OECD-Vergleich

Österreich bei Vermögens­steuern fast Schlusslicht

18. August 2011, 14:54

Einnahmen aus Vermögenssteuern machen 0,5 Prozent des BIP aus, Großbritannien liegt mit 4,2, die USA mit 3,4 Prozent weit darüber

Wien - Befürworter von höheren Steuern auf Vermögen könnten sich bestätigt fühlen, denn laut den jüngsten Daten der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zählt Österreich hier international weiterhin zu den Schlusslichtern. Demnach beliefen sich die Einnahmen aus Vermögenssteuern im Jahr 2008 auf nur 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukt (BIP). Der OECD-Schnitt betrug 1,8 Prozent.

Die niedrigsten Werte wurden im OECD-Vergleich etwa in der Slowakei und Tschechien mit je 0,4 Prozent des BIP oder Mexiko mit 0,3 Prozent verzeichnet. Danach rangiert bereits Österreich mit 0,5 Prozent (2007: 0,6 Prozent). Auch in den Nachbarländern Deutschland und Ungarn lagen die Einnahmen aus Vermögenssteuern mit jeweils 0,9 Prozent des BIP unter einem Prozent sowie unter dem OECD-Durchschnitt. Genau im Schnitt lag Irland mit 1,8 Prozent. Die Schweiz kam auf einen Anteil von 2,2 Prozent. In Frankreich oder Kanada etwa beliefen sich die Einnahmen aus Vermögenssteuern auf 3,4 Prozent, in den USA auf 3,2 Prozent und in Großbritannien auf gar 4,2 Prozent des BIP.

Auch gemessen am gesamten Steueraufkommen sind die Einnahmen aus Vermögenssteuern in Österreich äußerst niedrig. 1,3 Prozent aller Abgaben kamen 2008 aus vermögensbezogener Besteuerung, im OECD-Durchschnitt waren es 5,4 Prozent. Die höchsten Werte wurden in diesem Bereich in den USA (12,1 Prozent des Steueraufkommens aus Einnahmen von Vermögenssteuern), in Korea (11,9 Prozent) sowie auch Großbritannien (11,6 Prozent) verzeichnet. Niedriger als in Österreich ist dieser Wert im OECD-Vergleich nur in Tschechien (1,1 Prozent). In Deutschland hatten die Einnahmen aus Vermögenssteuern einen Anteil von 2,3 Prozent an allen Abgaben. (APA)

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Juan Reigh
01
26.9.2011, 10:09
Dafür höchste Einkommensbesteuerung

Es ist richtig, dass Österreich Schlusslicht bei der Besteuerung des Vermögens ist.
Bis man aber durch Arbeit (nicht durch Erben) zu einem Vermögen kommt, hat man ein Vielfaches an Einkommensteuer bezahlt - im Vergleich zu anderen Ländern.
Frankreich : 41 % STeuersatz ab 500.000 Euro
Deutschl. : 44 % Steuersatz ab 300.000 Euro
Österreich : 50 % Steuersatz ab 50.000 Euro !!!
Kann das nicht endlich einmal Jemand DEUTLICH SAGEN !!!!!

Fakten sind egal- was zählt ist die Meinung
00
14.9.2011, 10:37

Das ist das einzige politische Konzept der ÖVP: vorsätzlich falsche Behauptungen aufzustellen um die eigene Klientel bzw. die derzeitigen Parteigönner und den zukünftigen Jobmöglichkeiten nicht vor den Kopf zu stossen. Das Fekter-Interview wird diesbezüglich wohl in die Geschichte der Medienkommunikation eingehen.

Wer weiß für wen Mensdorf und Konsorten noch "Interessen" vertreten bzw. vertreten haben. Man wird da in dieser gesellschaftspolitischen Diskussion wohl den ein oder anderen Trumpf in der Hand haben.

Fakt ist, dass über die Möglichkeiten nicht einmal serös diskutiert wird. Das wäre das Mindeste, was man von einer Regierungspartei erwarten könnte.

