Uni-Finanzierung

Rektoren-Vizechef verlangt geförderte Kredite für Österreichs Universitäten

Interview | Katrin Burgstaller und Rosa Winkler-Hermaden, 19. August 2011, 13:39
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    "Ich will ja nicht, dass die Universitäten in irgendwelche Termingeschäfte oder sonstige riskante Finanzprodukte einsteigen. Was ich will, ist eine eigentlich konventionelle im ganzen Wirtschaftsleben tagtäglich übliche Praxis."

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    "Man muss vielleicht manchmal ein bisschen beiseitetreten von den breitgetretenen Pfaden."

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    "Es besteht die große Gefahr, dass Töchterle seinen Bonus verspielt, indem er die Universitäten immer und immer wieder vertröstet - und sich vielleicht auch selbst zu lange vertrösten lässt."

Gerald Bast: EU-Fonds für deutsche Studenten anzapfen

In der Diskussion um die Finanzierung der Universitäten lässt Gerald Bast, Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien und Vizevorsitzender der Universitätenkonferenz, mit einem neuen Konzept aufhorchen: Die Universitäten sollen Kredite aufnehmen, um die Finanzierungsprobleme zu lösen. "Was macht ein Unternehmer, wenn er dringend eine Investition tätigen muss? Völlig logisch: Er nimmt Kredite auf." Der Staat bediene sich in verschiedensten Bereichen dieses Schrittes, sei es beim Tunnel-Bau oder bei der Bankeninfrastruktur. Die von den Rektoren geforderte Uni-Milliarde könne so aufgestellt werden. Welche Ideen er hat, um den Andrang von deutschen Studierenden einzubremsen und womit Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle seinen Start-Bonus verspielen könnte, sagt er im Interview mit derStandard.at.

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derStandard.at: Vor nicht allzu langer Zeit haben Sie in Hinblick auf die Universitäten gesagt, Sie wollen nicht hinnehmen, dass eines der reichsten Länder der Erde mit unglaublichem Zukunftspotenzial zerstört wird. Sie seien ein gnadenloser Optimist, der das nicht zur Kenntnis nehmen will. Woher kommt dieser Optimismus?

Bast: In Zeiten wie diesen ist Optimismus ganz dringend notwendig, weil man nur mit viel Optimismus und Tatkraft schwierigen Situationen entgegen treten kann.

Außerdem glaube ich, dass in Wahrheit viele ein Interesse daran haben, dass die Universitäten funktionieren, damit dieses Land eine Zukunft hat. Ich unterstelle niemandem völlige Gleichgültigkeit, Ignoranz oder Böswilligkeit. Man muss nur das richtige tun und vielleicht manchmal ein bisschen beiseitetreten von den breitgetretenen Pfaden.

derStandard.at: Die MedUni-Wien warnt vor einem Ärztemangel im AKH, der Rektor der Uni Wien droht mit der Schließung einzelner Studienrichtungen, die TU Graz ruft zu Spenden auf - die Universitäten plagen Finanznöte. Wie schwerwiegend sind die Probleme?

Bast: Die Probleme sind sehr gravierend, sie werden ab dem Jahr 2013 dramatisch und existenzgefährdend für viele Teile des Universitätssystems. Mir geht nur die Art, wie jetzt diskutiert wird, zunehmend auf die Nerven. Da gibt es die Unis, die völlig zu Recht sagen, wir brauchen mehr Geld. Die Politiker sagen, es tut uns leid, wir haben nicht mehr Geld. Dann sagen die Unis, wir müssen Personal kündigen, Studienrichtungen streichen - alles was jetzt so diskutiert wird - und die Politiker reagieren darauf entweder mit Schweigen, Ratlosigkeit, Achselzucken oder dem Hinweis, so schlimm wird es schon nicht werden. Das ist keine Art, wie man eine zukunftsorientierte Diskussion führen kann. Das ist eine Todesspirale für die Politik und die Universitäten, aus der wir dringend herauskommen müssen. 

derStandard.at: Bis Jahresende muss die Regierung das Budget für die österreichischen Universitäten für 2013 bis 2015 bekanntgeben. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle hat angekündigt, er werde sich in den Verhandlungen mit Finanzministerin Maria Fekter für ein höheres Uni-Budget für die kommende Leistungsvereinbarungsperiode einsetzen. Die Rektoren verlangten zuletzt eine Bildungsmilliarde. Wie kann ein entsprechendes Finanzierungskonzept aussehen?

