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Bei mir hat das Buch „Endlich Nichtraucher" immerhin 12 Jahre lang Wirkung gezeigt. Dann aber hat mir eine einzige Zigarette offenbart, was ich ohnehin wusste: Einmal Raucher, immer Raucher. In meinem Fall funktioniert ein „bisschen" Rauchen nämlich nicht. Und der angebliche Grund für mein unbändiges Bedürfnis mir mehrmals täglich einen Glimmstengel in den Mund zu stecken: Ich war kein Stillkind.
Oraler und manueller Ersatz
Psychologisch betrachtet ist meine Nikotinsucht also erklärbar. Als ungestilltes Kind habe ich nach einer oralen Ersatzbefriedigung gesucht und auch gefunden. Mein Rückfall dauert nun schon wieder ganze drei Jahre an. Ein zweiter Entwöhnungsversuch mit Allen Carr hat nicht funktioniert.
Darum habe ich mich auf die Suche nach oralem Ersatz und einer Beschäftigungstherapie für meine Hände begeben. Süßigkeiten, Nicotin-Kaugummis, Nägelbeißen und Daumenlutschen kommen für mich allerdings nicht in Frage. Mit dem Buch „Lass stecken - Kritzeln statt Qualmen" wurde ich zuletzt aber fündig.
Kritzeln als Therapie
Fortan sind meine unterforderten Finger mit der bildnerischen Gestaltung tödlicher Giftstoffe, phantasievoller Rauchschwaden und der schrecklichsten Zigarettenpackung der Welt beschäftigt. Und während ich mich vom Rauchersex inspirieren lasse oder aber an einem kleinen Daumenkino vom sich auflösenden Raucher herumbastle, tobe ich mich ganz nebenbei auch noch verbal aus. Ich beschuldige, denunziere, beschimpfe vollkommen ungeniert und gebe mich dabei meinen schönsten Raucherinnerungen hin. Herrlich. Das befreit und dient noch dazu einem therapeutischen Zweck.
Kurz aber vergnüglich
Das kreative Malbuch nimmt der traurigen Tatsache, dass ich nikotinsüchtig bin endlich seine Ernsthaftigkeit. Langfristige Rauchfreiheit verspreche ich mir von dem humorvollen Zeitvertreib nicht, zumindest aber kommt mein Stilldefizit beim Stiftekauen für ein paar Stunden auf seine Kosten. (derStandard.at, 17.08.2011)
Oliver Weiss
Lass stecken. Kritzeln statt qualmen
Flexibler Einband, 64 Seiten
Preis: 7,10 €
Sanssouci Verlag, München 2011
Buchtrailer: Oliver Weiss: Lass stecken. Kritzeln statt qualmen
Oliver Weiss (45) ist Illustrator und Designer und arbeitet für internationale Zeitungen, Zeitschriften und Buchverlage, u.a. für Der Spiegel, Die Zeit, F.A.Z und Süddeutsche Zeitung und The Writer. 2008 gewann er den ersten Preis für sein Oktoberfest-Plakat der Stadt München.
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die meisten raucher sind ziemlich disparat - lieben das rauchen und fürchten es gleichzeitig. beim aufhören werden sie nicht vernünftiger - glauben, wenn das fürchten ein ende hat könne man deswegen die verlorene liebe ignorieren..dabei gibts so schöne alternativen - snus, kautabak, schnupftabak, dampfen..
Snus ist so eine Art Sackerl mit Lutschtabak ... das frisst sich durch, Dauerbenutzer haben eiternde Taschen im Zahnfleisch, der Snusbeutel liegt dann praktisch unter der Nasenschleimhaut ... grauenhaft.
Auch Kautabak ist sowohl widerlich (schwarze Spucke - in einen Napf, ins Bierglasl oder gleich auf den Boden?) und führt zu spektakulären Krebsarten im Gaumen- und Rachentrakt.
Schnupftabak ... naja. Dampfen? Keine Ahnung, musst einen Kiffer fragen, normale Menschen vaporisieren nicht :)
etwas anders:
Ich sehe Rauchen in erster Linie als das was es eigentlich ist, ein Akt der Selbstverletzung, so wie viele andere Formen von selbstschädigenden Akten(Übergewicht, Bewegungsmangel, schlechte Ernährung, Fastfood, Stress etc.) auch.
Das Gegenteil davon wären dann Akte, die eine Form von Eigenliebe(wenn man das so sagen kann) darstellen, also z.B sich selber Gutes und Gesundes kochen, oder Bewegung die Spaß macht etc.
D.h. um z.B. dauerhaft mit dem Rauchern aufzuhören sollte man also den Ursachen auf den Grund gehen, warum man also Aggression gegen sich selbst wendet... was nährt das Destruktive in einem... wo liegt der Konflikt...
Vielleicht mal eine andere Sichtweise als diese "orale Ersatzbefriedigungstheorie".
Schau dir Zigaretten im Film, in der Fotografie und vor allem in der (alten) Werbung an - Rauchen gilt als cool, sexy, usw.
Wenn man dann mal, um dasselbe zu tun, wie die coolen Vorbilder, angefangen hat, dauert es nicht allzu lang, bis es eine fest ins Hirn eingebrannte Gewohnheit (Sucht) wird und man sich in Situationen, in denen man sich das Rauchen angewöhnt hat, automatisch eine anzünden will. Dazu kommt noch das Klischee der beruhigenden/entspannenden/konzentrations- oder kreativitätsfördernden Zigarette (Placeboeffekt).
Jaja, eine der Goldregeln mißachtet: Nie wieder auch nur EINE Zigarette rauchen. Ich bin auch nach Allen Carr nach 7 Jahren rückfällig geworden, hab aber dann das Seminar gemacht, weil das Buch auch nichts mehr geholfen hat, aber jetzt bin ich mir 110% sicher: NIE WIEDER!
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