dafür, dass das Werkl nicht funktioniert
6) Ruhe sanft als österr. Lösung wie bisher.

Harald Schoenknecht
00
19.8.2011, 11:56

absolut... die Schwarzen haben gedacht das sie abblitzen, und jetzt, wo es um die Realisierung geht, bekommen sie kalte Fuesse... denn ihre eigenen Zuwendungen wuerden dann ja auch oeffentlich *g*

Wenn sie abgeblitzt waeren, dann haetten sie herrlich "die boesen Roten, was haben die denn zu verstecken?" rufen koennen...

PeAcE

Inno Vision
 
04
18.8.2011, 21:50
Ich hoffe, Fekter hat bei ihrem

privaten Projekt gegen den Nachbarn auch keine Chance. Fekter und der Fleischer.
Die ÖVP Frauen sind allesamt einsame Spitze an Unzumutbarkeit.

ganzsichernicht
 
02
19.8.2011, 09:19
...na, ob die zwa wirklich frauen sind, ist nicht bewiesen...

Glaubensbruder
06
18.8.2011, 21:36
Der Spritpreisrechner

hat schon unsere staatsnahen IT-Spezialisten überfordert. Wie sollen die dann ein Projekt mit der Komplexität der Transparenzdatenbank bewältigen?

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