Bast: Es gibt nicht eine einzige Lösung für dieses Problem, sondern es gibt mehrere Elemente und Module, die man zusammensehen muss. Vorweg sollte einmal außer Diskussion gestellt werden, dass aus dem Bundesbudget alle Universitäten die Teuerung abgegolten bekommen. 

Den Universitäten wird sehr gerne vorgeworfen, sie würden nicht wirtschaftlich denken oder nicht so denken wollen. Ich habe auch immer wieder vertreten, dass man die Universitäten nicht so einfach mit Wirtschaftsunternehmen gleichsetzen kann. Aber trotzdem möchte ich einmal darauf zurückgreifen. Was macht ein Unternehmer, eine Unternehmerin, wenn er oder sie dringend eine Investition tätigen muss, wissend, dass wenn die Investition nicht gemacht wird, das Unternehmen den Bach runter geht? Was macht ein Unternehmer, wenn er diese Investition nicht aus dem laufenden Budget finanzieren kann? Völlig logisch: Man nimmt Kredite auf. Überall in der Wirtschaft ist es so, dass langfristige Investitionen am Kapitalmarkt finanziert und refinanziert werden. Das ist das normalste auf der Welt. 

Der Staat bedient sich auch in verschiedensten Bereichen dieser Logik, bei den sogenannten Strukturinvestitionen. Der Koralmtunnel kostet mindestens 4,7 Milliarden Euro. Laut Experten wird es sogar in Richtung 10 Milliarden Euro gehen. Der Brennerbasistunnel kostet der Republik 5 Milliarden Euro. Beim 100-Milliarden Paket zur Rettung der Bankeninfrastruktur werden jedenfalls mehrere Milliarden Euro für die Republik schlagend werden. Jetzt frag ich mich, warum ist die geistige Infrastruktur, die notwendig ist, um Innovationskraft zu erhalten, nicht mindestens so viel wert? 

derStandard.at: Strukturinvestitionen für die Universitäten. Wie stellen Sie sich das vor?

Bast: Man könnte Universitätsanleihen begeben, das könnten entweder der Staat oder einzelne Universitäten machen. Man kann Universitäten Kreditrahmen geben, in denen sie Zukunftsprojekte über Kredite finanzieren. 

Das ist eine Frage, die man mit Experten, insbesondere auch mit den Banken diskutieren müsste. Aber da müsste die Regierung einmal aktiv werden. Ich glaube auch, dass der österreichische Bankensektor sehr wohl Interesse daran haben könnte, nachdem hier wieder massiv Bedarf an Imagegewinn ist. Auch die Banken sollen hier einen Beitrag leisten und nicht Finanzprodukte als zusätzliche Gewinnquelle für sich sehen. 

Ob die Universitäten Kredite aufnehmen oder Anleihen begeben, ob der Bund das macht und den Universitäten das projektorientiert zuteilt, ist eine Frage der Details. Ich bin auch kein Anleihen- oder Finanzprodukt-Experte, aber da gibt es zu Hauf Leute. Wenn man den Universitäten diese Möglichkeit gibt, Geld aufzunehmen, muss der Bund den Universitäten auf jeden Fall in Form von Garantien für die nächsten Leistungsvereinbarungsperioden die Möglichkeit geben, diese Kredite langfristig wieder zurückzubezahlen.

derStandard.at: In welchem Zeitraum soll das passieren, dass es die Möglichkeit gibt, Kredite aufzunehmen?

Bast: Bei den Banken haben wir gesehen, dass eine riesige Lösung innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten möglich ist - wenn der politische Wille da ist.
Es könnten völlig neue Dinge gemacht werden, wo auch die Politik gemeinsam mit den Universitäten Steuerungsinteressen wahrnehmen kann. Wenn hier zusätzlich eine Universitätsmilliarde zur Verfügung steht, kann man wirklich auch Probleme in der Struktur der Universitätslandschaft bereinigen. 

derStandard.at: Wie sollen die Universitäten die Kredite zurückzahlen?

