Wenige Migranten machen Ausbildung zum Lehrer

17. August 2011, 10:19
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    foto: standard/cremer

    Der Anteil der Lehrer mit Migrationshintergrund, die eine Ausbildung zum Lehrer machen, ist unterrepräsentiert.

7,4 Prozent der Studenten an Pädagogischen Hochschulen haben eine andere Staatsbürgerschaft

Wien - Immer mehr Schüler mit Migrationshintergrund sitzen in österreichischen Schulen - sie werden jedoch nur selten von einem Lehrer nicht-österreichischer Herkunft oder mit nicht-deutscher Umgangssprache unterrichtet. Während sich der Anteil der ausländischen Schüler hierzulande seit Beginn der 80er Jahre mehr als vervierfacht hat (2009/10 waren es 9,5 Prozent, 1980/81 2,3 Prozent), sind Menschen mit Migrationshintergrund in Ausbildungen zum Pädagogen noch immer unterrepräsentiert, wie die Donau-Universität Krems in ihrer vom Unterrichtsministerium beauftragten Studie "Schule-Migration-Gender" feststellt.

Nur 2,7 Prozent sprechen andere Sprache

Demnach sprachen im Jahr 2009/10 nur 2,7 Prozent der Schüler an Bildungsanstalten der Kindergartenpädagogik (Bakip) eine andere Umgangssprache als Deutsch, an den Bildungsanstalten für Sozialpädagogik, wo die Erzieher für Horte oder Tagesheimstätten ausgebildet werden, waren es 1,4 und an den Bundesanstalten für Leibeserziehung 2,3 Prozent.

An den Pädagogischen Hochschulen (PH) ist ein höherer Anteil zu verzeichnen, 7,4 Prozent der Studenten besaßen hier 2009/10 eine ausländische Staatsbürgerschaft. Die Umgangssprache der Studenten wird allerdings nicht erhoben, was das Bild zum Migranten-Anteil laut Studienautoren einschränkt, haben doch viele Migranten bereits die österreichische Staatsbürgerschaft. An der PH Wien wird laut eigenen Angaben etwa davon ausgegangen, dass der tatsächliche Anteil der Studenten mit Migrationshintergrund bei 20 bis 25 Prozent liegt, während nur 13 Prozent eine ausländische Staatsbürgeschaft aufweisen.

Ein unterschiedliches Bild beim Migrantenanteil zeigt sich vor allem nach Studienrichtungen. Im Bachelorstudium Lehramt für Berufsschulen beträgt der Ausländeranteil beispielsweise nur 1,9 Prozent, während der höchste Anteil bei Lehramtsstudenten für Religion an Pflichtschulen - 22,5 Prozent im Bachelor- und 15,8 Prozent im Diplomstudium - zu verzeichnen ist. Unter den Bachelorstudenten des Lehramts für Hauptschulen und Sonderschulen haben jeweils 4,9 Prozent nicht die österreichische Staatsbürgerschaft. Zum Vergleich: Der Anteil an Schülern mit nicht-deutscher Umgangssprache beträgt in der Hauptschule 20,9 und in Sonderschulen sogar 27,9 Prozent.

Mehrsprachige Lehrer hilfreich

Wie eine Umfrage des Vereins EfEU (2008) unter Experten in Landes-, Stadt- und Bezirksschulräten sowie unter Mitarbeitern von Beratungsstellen ergab, werden mehrsprachige Lehrer bzw. solche mit Migrationshintergrund als hilfreich betrachtet, um die durch Außenseitertum gezeichnete Unterrichtssituation zu verbessern. So fehle es u.a. an gut ausgebildeten Lehrern, die Deutsch als Zweitsprache unterrichten können. Erschwerend sei hierbei die Tatsache, dass Lehrer mit ausländischer jenen mit inländischer Lehramtsprüfung nachgereiht werden müssen. (APA)

bycicle
01
18.8.2011, 11:13
die sind gscheit.

Fiedrichs
 
00
18.8.2011, 09:23
wen wunderts

als lehrer verdient man ja nix. obwohl, die großen ferien wären schon cool

algierfranzösischer Kulturattaché
13
18.8.2011, 09:00
Sehr bedauerlich!

Denn vor allem für das Algierfranzösische gibt es leider viel zu wenige qualifizierte Lehrkräfte.
Nun, da das algierfranzösische Kultusamt eine Werbeoffensive, die sich zum Ziel setzt, das Algierfranzösisch in der ganzen Welt bekannter zu machen, gestartet hat, wird der Bedarf an Algierfranzösischlehrern noch weiter steigen!
Interessierte können mit der Ausbildung jederzeit beginnen; nähere Informationen bekommen Sie beim Kulturattaché der algierfranzösischen Vertretung in Ihrer Nähe.

Zinnmo
 
04
17.8.2011, 23:03

Wer es mit Migrationshintergrund auf die Uni schafft, studiert meist was mit Sozialprestige und guten Verdienstmöglichkeiten. Lehrer gehört da nicht dazu.

h 90
00
24.8.2011, 10:54

Oder er schaffts auf die Uni aus wirklichem Interesse an der Sache.
Lehrer ist halt mehr so ein Job, wenn man nicht weiss was man wirklich will.

angelvoices
13
17.8.2011, 15:13
wenige Migranten machen Ausbildung überhaupt

eigentlich müsste jeder eine Ausbildung machen - eine Ausbildung ist eine Leistung + und darauf sollte unsere Gesellschaft bauen... das neue mantra Leistung +Ausbildung + Arbeit

Lilly Rush
 
01
17.8.2011, 14:03

Super, da wird bei den PH Studenten nicht die Umgangssprache erhoben sondern der ausländische Reisepass als Untersuchungsgrundlage hergenommen.

Und wieviele davon hatten einen DEUTSCHEN Reisepass und somit Umgangssprache DEUTSCH????

Dr. Viktor Frankenstein
12
17.8.2011, 10:54
mit nicht-deutscher Umgangssprache unterrichtet

Gut so - wie sollen sich Immigranten den sonst integrieren koennen???

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