HTK
02
25.8.2011, 21:56
Das Problem ist,

dass jeder Leasing-Porsche Fahrer, oder jeder Eigenheim-"Besitzer" glaubt er ist reich.

Sonst gäbe es nicht solche Widerstände gegen Vermögenssteuern. Die Wahrheit ist jedoch, 1% der Österreicher besitzen 34% des Vermögens.

Da müsste es doch ein Leichtes sein eine Mehrheit für ein Reichensteuer zu bekommen. Eine Steuer die 99% der Österreicher auf Grund von Freibeträgen nicht betrifft.

Mary Anne
00
11.1.2012, 08:04

Die Diskussion ist ohnehin eine populistishe, denn auch im OECD Schnitt ist der Teil des Steueraufkommens dadurch sehr gering. Man sollte auch mal wieder die Ausgabenseite diskutieren...

Laird of Glenmore
01
29.8.2011, 17:25

Vollkommen richtig, aber die Blauparteien, die ÖVP und teilweise auch die SPÖ schüren immer völlig falsche Ängste, um die Interessen ihrer Finanziers und der Superreichen nicht zu gefährden.

ghostworld
01
19.8.2011, 14:06

Wenn Steuern auf Vermögen und Vermögenszuwachs angehoben werden, gehen Swarovski, Lugner, Mateschitz, Lauda und Stronach sofort nach Mexiko. Das wär fast einen Versuch wert ... ;-)

schwechater
00
19.8.2011, 14:32

Swarowski hätte nicht auf ihren Tip gewartet

ghostworld
00
19.8.2011, 20:23

Verstehe, die ist schon in Mexiko. Wär mir nicht einmal aufgefallen.

jassl11
42
19.8.2011, 12:55

unglaublich, wie 'gerne' die leute in dem land steuern zahlen MÖCHTEN. siehe die meisten postings; oder darf ich das eher so interpretieren: 'sicher bin ich für hohe steuern!' ('...solange es die anderen trifft, und ich eigentlich davon profitiere', sprich: umverteilung, aber bitte schön zu mir).

Fakten sind egal- was zählt ist die Meinung
00
14.9.2011, 10:43
Meister, hör zu...

1.) Ich, 51,6% Steuern!
Die Gstopftn: 0 - maximal 25%.
Kannst Du einen Unterschied erkennen?

2.) Ich: Brutto - Steuern - MWST = Kaufkraft.
Die Gstopft: Brutto = Kaufkraft. Dann erst Steuern (Sieh 1.) Rest ins Sackerl.

Kannst Du ein Ungleichgewicht wenigstens erahnen?

Mary Anne
00
11.1.2012, 08:07

Nachdem 50 Prozent der Oesterreicher - die Geringverdiener - gar keine Steuern bezahlen muessen, und 10 Prozent aber ueber 50 Prozent der Steuern bezahlen, scheinen die 'Gstopftn' gar nicht so wenig beizutragen...

Herman Toothrot
13
19.8.2011, 13:36

solidarität sagt ihnen was? ist freilich ziemlich aus der mode

Mirstetta Toni
11
19.8.2011, 14:04

solidarität gerne. wenn die mehreinnahmen dort ankommen, wo sie hingehören. nur würde das so leider nicht passieren.

Mike Freeman
11
19.8.2011, 19:22
Jo - wahrscheinlich nicht bei ihnen im Reihenhaus in der Vorstadtsiedlung.

Bei mir in der Innenstadtwohnung übrigens auch nicht.

Ich freu mich aber selber sehr über die tollen Straßen und die gut ausgebauten Öffis in Wien und, dass wir tatsächlich eine Infrastruktur haben die den ganzen Tag Strom und sauberes Wasser liefert. Nicht zu vergessen, dass wir ein Justizsystem haben, dass uns Rechtssicherheit garantiert wenn wir Arbeiten gehen und ein Gesundheitssystem und ein Schulsystem. Alles so Sachen wo die Umverteilung und die Solidarität wirken.

Aber ich kann verstehen, dass Sie das natürlich nicht sehen wollen und lieber rummotschgern. dass nichts dort ankommt wo Sie es haben wollen.

