Britischer Abhörskandal

"Furchtbare Demütigung für Murdoch"

17. August 2011, 18:03

Enthüllungen in der Abhöraffäre rund um "News of the World" werfen ein schlechtes Licht auf Junior-Chef James Murdoch und Premier Cameron

Im Skandal um den Murdoch-Medienkonzern gerät der britische Premierminister David Cameron immer mehr in Bedrängnis. Der Medien-Ausschuss des Unterhauses veröffentlichte einen Brief des bisher einzigen verurteilten Ex-Journalisten der Sonntagszeitung News of the World (NoW). Darin beschuldigt Clive Goodman sämtliche Chefs des Boulevardblatts, sie hätten von illegalen Abhöraktionen gewusst. Damals amtierte als NoW-Chefredakteur Andy Coulson, den Cameron später zu seinem Sprecher in der Downing Street machte. Jedes neue Beweisstück verdeutliche Camerons "katastrophalen Mangel an Urteilsvermögen", sagte Labour-Oppositionschef Edward Miliband.

Mitarbeiter der nunmehr eingestellten NoW stehen im Verdacht, jahrelang die Mobiltelefone von rund 4000 Briten angezapft zu haben, unter ihnen Verbrechensopfer, Prominente und Politiker. Außerdem wurden offenbar mehrfach Polizisten bestochen. Goodman sowie ein Privatdetektiv wurden bereits im Jänner 2007 zu Gefängnisstrafen verurteilt. In dem zwei Monate später datierten Brief protestierte der frühere Reporter gegen seine Kündigung. In der Folge erhielt er eine Abfindung in Höhe von rund 280.000 Euro.

Das Beweisstück genießt deshalb hohe Glaubwürdigkeit, weil es den Verdacht bestätigt, dass die Spitze der britischen Murdoch-Tochterfirma News International (NI) jahrelang die Aufklärung der Affäre verschleppte. Sowohl der damalige NI-Geschäftsführer Les Hinton als auch seine Nachfolgerin Rebekah Brooks mussten wegen des Skandals zurücktreten, 200 NoW-Journalisten verloren durch die Schließung ihren Job. Zudem musste Konzernchef Rupert Murdoch sein Vorhaben aufgeben, den Bezahlsender BSkyB gänzlich zu übernehmen. Bisher gehören ihm 39 Prozent des hochprofitablen Unternehmens.

Cameron war bis Anfang Juli 2011 26 Mal mit Murdoch sowie dessen engsten Vertrauten zusammengetroffen. Mit Brooks feierten die Camerons sogar gemeinsam Weihnachten. Er sei "oft durch die Hintertür" in die Downing Street gekommen, "weil ich darum gebeten wurde", erzählte Murdoch dem Medien-Ausschuss.

Dessen konservativer Vorsitzender John Whittingdale will Murdochs Sohn James erneut vorladen. Goodmans Brief sowie neues Beweismaterial aus der ehemaligen NI-Anwaltskanzlei widersprechen dessen Aussagen vor dem Parlament. Die jetzt veröffentlichten Papiere seien "ernst", räumte das Unternehmen ein. "Wir werden in konstruktiver Weise mit allen Untersuchungen zusammenarbeiten."

James Murdoch unter Druck

James Murdoch (38) leitet im Konzern die Abteilung, der auch NI untersteht. Bereits im Juli hatten frühere Mitarbeiter seiner Behauptung widersprochen, er habe nichts von Schweigegeld für eines der Abhör-Opfer gewusst. Der erneute Auftritt vor dem Parlamentsausschuss stelle "eine furchtbare Demütigung" dar, kommentiert Journalismus-Professor Brian Cathcart von der Uni Kingston. "Als Firmenchef in Großbritannien ist James Murdoch erledigt." Auch seine Rolle im globalen Konzern des Vaters stehe in Zweifel.

Schon seit Monaten sind viele Briten wegen der Verbindungen zwischen dem Murdoch-Konzern und der Downing Street erzürnt. Immer wieder wird auf Kundgebungen der Rücktritt von Premier Cameron gefordert. (Sebastian Borger aus London, DER STANDARD, Printausgabe, 18.8.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 66
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rari
00
18.8.2011, 19:55
mundtot

ist nicht der Aufdecker bei einem Unfall ums Leben gekommen ?

Fried Mann
00
18.8.2011, 13:39

Die stecken doch alle unter einer Decke, konservative Parteien und Medien senden sich gegenseitig ihre Mitarbeiter damit auch ja keiner aus der Reihe fällt. Heuer ist das doch genauso in Österreich.

667 one step ahead of the devil
00
18.8.2011, 12:59

cameron soll jetzt gegen sich genauso hart wie gegen randalierer vorgehen!

carl guggelhupf
02
18.8.2011, 15:42

Heute hat die Britische Polizei einen Verdächtigen in der Zelle totgetasert. 7x wurde der Elektroschocker auf ihn abgefeuert.
Cammeron müsste sich also selbst tottasern da er ja auch verdächtigt wird etwas davon gewusst zu haben.

http://www.presstv.ir/detail/194470.html

Sinfioetli
00
18.8.2011, 12:44

bei murdock kommt mir das kotzen!!!

