Lisa Hütthaler

Schuldspruch, aber keine Zusatzstrafe

18. August 2011, 12:51

Nach ihrer Doping-Sperre gab Triathletin Lisa Hütthaler EPO- und Dynepo-"Restbestände" weiter

Wien - Bei der Justiz ist derzeit "Reinemachen" gegen Doping-Sünder angesagt. Nur wenige Stunden, nachdem der ehemalige ÖSV-Betreuer Walter Mayer zu 15 Monaten teilbedingter Haft verurteilt wurde, hatte sich die Triathletin Lisa Hütthaler am Donnerstag wegen Weitergabe von verbotenen Doping-Präparaten im Bezirksgericht Wien-Fünfhaus zu verantworten. Die 28-jährige legte ein umfassendes Geständnis ab, was sich bei der Strafbemessung für sie bezahlt machte.

Richter Christian Fink sprach die Sportlerin, die im März 2008 des Blutdopings überführt und von der Nationalen Anti-Doping Agentur Austria (NADA) für 18 Monate gesperrt worden war, nach dem § 22a Anti-Doping-Gesetz schuldig. Er sah allerdings von der Verhängung einer Zusatzstrafe ab: Das Gericht hatte auf Hütthalers Verurteilung aus dem Jahr 2009 bedacht zu nehmen. Sie war damals wegen Bestechung zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt worden, nachdem sie einer Mitarbeiterin im WADA-Labor in Seibersdorf Geld angeboten hatte, wenn im Gegenzug ihre Doping-B-Probe negativ ausfalle.

Der Richter befand, bei einer Gesamtbetrachtung sei eine insgesamt fünfmonatige Bewährungsstrafe angemessen, zumal Hütthaler ein reumütiges Geständnis abgelegt und an der Aufklärung von Doping-Vergehen mitgewirkt hatte. Die Sportlerin hatte unter anderem im Verfahren gegen den Sportmanager Stefan Matschiner ausgesagt und mit diesen belastenden Angaben zu dessen Verurteilung beigetragen.

In ihrem eigenen Verfahren gab Hütthaler zu, sie habe nach ihrer Doping-Sperre ihre nicht mehr benötigten "Restbestände" an EPO und Dynepo loswerden wollen. Zum einen habe sie sich an den mittlerweile ebenfalls abgeurteilten Ex-Radfahrer Christof Kerschbaum gewandt, der sie einst mit den benötigten illegalen Substanzen versorgt hatte. Kerschbaum habe 20.000 Einheiten EPO zurückgenommen und ihr 250 Euro übergeben, nachdem er sie per SMS davon in Kenntnis gesetzt hatte, dass er für die an sich bereits abgelaufene Charge zwei Abnehmer gefunden hatte ("Deine Sachen sind schon an den Mann gebracht").

Zum anderen habe sie Ende 2008 der Langstreckenläuferin Susanne Pumper um 250 Euro 20.000 Einheiten EPO und 30.000 Einheiten Dynepo verkauft, gab Hütthaler zu Protokoll. Pumper war im Frühjahr 2008 positiv auf EPO getestet und für zwei Jahre gesperrt worden. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Pumper sind mittlerweile eingestellt worden: Das Inverkehrsetzen von verbotenen Substanzen war ihr nicht nachzuweisen, der bloße Besitz ist nicht strafbar.

Einen kleinen Teil ihres Doping-Mittel-Bestands habe sie auch noch einem "Kurier"-Journalisten überlassen, der die Charge in einem Labor überprüfen lassen wollte, legte Hütthaler abschließend dar.

Nach Rücksprache mit ihrer Anwältin erklärte sich die Triathletin mit dem Urteil einverstanden. Die Bezirksanwältin gab keine Rechtsmittelerklärung ab, die Entscheidung ist daher nicht rechtskräftig. (APA)

ludwig123
00

und Walter Mayer kriegt eine unbedingte Haftstrafe obwohl ihm kein Dopinghandel nach 2008 (als Dopinghandel unter Strafe gestellt wurde) nachgewiesen konnte.

Norrlandskille
00
18.8.2011, 18:07
Mir tut die Lisa Hütthaler leid!!

Die gute Frau ist 28 Jahre alt, hat zumindest die Matura in der Hand und hätte alle Chancen der Welt ein ausgefülltes Leben zu führen.
So wie es 98% der normalsterblichen 28zig-Jährigen auch machen!!

Die gute Lisa H. sitzt wegen ihrer Dopingkariere, d.h. wegen ihrer Spitzensportambition im Häfen!!
Das hätte nicht sein müssen!!!!!

Also, an alle Kinder und Jugendliche:
Hände weg vom SPITZENSPORT!

Norrlandskille
00
18.8.2011, 23:21
fünf Monaten bedingter Haft

Ich muss mich korrigieren.
Ich habe das "bedingt" überlesen.
Also, nix mit Häfen. Trotzdem kein Ruhmesblatt!

frankenbacher
00
18.8.2011, 14:32

Da wird man wegen Doping gesperrt und statt das Zeugs schnell das Klo runterzuspülen will man es noch gewinnbringend verkaufen?

Am Punkt
00
18.8.2011, 13:07

wird es den tag geben an dem ich einen wettbewerb fahre und auf einmal 100 plätze verbessert ins ziel komme weil die ganzen junkies gesperrt sind?!?

ich befüchrte leider nein!

NaWerSagtsDenn
00
18.8.2011, 13:30
Eine Frage der Zeit;

In der Klasse 60+ geht sich das locker aus (da sind dann keine "Junkies" mehr, weil die bereits einer sinnvolleren Beschäftigung nachgehen).

XYZ123
00
19.8.2011, 08:10
Darauf würde ich nicht hoffen .....

Schau dir an was in M50 heute für Leitungen gebracht werden - unglaublich.....

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