Vatikan stellt Dokumente zu US-Missbrauchsskandal ins Netz

17. August 2011, 20:23

Papst Benedikt XVI. erklärte eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Missbrauch im Priesteramt

Vatikanstadt - In einem ungewöhnlichen Schritt hat der Vatikan am Mittwoch Dokumente zu einem Missbrauchsskandal in den USA ins Internet gestellt. Darin geht es um den inzwischen verstorbenen Priester Andrew Ronan aus dem US-Staat Oregon, der 1965 einen 17-jährigen Jugendlichen missbrauchte. Das Opfer klagte gegen den Vatikan, dem er vorwarf, von Ronans Pädophilie gewusst, aber diesbezüglich geschwiegen zu haben. Der Vatikan erfuhr hingegen nach eigenen Angaben erst 1966 von dem Fall, als Ronan nach Bekanntwerden der Vorwürfe selbst um seine Amtsenthebung bat.

Mit der Veröffentlichung der Dokumente bekräftigte der Vatikan diese Haltung. Die Unterlagen zeigten, dass die Anschuldigungen gegen den Heiligen Stuhl falsch und von "verleumderischem Charakter" seien, erklärte der Verteidiger des Vatikans, Jeffrey S. Lena. Der Fall wird derzeit vor einem Gericht in Oregon verhandelt.

Vor zehn Jahren waren erste Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in den USA ans Licht gekommen. Seitdem wurden tausende weitere Fälle in Europa und den USA bekannt. Bischöfen und dem Vatikan wurden dabei vorgeworfen, die Augen verschlossen oder sogar pädophile Geistliche geschützt zu haben, um einen Skandal zu vermeiden. Aufgrund der Vielzahl der Fälle erklärte Papst Benedikt XVI. eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Missbrauch im Priesteramt. (APA)

Lichtfreak
00
20.9.2011, 14:23
Null Tolenranz Politik!

Nach jedem einzelnen Missbrauch muss nun gebeichtet werden?

qed1
00
17.9.2011, 14:37
46 Jahre...

...zu spät!

Der Vatikan sollte mal die Täter der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit der irdischen Justiz zuführen - alles andere ist eine reine Alibi-Handlung.

Aber diese Täter werden BEWUSST vor der Justiz geschützt und stattdessen im schlimmsten Fall die Opfer verunglimpft.

Es wird Zeit diese größte noch existierende Verbrecherorganisation der Geschichte endlich aufzulösen!

omar kadolfski
01
18.8.2011, 09:49
und was ist mit den Dokumenten über die Lustsklaven?

warum denn in die Ferne schweifen, sieh das Böse ist so nah - mitten in der Vatikan Stadt.

opti
01
18.8.2011, 06:21
die ethische qualität der katholischen amtskirche

ist ja genausowenig wie jede staatlich juristische oder naturwissenschaftliche ebene für diesen verein nicht zuständig (nach eigendefinition)

somit sind (fragwürdige) dokumente auf dieser ebene "nicht relevant" und zur bewertung dieser "wahrheitsbesitzer" nicht heranzuziehen

oder kurz und deutlich:
schmiert euch das zeug wohin ihr wollt und betet zu eurem gott um vergebung aber lasst uns menschen mit solchem "scheinheiligen" argumenten in ruhe!

O5
00
17.8.2011, 23:54

Mal angenommen ein Dieb führt über seine Taten ein Tagebuch. Würde man, wenn über einen bestimmten Diebstahl nun nichts im Tagebuch steht, das als "Beweis" verwenden können dass man diesen Diebstahl nicht begangen hat?! ;-)))

Sigrun1
03
17.8.2011, 22:28

welch unakzeptables Argument: wegen vielzahl der Vorwürfe: auch ohne jeden Vorwurf sollte Nulltoleranz herrschen, aber die Amtskirche wird wohl nie verstehen worum es geht!

Meerwelle
00
17.8.2011, 23:05

Fast jedes Mal, wenn ich was aus dem Vatikan lese, schüttelt es mich.
brrr

dünneseis
13
17.8.2011, 20:48
es spricht für sich, dass der vatikan nur 40 jahre alte dokumente veröffentlicht, und die auch nur um die unschuld des vatikans zu dokumentieren

Bitte keinen Wahnsinn!
23
17.8.2011, 20:52
Ebenso bezeichnend: "Aufgrund der Vielzahl der Fälle erklärte Papst Benedikt XVI. eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Missbrauch im Priesteramt." Die ZAHL ist also der Schlüssel zur moralischen Qualität, aja ...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.