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Melbourne - Der Blauwal ist nach heutigem Erkenntnisstand das größte Tier, das jemals auf der Erde gelebt hat. Zugleich haben er und seine Bartenwal-Verwandten die größten Mäuler, die die Evolution hervorgebracht hat. Statt Zähnen verfügen Bartenwale über Hornplatten im Oberkiefer, mit denen sie Krill filtern. Und je größer die durchgefilterte Menge des Wassers ist, desto einträglicher jedes Öffnen des Mauls, das daher eine gewaltige Größe erreicht hat.
... doch musste sich dies erst über Millionen Jahre hinweg entwickeln. Bartenwale sind zwar auf kleine Beute spezialisiert, aber immer noch Raubtiere wie ihre Vorfahren, welche unter den Ahnen der heutigen Paarhufer zu finden sind und schon vor über 50 Millionen Jahren ins Wasser gewechselt waren. Zunächst lebten alle frühen Wale als Jäger, erst 10 bis 20 Millionen Jahre später entwickelten sich die ersten Bartenwale.
Janjucetus hunderi
In einem 25 Millionen Jahre alten Fossil, das bereits 1970 im Südosten Australiens gefunden worden war, glauben Forscher nun einen wichtigen Beleg für den Übergang von den Zahn- zu den Bartenwalen gefunden zu haben. Dabei handelt es sich um den Kieferknochen eines Janjucetus hunderi, der mit dreieinhalb Metern etwa so lang wie ein großer Delfin wurde. Janjucetus hatte einen sehr breiten Oberkiefer - die Verbindung zwischen Unterkiefer und Kinn war jedoch nicht so flexibel wie bei den heutigen Bartenwale. Janjucetus, der statt Barten noch Zähne hatte, konnte seinen Unterkiefer nicht ausdehnen und drehen und dadurch auch noch nicht eine so große Menge Wasser aufnehmen.
Wie die Forscher aus Australien und den USA im Fachjournal "Biology Letters" berichten, dürfte der große Kiefer dazu gedient haben, große Fische und Kopffüßer in einem Haps ins Maul zu saugen. Manche Bartenwale wie der Grauwal saugen ihre Nahrung heute noch aktiv ein. Die Verbreiterung des Oberkiefers war damit der erste Schritt zur Ausbildung der heutigen Anatomie. Erst später folgte die erhöhte Flexibilität des Unterkiefers und mit ihr die Ernährungsumstellung auf Kleinstlebewesen.
(red)
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