Im Münchner Gewerbegebiet wird Strom produziert
München - Das Gewerbegebiet im Norden Münchens ist so hässlich und chaotisch wie überall sonst. Ein ästhetischer und vor allem technischer Lichtblick ist das Bäderzentrum Gienger. Der Innsbrucker Architekt Peter Lorenz entwickelte nämlich ein Gebäude, das nicht nur sich selbst versorgt, sondern auch die überschüssige Energie ins öffentliche Stromnetz der Stadt München einspeist.
Produziert wird der Strom mittels einer Fotovoltaik-Anlage am Dach. Beim kürzlichen STANDARD-Besichtigungstermin lag die Ausbeute trotz wolkenverhangenen Himmels immer noch bei 27 Kilowatt. Die Energie für solare Heizung und Kühlung hingegen wird auf der Südfassade generiert. Der Neigungswinkel des Gebäudes - exakt 38 Grad - ist dem Sonnenstand angepasst. Ein Großteil der Heiz- und Kühlenergie kann auf diese Weise abgedeckt werden.
Außergewöhnlich sind auch die dazugehörigen Haustechnikgeräte. Statt im Keller untergebracht, bilden sie einen Teil der öffentlich zugänglichen Ausstellung. Kunden können sich so ein praxisnahes Bild über die neuesten Technologien am Markt machen. (woj, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13./14./15.8.2011)