Für knapp 95.000 Neubauwohnungen wurde im ersten Halbjahr grünes Licht gegeben, ein Anstieg um 29 Prozent
Berlin - Der Immobilienmarkt in Deutschland brummt im Aufschwung. Die Zahl der Baugenehmigungen von Wohnungen kletterte im ersten Halbjahr rasant um fast 28 Prozent. Die Behörden gaben grünes Licht für den Bau von 108.600 Appartements - es waren fast 24.000 mehr als vor Jahresfrist, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. "Sichere Jobs und steigende Einkommen sorgen für den Anstieg", sagte Chefvolkswirt Andreas Geyer vom mittelständischen Bauverband ZDB. In den vergangenen Jahren hätten sich die Genehmigungen sehr schwach entwickelt. "Die Leute nehmen jetzt Geld in die Hand und leisten sich die eigenen vier Wände", sagte Geyer zu Reuters. "Der Nachholbedarf bricht sich nun offenbar brachial bahn."
Der ZDB hat im Wohnungsbau für 2011 ursprünglich ein Umsatzplus von 4,4 Prozent eingeplant. Geyer kündigte eine Erhöhung dieser Prognose an. "Das wird nicht reichen, denn die Baugenehmigungen wachsen seit Monaten nachhaltig." Im ersten Halbjahr wurden knapp 95.000 Neubauwohnungen bewilligt - etwa 29 Prozent mehr als vor Jahresfrist.
Die Vergleichsgröße für Nichtwohngebäude ist der sogenannte umbaute Raum. Dieser legte in den ersten sechs Monaten um 9,3 Prozent auf 96,2 Millionen Kubikmeter zu. Private Bauherren erhielten 13,5 Prozent mehr Genehmigungen, während die öffentliche Hand ein Minus von 22,5 Prozent verzeichnete. Vor allem der Bau von Fabriken und Werkstätten (plus 40,7 Prozent) sowie von Büro- und Verwaltungsgebäuden (plus 26,3 Prozent) wurde deutlich öfter genehmigt als zuvor. (Reuters)