Magenspiegelung statt Magenband

In Hallein wurde einem übergewichtigen Patienten im Zuge einer Magenspiegelung eine Membran eingesetzt

Salzburg - Im Krankenhaus Hallein ist am Mittwoch erstmalig in Österreich an einem übergewichtigen Patienten ein neuer, schonender Eingriff zur Gewichtsreduktion angewendet worden. Anstelle einer Operation wurde ihm bei einer Magenspiegelung mit Kurznarkose eine Membran eingesetzt, welche die Passage der Nahrung durch den Zwölffingerdarm so steuert, dass der Patient abnimmt und sich der Blutzuckerspiegel bei Diabetes vom Typ II bessert, wie das Spital am Donnerstag in einer Aussendung bekanntgab.

Konkret verhindert die Membran eine Hormonfreisetzung, welche die Entstehung von Übergewicht und Diabetes begünstigt. Nach etwa zwölf Monaten - bei entsprechender Besserung auch schon früher - kann das System mit dem Endoskop wieder entfernt werden. Die Wirksamkeit dieser Methode ist laut Aussendung wissenschaftlich belegt. Wermutstropfen: Die Kosten werden im Krankenhausfinanzierungssystem derzeit nicht ersetzt.

Karl Miller, Leiter der Chirurgischen Abteilung des Krankenhauses Hallein, hat den Eingriff nach einer entsprechenden Ausbildung durchgeführt. Miller zeigte sich zuversichtlich, dass es auch zur Kostenübernahme für diese Art des Eingriffes kommen wird. (APA)

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