Bast: Die Universitäten schließen im Rahmen der Leistungsvereinbarung einen Vertrag ab, der definiert, was sie in den nächsten drei Jahren zur Erfüllung ihrer Aufgaben an Budget zur Verfügunghaben. Da könnte es sein, dass die Leistungsvereinbarung ein eigenes Kapitel beinhaltet, das regelt wie mit der Rückzahlung von solchen Investitionskrediten umgegangen wird. Wo vertraglich zwischen Universität und Republik gesichert wird, dass diese Rückzahlung durch die Anhebung der Leistungsvereinbarung für die Universitäten möglich ist. Es könnte auch gesteuert werden, ob und für welche Zwecke eine Universität Kredite aufnehmen soll. 

derStandard.at: Wenn für die Universitäten auch Anleihen begeben werden, besteht da nicht die Gefahr, dass die Anleihenkäufer ein Mitspracherecht haben wollen?

Bast: Eine Anleihe ist etwas anderes als eine Aktie. Ich bin weit davon entfernt aus den Universitäten Aktiengesellschaften zu machen. Für mich ist es keine Alternative die staatlichen Universitäten zu privatisieren, in dem Sinn, dass private Aktionäre Einfluss auf die Universitäten bekommen. Diejenigen, die Anleihen zeichnen, haben nirgendwo Mitspracherechte.

derStandard.at: Ist Ihre Idee in diesen Zeiten besonders mutig? Kredite und Anleihen sind doch sehr negativ behaftet. 

Bast: Ich will ja nicht, dass die Universitäten in irgendwelche Termingeschäfte oder sonstige riskante Finanzprodukte einsteigen. Was ich will, ist eine eigentlich konventionelle im ganzen Wirtschaftsleben tagtäglich übliche Praxis. Wenn der Eigentümer momentan nicht das Kapital hat, um eine notwendige Investition zu tätigen, holt er sich das Geld am Kapitalmarkt. Die Banken könnten großes Interesse haben, dass sie endlich eine positive Rolle spielen. 

derStandard.at: Bleibt Ihre Forderung nach einer Studienplatzfinanzierung aufrecht? 

Bast: Das soll zum Teil durch dieses neue Modell finanziert werden. Diese Forderung bleibt, aber der Terminus ist etwas verkürzt. Dass man den Universitäten nur für Studienplätze Geld gibt, reicht nicht, es muss parallel dazu eine Basisfinanzierung der Infrastruktur für die wissenschaftliche und künstlerische Grundlagenforschung geben. 

derStandard.at: Wird Ihr Konzept Anklang finden?

Bast: Ich habe mir abgewöhnt Politik zu prognostizieren, aber nachdem ich ein Optimist bin, baue ich darauf, dass über eine breite Diskussion Druck für konkretes Handeln entsteht.

derStandard.at: Um den vielzitierten "Ansturm der Deutschen" zu bewältigen, haben Sie Strukturfördermittel der EU vorgeschlagen. Was genau meinen Sie damit?

Bast: Österreich hat einen gleichsprachigen Nachbarstaat, der zehnmal so groß ist, der den Studienzugang limitiert: Wo Fakt ist, dass Leute, die den Numerus Clausus nicht bestehen, nach Österreich gehen. Wenn ich sage, das ist ein Problem für die österreichischen Universitäten, ist das keine Missachtung, dass die österreichischen Universitäten internationaler werden müssen. Es ist ein Strukturproblem. Es gibt die europäischen Strukturfonds, wo ausdrücklich drinnen steht, dass diese Fonds zur Unterstützung von Maßnahmen zur Beseitigung der Ungleichgewichte der Regionen dienen. Warum probieren die österreichischen Politiker nicht hier Geld zu bekommen? Für bestimmte Bereiche Österreichs und der österreichischen Jugend besteht eine immanente Gefahr und ein immanenter Wettbewerbsnachteil, den es auszugleichen gilt. 

Genauso in der Landwirtschaft, wo auch Probleme ausgeglichen werden. Wenn man sich hier sich aus diesem Strukturfonds 10.000 Studienplätze zu 10.000 oder 15.000 Euro pro Jahr finanzieren lässt, hat man 100 bis 150 Millionen im Jahr. Das ist für die EU keine riesen Summe. Für die betroffenen Universitäten wäre das ein enormer Gewinn. Wenn das nicht möglich ist, wird man wieder zurückgehen müssen auf die Forderung nach Quoten, was die EU überhaupt nicht gern sieht. 