Regis 1
03
18.8.2011, 09:09
"Furchtbare Demütigung für Murdoch"

er wirds verschmerzen ....

sturmy
04
18.8.2011, 08:30
werfen ein schlechtes Licht auf Premier Cameron, das Milchgesicht mit miesen und schlechten Charakter...

onlooker
00
18.8.2011, 13:02
murdoch wird ihm schon entsprechend geholfen haben bei der wahl,

und hier sollte man auch ansetzen, wie hoch war der betrag den murdoch verwendete um cameron zum sieger zu machen? ob diese zahlen vorhanden sind?

Ender Wiggin
00
18.8.2011, 13:36
wie wollen Sie positive Berichterstattung

in Murdochs Medien mit einem Geldbetrag bewerten?????????????????????????????

onlooker
00
18.8.2011, 14:08
wie das geht?

einfach, es gibt clipservices, die alle meldungen über eine bestimmte person, in evidenz nehmen, die ganzen berichterstattungen über politker werden sicher kontrolliert,
aber dass wissen sie wahrscheinlich eh schon

Blind Peoples Porn
00
18.8.2011, 12:50
lupenreiner Demokrat

der typ ist ein lupenreiner Demokrate! So sind ALLE Politiker: machgeil, egoistisch und dekadent! alles nur keine Volksvertreter!!! weg mit dem gesocks!!!

Dr. Viktor Frankenstein
01
18.8.2011, 09:00
Wenn man sich mit Hunden niederlegt, darf man sich nicht wundern wenn man mit Floehen aufwacht.

Der Glaube der Politiker (Blair, Brown, Cameron) dass man einen Gossenjournalist wie Andy Coulson als Regierungssprecher ernennen kann ist einfach widerlich. Keine Moral und kein Rueckgrat.

cipf
 
02
18.8.2011, 10:50

Welcher Hund der auf sich hält würde sich mit dem feinen Herrn niederlegen????
Da würde er wohl noch lieber die Staupe kriegen (der Hund nämlich)!

Peter Hammer 06
01
18.8.2011, 10:15
Andy Coulson war ab 2007 ...

...Kommunikationsdirektor der KONSERVATIVEN. Nach dem Wahlsieg Cammerons (KONSERVATIV) wurde er dessen Berater.
Blair und Brown hier rasch in die Reihe zu stellen, ich würd' es Chuzpe nennen. Aber Sie dachten sich sicher, "probieren kann ichs ja"

Dr. Viktor Frankenstein
30
18.8.2011, 10:55
Blair hat damit ahgefangen,

indem er Alistair Campbell (http://en.wikipedia.org/wiki/Alas... _Campbell) engagierte. Sie haben natuerlich recht dass Coulson fuer die Konservativen arbeitete, aber das Prinzip hat Blair vorgegeben.

Peter Hammer 06
01
18.8.2011, 11:14
Cambell mag, was seine Ausdruckweise betrifft...

...hin und wieder ein Ungustl gewesen sein.Abhöraffaire hat er nie gesteuert.
Ihn mit Coulson zu vergleichen ist weit hergeholt.

Meklon von Andromeda
 
02
18.8.2011, 09:29

"Wenn man sich mit Hunden niederlegt, darf man sich nicht wundern wenn man mit Floehen aufwacht."

Wobei sich hier die Frage stellt: who is who?

Jimmy Hoffa
13
18.8.2011, 09:18

Nun müssens mir aber schon erläutern warum Sie gerade Gordon Brown in eine Reihe mit David Cameron stellen. Vielleicht solltens den Fall näher verfolgen bevor Sie Ihre Unwissenheit demonstrieren, werter Herr Doktor...

onlooker
00
18.8.2011, 13:06
vielleicht haben einige synapsen beim doktor ausgelassen?

The Brain User
00
18.8.2011, 12:40
Was haben alle gemeinsam?

Sie alle sind Schweine! So einfach ist das!

O5
82
18.8.2011, 06:02

Wie man an diesen kommerziell vorgefertigten Plakaten sieht kommen diese Proteste interessanterweise alle aus ganz bestimmten Kreisen: von jenen die so tun als würden sie gerne arbeiten ("Right to Work") aber in Wahrheit überhaupt nicht arbeiten wollen ("General strike now").

onlooker
00
18.8.2011, 13:08
von woher aoole sie wissen dass diese leute nicht arbeiten wollen, sie hellseher

Peter Hammer 06
02
18.8.2011, 11:17
Ein GENERALSTREIK ist ein durchaus erlaubtes Mittel...

...aber in Ihren Kreisen wenig beliebt.

Regis 1
01
18.8.2011, 09:07
Wie man an diesen kommerziell vorgefertigten Plakaten sieht ...

und woher beziehen sie dieses wissen?

Sinfioetli
01
18.8.2011, 12:45

der kerl ist nein na**, schauns doch mal seine kommentare an!!!

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