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Kritik in Großbritannien nach harten Haftstrafen für Jugendliche

17. August 2011, 15:40

Die Jugendlichen hatten im Internet zu Krawallen aufgerufen - Strafen laut Experten "vollkommen unverhältnismäßig"

Weil sie über das soziale Netzwerk Facebook im Internet zu Krawallen aufgerufen haben, sind zwei junge Briten zu jeweils vier Jahren Haft verurteilt worden. Das harte Urteil stieß auf heftige Kritik, nicht zuletzt weil diese Aufrufe keinerlei Folgen gehabt hatten. Allein in London wurden im Zusammenhang mit den vier Nächte dauernden Ausschreitungen inzwischen mehr als 1700 mutmaßliche Randalierer festgenommen.

"Abschreckendes Beispiel"

Ein Polizeisprecher bezeichnete die Verurteilung zu vier Jahren Haft am Dienstagabend als "abschreckendes Beispiel und klare Botschaft an potenzielle Krawallmacher". Die Facebook-Einträge der beiden Männer hätten gezeigt, "wie heutzutage die Technologie für kriminelle Aktivitäten missbraucht" werden könne.

"Macht Northwich nieder"

Einer der Verurteilten ist ein 20-Jähriger, der die Facebook-Seite "Macht Northwich nieder" einrichtete und darauf unter anderem zum Sturm auf eine McDonald's-Filiale in der nordwestenglischen Stadt aufrief. Der zweite Verurteilte hatte seinerseits angesichts der Massenkrawalle im ganzen Land zu Protesten in seinem Wohnviertel in Warrington ebenfalls im Nordwesten Englands aufgerufen. Dazu setzte der 22-Jährige seine Facebook-Seite unter das Motto "Lasst uns Randale in Latchford machen".

Die Staatsanwaltschaft erklärte vor dem Gericht in Chester, die Interneteinträge hätten "erhebliche Panik und Abscheu" ausgelöst. Der 22-Jährige gab an, bei seinem Facebook-Eintrag betrunken gewesen zu sein. Als er am nächsten Morgen mit einem Kater aufgewacht sei, habe er den Eintrag gelöscht und sich entschuldigt.

Andrew Neilson von der Howard League für Strafrechtsreform sagte, das von Premierminister David Cameron angekündigte harte Durchgreifen führe zu "einigen sehr schlechten Urteilen", die in Berufungsverfahren aufgehoben würden. Das im Fall der beiden Facebook-Einträge verhängte Strafmaß werde üblicherweise bei schweren Gewaltdelikten angewandt.

"Rattenschwanz von Berufungen"

Einige Strafen seien "vollkommen unverhältnismäßig", sagte Sally Ireland von der Vereinigung Gerechtigkeit der Zeitung "The Guardian". Die Folge werde ein "Rattenschwanz von Berufungen" sein. Der Strafverteidiger Paul Mendelle sagte der BBC, er sehe die Gefahr, dass Urteile im Schnellverfahren gefällt und dabei bestehende Justizregeln über Bord geworfen würden.

Die britischen Gerichte arbeiteten in den vergangenen Tagen ohne Unterlass und sollten auch das Wochenende über tätig sein. Mehr als tausend mutmaßliche Randalierer in London wurden bereits angeklagt. Auslöser der am 6. August einsetzenden Ausschreitungen vor allem durch junge Menschen war die Tötung eines 29-Jährigen bei einem Polizeieinsatz im Londoner Stadtteil Tottenham. Bei den vier Nächte dauernden Unruhen, die auch auf andere Städte des Landes übergriffen, kamen fünf Menschen ums Leben.

Prinz Charles in Tottenham

Der britische Kronprinz Charles und seine Frau Camilla statteten Tottenham am Mittwoch einen Besuch ab. Sie trafen unter anderem mit Familien und Ladeninhabern zusammen. Bei den Ausschreitungen, Brandstiftungen und Plünderungen waren in dem multiethnischen Stadtteil viele Geschäfte und Wohnungen zerstört worden, 200 Menschen wurden obdachlos. Das Kronprinzenpaar unterbrach für den Besuch seinen Sommerurlaub in Schottland. (APA/AFP)

Dein schönster Traum
00
29.8.2011, 10:56
4 Jahre?

Eigentlich viel zu wenig. Ein Witz in Anbetracht der verursachten Schäden.

Die Gesellschaft muß sich gegen solche Leute wehren.

Die kritische Stimme
00
18.8.2011, 09:11
Ach ja...

Wenn jemand in England also auf Facebook schreibt: "Der Cameron ist ein Trottel und gehört umgebracht", kriegt er 20 Jahre für den Aufruf zu einer terroristischen Handlung, die den Sturz der Regierung beabsichtigt, oder was?

Von Meinungsfreiheit haben die noch nie was gehört. Und von nicht ernst gemeinten Sprüchen auch nicht, und das im Land der Dauerpubbesucher. Ich empfehle Cameron viktorianische Methoden: 1000e unauffällig gekleidete Geheimpolizisten, die sich in Pubs umhören. Da könnte man viele betrunkene Gesinnungsverbrecher fangen und zum sichersten Land der Welt werden!

Großbritanien wird immer mehr zum noch böseren Zwilling der USA. Oder ist es vielleicht umgekehrt? Merkt man an den USA, wessen Kolonie sie einmal waren?

Jahiro
04
17.8.2011, 16:21
Dummheit gehört bestraft!

Selber Schuld! Wie kann man denn auch so dumm sein?

Man muss es natürlich richtig machen:

Schritt 1) Politiker kaufen
Schritt 2) Die Gesetze selber schreiben und den Politikern zur Umsetzung übergeben
Schritt 3) Land plündern
Schritt 4) Laut verkünden, dass "man" über die eigenen Verhältnisse gelebt hat und nun gespart werden müsse, um die "Rechnung zu bezahlen".
Schritt 5) Man wiederhole Schritt 1 bis 4 nach belieben.

Von den Eliten lernen heisst Siegen lernen !

Ulukay ---
14
17.8.2011, 15:52
aja

4 jahre haft fuern facebook post? klaro. deshalb lieber banker werden, millionen veruntreuen und nach nem jahr wieder draussn sein.

Mac1984
00
17.8.2011, 18:56

das ist halt der feine Unterschied zwischen Banker und Poster.

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