Noch drastischer wäre folgendes, ich sage nicht das ich es will: Wir könnten auch für manche Studienrichtungen kostendeckende Studienbeiträge von allen verlangen und gleichzeitig bekommen österreichische Staatsbürger einen gesetzlichen Anspruch auf Studienbeihilfe jedenfalls in der Beitragshöhe. Das wäre EU-rechtlich zulässig.

derStandard.at: Karlheinz Töchterle hat die Rektoren bisher auf den Herbst vertröstet. Wird er sich durchsetzen können?

Bast: Es besteht die große Gefahr, dass er seinen Bonus verspielt, indem er die Universitäten immer und immer wieder vertröstet - und sich vielleicht auch selbst zu lange vertrösten lässt. Die Universitäten haben sehr große Hoffnungen in ihn gesetzt. Grund dafür ist, dass er kein traditioneller Politiker ist, der in diesen Machtspielen sozialisiert wurde, sondern, dass er die Sachlage der Universitäten kennt und wirklich etwas Gutes für die Universitäten erreichen will. Das ist sein Vertrauensbonus, den die Universitäten zu seinen Gunsten haben.

Je schneller die Zeit vergeht, desto stärker gefährdet ist diese Rolle. Ich habe schon einmal an die Regierungsmitglieder appelliert: Lasst ihm bitte den Erfolg. Wenn Töchterle scheitert, scheitert die Bundesregierung in einer ganz wichtigen Zukunftsfrage, deren Lösung mindestens so wichtig ist wie die Tunnelinfrastruktur, die Banken- und die Landwirtschaftsinfrastruktur. (Katrin Burgstaller, Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 19.8.2011)

GERALD BAST (55) wurde in Freistadt, Oberösterreich, geboren. Er ist seit 2000 Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien und Vizepräsident der Österreichischen Universitätenkonferenz. Davor war er Beamter im Wissenschaftsministerium.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 153
1 2 3 4
^gutmensch
00
26.8.2011, 07:34
ein Künstler, kein Wirtschaftler... oder?

klaus werlach
01
26.8.2011, 08:54
falsch:

ein wirtschaftler und kein künstler!

Gert Bachmann
 
03
21.8.2011, 13:16
weils gerade so schön zu den tollen Finanzierungsstrategien passt ....

hier nochmal als öffentliches Ärgernis mein Unkenruf aus 2006: http://www.univie.ac.at/ULV/ULVak... silico.htm

In diesen fünf Jahren hat sich bereits leider beinahe die Hälfte der Unkenrufe erfüllt.
Das Gehalt der autonomen RektorInnen ist in diesem Zeitraum im Durchschnitt um 15% gestiegen.
Wo war da die Leistung?

quid habet aurem audiendi, audeat!

Fritz Meyer
00
21.8.2011, 07:15
Die Misere also noch verlängern und verschärfen.

Irgendwie kein Wunder, dass der Herr nur Vizechef ist.

Warum nicht einfach mal von der Politik ein stärkeres Eintreten FÜR die Bildung fordern. Und zwar nicht nur in Form von schönen Worten sondern auch mit entsprechenden Budgets.

Oder tritt der Herr dann damit seinen eigenen Parteigenossen zuviel auf die Zehen?

Hans Funkelfels
01
21.8.2011, 08:11

Vize oder nicht, mein Ansehen gegenüber der Universität für angewandte Kunst ist wieder nur gesunken.

So ein Blödsinn der Vorschlag. Ein Kredit macht nur dann Sinn, wenn man erwartet in Zukunft besser zurückzahlen zu können als gerade eben.

Arbeiterführer Kuhaltinger
 
10
23.8.2011, 08:17
Ihr

Ansehen ist gesunken.Aha!

WernaeI Spindelmann
01
21.8.2011, 00:26
Vollkommen richtig! Alles was Österreich fehlt sind noch mehr Staatsschulden!

"Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien" *sic*

Mr. Wahoo
00
20.8.2011, 21:17
ich verstehs ja nicht ganz...

das Budget auf den Unis geht sich nicht aus. Man nimmt einen Kredit und hat für eine gewisse Zeit mehr Spielraum um zu investieren, danach wird ein immer größerer Teil des Budgets notwendig, um die Kredite und Zinsen zurückzuzahlen.
Die Uni ist auf öffentliche Gelder angewiesne + ev. fremdbezahlte Diensleistungen + Sponsoring. Da wird sich im Wesentlichen die nächsten Jahre nicht viel ändern, wenn es da Spielraum gibt, warum beginnt man nicht jetzt diesen auszubauen, bevor man auf Pump finanziert.
Ich kann mir das nur als sinvoll vorstellen, wenn man über 4 Jahre Amtszeit Geld lukrieren will und danach hinter mir/ihm die Sintflut...

spionin
01
20.8.2011, 17:51
Studienbeiträge ...

.... bringen auf der Angewandten aber nicht den gewünschten Geldregen. So viele studieren dort nicht. Das könnte ein größerer Sponsor sicher abdecken!
Aber die Angewandte hat Erfahrung in Elitendenken und in Selektion. Ist das doch eine der Universitäten, bei denen Studienplatzbewirtschaft, eine Studienzugangsregelung ganz normal ist - seit immer!

klaus werlach
00
26.8.2011, 08:57
man würde es bestimmt anders machen

wenn man nicht die qualtität auf´s spiel setzen würde.

naihoit
01
20.8.2011, 16:27
Kostendeckende Studiengebühren und gesetzlich garantierte Stipendien für alle österr. StudentInnen,

das wäre DIE Lösung.
Das meinte ich schon, als die Liesl noch gelähmt auf das EU-Urteil wartete und hoffte, daß es nicht so kommen werde, wie es ihr alle Belesenen prophezeiten.
Mir hat die seinerzeitige Lösung, daß hier alle studieren dürfen, die das auch im Heimatland könnten, ja gut gefallen, ich hielt das für fair.
Die EU sah das anders, na gut, reagieren wir halt.
Aber starr vor Schreck in Untätigkeit verharren und jammern steht PolitikerInnen nicht gut.
Und die Bildung aus Kostengründen darben lassen ist für ein Land, das außer Wissen nicht viel hat, das Kurzsichtigste überhaupt.

der schwitzbär der schwitzt sehr
00
20.8.2011, 16:17
dann kommt zur Misere noch die Zinslast dazu

more ideas
 
00
20.8.2011, 15:21
studiengebuehren mit stipendien "ok"

100 € sind ja "kein 'problem'"

problem ist aber, dass man sowieso
"600 netto " + "200.. familienbeihilfe"
als eltern pflichtbeitrag hat
und noch bei ca. (300 netto) Pensionsbeitrag
(basis 2500) zu "finanzieren" hat.

Kosten netto ca. 1000 €

da lebt der "Student" bei 800 € (Mindestsicherung),

wenn er Glueck hat mit Job (300 € +)

Frage: Wo ist dann die Stipendiumgrenze,
Wer kann es sich "richten"

^gutmensch
10
20.8.2011, 15:12
Schulden machen herr Rektor...

wie war der Griechenlandurlaub?

bösartiger gutmensch
11
20.8.2011, 14:56
"Die Universitäten sollen Kredite aufnehmen, um die Finanzierungsprobleme zu lösen."

was ich nicht ganz verstehe:

die unis sitzen lt deren veröffentlichter rechnungsabschlüsse auf einem riesen haufen geld. warum wird nicht einfach das mal verwendet und dann bei liquiditätsproblemen an fremdfinanzierung gedacht?

wenn jetzt kredite aufgenommen werden, müssen dafür zinsen gezahlt werden. ich kann mir schwer vorstellen, dass der zinssatz für derartige kredite geringer ist als der für täglich fälliges geld am konto bzw den veranlagten wertpapieren. die differenz zahlt schlussendlich der steuerzahler und es profitieren davon die banken.

bösartiger gutmensch
11
20.8.2011, 14:56
Teil 2

ich hab mir mal die mühe gemacht, von 10 unis die rechnungsabschlüsse anzusehen, die liquiden mittel sowie die wertpapiere (nicht betriebsnotwendig!) zusammenzuzählen und das in bezug zur bilanzsumme zu setzen.

im schnitt ist beinahe ein drittel der bilanzsumme bares geld und fast die hälfte der bilanzsumme liqu Mittel sowie wertpapiere.

bei der angewandten beträgt zum 31.12.2009 (der aktuelle abschluss ist noch nicht veröffentlicht) der anteil der liqu Mittel sowie der wertpapiere an der bilanzsumme ganze 56%!

bei der TU liegen zum 31.12.2010 stolze 50 mio auf der bank. 50 Mio euro!!

da von kreditaufnahmen zu reden ist irrsinn.

