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Laut Innenministerium gab es heuer um fast 50 Prozent mehr Unfälle als im gleichen Zeitraum 2010.
Wien - Alle zwei Stunden wird in Österreich ein Radfahrer in einen Unfall mit Personenschaden verwickelt. Die Ärztekammer (ÖÄK) fordert Maßnahmen, die das Radfahren sicherer machen. Um das Verantwortungsbewusstsein zu erhöhen, solle ein "Rad-Zulassungspickerl" eingeführt werden: Die Zulassungsnummer mache den Besitzer des Fahrrads identifizierbar.
Außerdem gehörten "konfuse" Kreuzungen entwirrt und das Radfahrerprivileg, gegen viele Einbahnen fahren zu dürfen, abgeschafft, forderte ÖÄK-Präsident Walter Dorner. Erwachsene sollten an freiwilligen Auffrischungstrainings teilnehmen, bei denen neben Fahrtechnik die Konfliktvermeidung im Zentrum steht. Er erlebe die meisten Radfahrer als "durchaus fair und umweltbewusst", so Dorner, aber "der Wind wird eindeutig rauer". Aggressives Fahrverhalten und Selbstüberschätzung seien häufige Unfallursachen.
Zunahme um 50 Prozent
Von Jänner bis Mai sind heuer schon 1.780 Radfahrer verunglückt, laut Innenministerium um fast 50 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2010, zitierte die Ärztekammer die jüngsten Zahlen. 20 Radler kamen ums Leben.
"Aus ärztlicher Sicht ist es absolut zu begrüßen, dass immer mehr Leute in die Pedale treten", sagte Dorner. "Aber es kann nicht sein, dass am Ende der Kardiologe nichts mehr zu tun hat, aber dafür die Unfallchirurgie übergeht." (APA)
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Ich fahre jeden Tag und betreibe Sport. Wenn man abgeschossen wird, kann man noch so viel Sport machen - das hilft nicht viel, wenn sich Motorblock und Brustbein treffen...
Ich wurde heuer erst von einem Taxi angefahren (er bog ohne Blinker nach rechts ab), zwei Tage später hatte ich dann eine Autotür im Lenker (Radwegpflicht...), und schließlich gibt es noch viele (weiße) Lieferwägen mit langem Radstand, die in Kurven einfach den Radweg "schneiden".
Da hilft kein Sport. Da hilft nur Vor-, Rück- und Umsicht.
"Alle zwei Stunden ein Fahrradunfall - Tendenz stark steigend"
Das kann ich bestätigen, wurde ich doch letzten Donnerstag beinahe von einem Radfahrer auf dem GEHWEG nieder geführt und als ich es auch noch wagte zu sagen, "hallo!", wurde ich von dem Schmock beschimpft...
Nach der Helmpflicht, sollte gleich eine verpflichtende Verkehrserziehung folgen...
Mich hat Ecke Koppstrasse/Gürtel ein Seatfahrer nach Missachtung von zwei roten Ampelsignalen mit hoher Geschwindigkeit ungebremst angefahren und mich zum Krüppel gemacht, natürlich mit anschliessender Fahrerflucht.
Was soll da ein "Rad-Zulassungspickerl" bringen?
Es sollen Autofahrer, die ständig und ganz absichtlich mit dem Leben und der Gesundheit von Fussgehern und Radfahrern SPIELEN mit hohen, abschreckenden und auf jeden Fall unbedingten Haftstrafen belegt werden.
Leider geht die Justiz in die genau entgegngesetzte Richtung, wenn man sich ansieht, dass Körperverletzungsdelikte zT. keine Offizialdelikte mehr darstellen und das volle Prozessrisiko bei den Opfern verbleibt.
Als Motorradfahrer kann ich ihnen aus Erfahrung sagen, zuweilen auf seinen Vorrang zu verzichten ist ein Anzeichen von Intelligenz. ;)
Recht haben und dieses auf Teufel komm raus auch durchsetzten, sind zwei Paar Schuhe.
Und ich kann ich auch aus eigener Erfahrung sagen, dass sich ein gewaltiger Anteil ihrer Radfahrerfreunde an keinerlei Verkehrsregeln halten.
Es hat sogar einmal ein Paradebeispiel an Blödheit geschafft mich zu schneiden, weil er von der ersten in die dritte Spur gewechselt hat, ohne Handzeichen, ohne Kontrollblick.
Einfach einmal das Gehirn einschalten, wenn man sich auf das Rad setzt, sich an Regeln halten und im Zweifelsfall nicht auf sein Recht bestehen. Ach ja und das letzte bisschen Hirn mit einem Helm schützen.
mein Beileid - ich wurde letztens auch von einem 600-Mercl kurz überholt und anschließend in eine Parklücke gedrängt sodaß es mich überschlagen hat (DAS war allerdings meine Schuld - ich habe echt darauf vertraut dass die ältere Bonzenbraut mich doch gesehen haben muss, nachdem sie gerade auf gleicher Höhe war, als sie rechts einlenkte ;-) Zum Glück is mir nichts passiert, aber man kann in Wien als Radfahrer echt nicht genug aufpassen
Radfahren gegen die Einbahn ist allerding in der Unfallstatistik kaum als Unfallursache zu finden.
