Acht Prozent der Sechs- bis Fünfzehnjährigen gelten als fettleibig
Wien - Schnitzelsemmel, Schokoriegel und Energydrinks in der Pause: Wenn es nach den Schülern geht, steht das Thema gesunde Ernährung nicht unbedingt im Zentrum des Stundenplans. Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) möchte nun die Verpflegung in der Schule Schritt für Schritt verbessern: Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien präsentierte er die Broschüre "Leitlinie Schulbuffet". Die Schülerunion befürchtet Preissteigerungen und fordert klare Vorgaben.
Apfel statt Chips: Die Schulzeit zählt auch in Sachen Ernährung zu den prägendsten Phasen. Nicht nur das körperliche Wachstum und die geistige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen werden geprägt, auch grundsätzliche Ernährungsgewohnheiten bilden sich aus. Entwickeln sie ein Gesundheitsbewusstsein, profitiert die ganze Familie. Fehlt diese jedoch, sind langfristige Schäden unvermeidlich.
Elf Prozent der Kinder übergewichtig
Die Empfehlungen "Leitlinien Schulbuffet" richten sich direkt an die Betreiber, die kostenlos weitere Hilfe in Anspruch nehmen können. Immerhin gelten derzeit bereits elf Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen sechs und fünfzehn Jahren als übergewichtig, acht Prozent als fettleibig. Ein Fünftel aller schulpflichtigen Kinder ist also falsch ernährt. Die meisten essen zu fett, zu salzig und zu wenig Obst und Gemüse - und trinken zu wenig. "Dabei brauchen Kinder mehr Flüssigkeit als Erwachsene" erläuterte Ernährungsexpertin Petra Rust. Gemeinsam mit Experten wurden ernährungswissenschaftliche Mindeststandards erarbeitet und durch praktische Umsetzungstipps ergänzt. Dazu zählen etwa Produkt- und Marketinghinweise, Empfehlungen bezüglich der Portions- und Verpackungsgrößen und der Gestaltung der Angebotspalette.
Ein Drittel frühstückt nicht
"Rund ein Drittel der Sechs- bis 14-jährigen frühstückt nicht" erläuterte Stöger beispielsweise. Und: "Nur die Hälfte bekommt von zu Hause eine Jause mit." Dem Schulbuffet komme also eine wichtige Aufgabe zu - zumal Fehl- und Mangelernährung zu Konzentrationsproblemen, Müdigkeit und Leistungsschwäche führen können. "Je früher unsere Kinder richtig essen, umso größer ist die Chance, dass aus ihnen gesunde Erwachsene werden", erklärte der Minister.
Schülerunion befürchtet Preiserhöhungen
Während Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) die Initiative am Mittwoch in einer Aussendung begrüßte, warnte die Österreichische Schülerunion vor Preiserhöhungen und kritisiert das Fehlen eines konkreten Umsetzungsplans. Umweltministeriums-Sprecherin Claudia Jung-Leithner verwies auf ähnliche Aktivitäten ihres Ressort. So fördere man bereits seit 2006 die Initiative "Gesunde Schuljause". (APA)