Bevor nach neuem Geld geschrien wird, sollte mE mal das vorhandene verwendet werden.

Denksportler
01
20.8.2011, 15:22
Wozu fast 16 Marketing-Mitarbeiter/innen?

Eine mittelgrosse Wiener Uni beschäftigt für das Betreiben eines Online-Shops für Merchandizingartikel und die Kür des Managers des Jahres 16 Mitarbeiter/innen. Und da sind die zahlreichen extern zugekauften Dienstleister/innen noch gar nicht berücksichtigt. Die Reaktion des Rektors dieser Uni: Er schreit nach mehr Geld und will dies vor Gericht einklagen.

wizenstain
01
20.8.2011, 15:02
dann noch evtl. ausrechnen, ob man nicht überhaupt von den zinsen leben könnte :)

bösartiger gutmensch
00
20.8.2011, 23:23
haha! das machen dann wohl die banken

eine genauere analyse der rechnungsabschlüsse der universitäten zeigt, dass diese mitunter in kreditunterbeteiligungen investieren, weil da der zins akzeptabel zu sein scheint und das risiko gering ist:

der bund nimmt bei einer bank einen kredit auf. die uni hat zu viel flüssige mittel und veranlagt die dann in einer kreditunterbeteiligung bei dieser bank. der zugrunde liegende kredit ist der des bundes.

ja mal ehrlich: was soll das? der bund gibt der uni geld und nimmt dafür einen kredit auf, die uni wird durch diese kreditunterbeteiligung gläubiger des bundes??

und dann wird lauthals nach mehr geld gerufen! das ist wirklich lächerlich.

profitieren werden davon nur die banken.

wizenstain
00
21.8.2011, 10:25
noch eine idee> man koennte die raika-filialen fuer lehrveranstaltungen mitbenuetzen

aehnlich dem postmodell>
postfiliale=kaufhaus=tabaktrafik etc.

Rudine Karell
12
20.8.2011, 13:40
Ich find das super,

wenn die Kreditmentalität nun schon bei den Rektoren angekommen ist, dann werden die Studenten das auch gleich so lernen und danach praktisch anwenden. Gute Nacht Österreich?

Kann man diesen Rektor nicht mal ein Jahr an eine Lidl-Kassa setzen, damit der Armleuchter mal lernt wie der Rest des Landes das Geld verdient das er verheizt?

Manni Lekmi
00
20.8.2011, 13:08
Also die Kreditlast vom Staat...

...an die Unis auslagern. Vielleicht noch die Kredite in Packete zusammenschnüren und verkaufen. Dann blos nicht vergessen, Versicherungen gegen den Ausfall anbieten!

"Das ist eine Frage, die man mit Experten, insbesondere auch mit den Banken diskutieren müsste."

Au ja!

Barnabas
 
02
20.8.2011, 14:38
Alles auf Pump...

Typisch, geförderte, gesicherte, fremdgewährte, mündlsichere - aber Hautpsache Kredit. Ans Zurückzahlen denkt sowieso niemand. Ich habe 3 Studien abgeschlossen und alles was ich heute brauche leider erst selbst bzw in der Praxis lernen müssen. Unis sollten endlich messbar werden, und zwar an der Praxistauglichkeit bzw an der Kompetenz.

betwixt
03
20.8.2011, 13:03

Bitte Bitte Frau Burgstaller, Frau Winkler-Hermaden, die Universitätenkonferenz ist ein Verein, so etwas wie einen "Rektorenchef" oder einen "Rektoren-Vizechef" gibt es nicht.

Das Interview ist von Bast hoffentlich als Karikatur angelegt.

Rudine Karell
03
20.8.2011, 13:40

Na Gott sei Dank.
Ich hab schon befürchtet der spricht im Namen aller Rektoren?

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