Mirstetta Toni
01
20.8.2011, 10:56

wie kommen sie darauf, dass ich in einen reihenhaus wohne?

und jede zusätzlich steuer wird unter garantie zum flicken von budgetlöchern hergenommen.

Andreas Prucha
00
30.8.2011, 07:18

Auch nicht so schlimm, wenn dadurch der Schuldenstand und die Zinsbelastung sinkt.

Robert Fien
01
19.8.2011, 12:23
Danke ÖVP, SPÖ und FPÖ!

Angeblich können wir uns weder eine anständige Finanzierung der Unis. noch Maßnahmen zum Klimaschutz, noch Entwicklungshilfe leisten und sind in all diesen Bereichen in der EU unter den letzten Plätzen obwohl wir eines der reichsten EU-Länder sind. Aber wir können natürlich nicht Kapitalsteuern wie in England oder zumindest wie in Deutschland einführen, denn das Kapital ist ja bekanntlich Scheu wie ein Reh... lol

Das ist alles Augenauswischerei der schwarzen und roten Bonzen die sich gemeinsam auf niedrige Steuern für Vermögen verständigt haben, auch wenn die Roten immer behaupten diese erhöhen zu wollen. Ich glaube ihnen kein Wort! Und die "Partei des kleinen Mannes" FPÖ hat in ihrer Regierungszeit bewiesen keinen Deut besser zu sein!

Mirstetta Toni
21
19.8.2011, 12:01

diese andauernden vergleiche mit anderen staaten sind schön langsam aber sicher fad.

zahlt man dort bei einer steuer weniger, ist es halt bei einer anderen mehr.

einemeinung
00
23.8.2011, 08:12
sonderfall

bei uns wird halt nur besteuert, wenn man arbeitet. Wir setzen auf Leistung? Nichtleistung oder Fremdleistung braucht nichts oder wenig beitragen - obwohl alle, die wasoder gar viel haben, am meisten von unserem Rechtsstaat und der Infrastruktur profitieren.
Etwas, das es in Mexiko oder auf einer Insel eben nicht gibt.
Es ist einfach: wir haben ein ungerechtes Steuersystem.

Fresno
11
19.8.2011, 12:20

Tatsächlich eine einfache Logik - zahlt man bei einer Steuer weniger, ist es halt bei einer anderen mehr. Nona.
Langweilig ist das ganz und gar nicht, denn die Verteilung der Steuerlast entscheidet darüber, ob die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinandergeht und die Mittelschicht weiterhin verkleinert wird oder ob es wieder zu einer gleichmäßigeren Verteilung von Vermögen und Wohlstand kommt.
Für mich eine der spannendsten politischen Fragen unserer Zeit.

Mirstetta Toni
10
19.8.2011, 12:27

dann sollte die ust. bei besserverdienern auf waren aller art wohl auch angehoben werden?

Fresno
11
19.8.2011, 13:06

Bitte beschäftigen Sie sich intensiv mit dieser Frage aus Ihrem interessanten Beitrag und berichten Sie uns hier im Forum, wenn Sie eine Antwort gefunden haben.

Mirstetta Toni
11
19.8.2011, 13:55

meine antwort:
nein zu allen zusätzlichen steuern.
der faktor arbeit muss endlich weniger besteuert werden.
keine spekulationen mit den basisteilen der grundnahrung.

und speziell in österreich: schluss mit dem beamtenstadl.

Freigeistin1
00
19.8.2011, 11:09

Nichtssagende Statistik. Die USA haben zwar (höhere) Vermögenssteuern aber SEHR geringe ESt.
Die meisten Bürger hätten wohl nichts dagegen dies bei uns wie in den USA zu regeln. Sehr gerne!!

Andreas Prucha
00
19.8.2011, 17:53

Die Einkommenssteuer in den USA ist tatsächlich lächerlich niedrig. In den 50ern war der Spitzensteuersatz über 90 %, und jetzt regt man sich schon auf, wenn jemand auf die Idee kommt den derzetigen Spitzensteuersatz von 35 % etwas anzuheben.

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