Richtig sind die komplexen Kreuzungen, die insbesondere dort entstehen, wo unüberlegte Radwege angelegt, bzw. auf Gehsteige hingepinselt wurden. Es leicht verständlich wenn an einem linksseitig geführten Radweg die Autofahrer die aus ihrer sich verkehrt fahrenden Radfahrer übersehen.
In so engen Städten wie wir sie haben, gehören die Radfahrer auf die Fahrbahn. Die Fahrbahen sollten aber auf kosten von Parkplätzen deutlich breiter und übersichtlicher werden. Gleichzeitig sind Geschwindigkeitsbegrenzungen und konsequente Überwachung notwendig. Die Strafen für Geschwindigkeitsübertretungen sind nirgendwo so billig wie in Österreich.
Wie der name schon sagt, heißt es ÖFFENTLICHE Verkehrsflächen, also Flächen die der gesamten Öffentlichkeit zu Verfügung stehen - da sie ja auch von der Öffentlichkeit bezahlt wird.
Es gibt keine Exklusivrechte für motorisierte Verkehrsteilnehmer für Flächen die die Allgemeinheit bezahlt. Das bilden Sie sich vielleicht ein aber wenn Sie exklusiv Autofahren wollen müssen Sie schon ihren Vorgarten aspahltieren lassen. Dort auf der privaten Fläche können Sie dann ganz ohne Öffentlichkeit fahren wie sie wollen.
Der Ansteig der Unfälle von Jänner-Mai 2011 relativ zu Jänner-Mai 2010 ist leider wahr.
Getötet wurden Jänner-Mai 2011 14, aber bis 7.08.2011 20 Leute (beides ganz gleich wie 2010).
Zahlen für Jänner-Juni 2011 kommen im September via Statistik Austria.
Laut Aussendung des BMI sind vom Jänner-Juni 2011 14 Radfahrende im Strassenverkehr tödlich verunglückt (nicht wie von der ÖAK behauptet 20 von Jänner-Mai).
2010 sind 32 Radfahrende infolge von Verkehrsunfällen gestorben, der 5-Jahres-Schnitt 2006-2010 beträgt 43,6 (KfV); also ist hier nichts aufälliges passiert.
Eine Zahl für die verunglückten RadfahrerInnen finde ich in der BMI-Aussendung nicht, aber 2010 sind 4835 Radfahrende im Verkehr verletzt worden (KfV), so dass 1780 für ein halbes Jahr nicht wie ein dramatischer Anstieg aussieht.
Die Frage muss also gestellt werden, wo die ÖAK ihre Zahlen her hat.
Die BMI-Aussendung: http://www.bmi.gv.at/cms/bmi/_... e=9&view=1
Grundsätzlich müssen zwei große Statistiken unterschieden werden.
a) Die Unfallstatistik der Polizei, die (gemeldete) Verkehrsunfälle im Bereich der StVO umfasst.
b) Die Freizeitunfallstatistik, in der alle Unfälle erfasst sind, die im Krankenhaus landen.
Wenn sich also jemand beim Downhillen tödlich in die Schlucht stürzt, landet er in b aber nicht in a.
es kann hier also nur um die polizeiliche Straßenunfallstatistik gehen.
Die "Freizeitunfallstatistik" wird wie Sie richtig sagen, in den Spitälern erfasst (eigentlich als Befragung einer Stichprobe der Patienten, nicht aller).
Komisch kommt mir hier vor, dass die Ärztekammer im August Zahlen für Jänner-Mai zitiert, wo doch die offizielle Aussendung vom BMI zum ersten Halbjahr (inklusiv Juni) seit Anfang Juli vorliegt. Das macht das Vergleichen nicht gerade einfacher.
Der fehlende Puzzlestein ist die Zahl der verletzten RadfahrerInnen im ersten Halbjahr 2011: diese wird in der BMI-Aussendung nicht angegeben. Aber anhand derer könnten wir sagen, obs wirklich einen Anstieg gegeben hat oder nicht.
.. bei so einem artikel wär halt schon spannend wer an den radl-unfällen schuld ist - hm?
gibts da zahlen oder ist der blade ärztekammer-mann einfach nur genervt weil er jetzt mit seinem suv in ZWEI richtungen schaun muss, wenn er aus der garagenausfahrt fährt, hm?
damit bin ich identifizierbar. und was weiter? meine sicherheit hats nicht erhöht. und das fahren gegen einbahnen empfinde ich nicht als gefährlich oder problematisch. das würde es erst werden wenn man es verbieten würde (dann würden viele ohne erlaubnis gegen die einbahn fahren und die unfälle und konflikte würden steigen)
Der werte Herr Ärztekammerpräsident ist wohl noch nie auf einem Fahrrad gesessen. Sonst wuerde er sinnlose Vorschläge wie eine Radzulassungsplakette nicht als der Weisheit letzter Schluss verkaufen. Die bringt nämlich null fuer die Fahrradsicherheit und ist eine unverwaltbare Schikane ohne jeglichen Nutzen.
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