Einsparungen

SPÖ-Kräuter will 1.700 Gemeinden zusammenlegen

16. August 2011, 11:03

Roter Bundesgeschäftsführer: Anreizsystem mit Sanktionen für Reformunwillige

Wien - SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter spricht sich für eine breite Fusion von kleinen Gemeinden aus. Demnach sollen 1.706 von insgesamt 2.357 Gemeinden zusammengelegt werden oder sich zumindest über Kooperationen zusammenschließen, sagte Kräuter der Tageszeitung "Österreich" (Dienstagsausgabe). Den Plänen des Parteimanagers zufolge sollen Gemeinden mit finanziellen Anreizen zu Fusionen bewogen werden, Kräuters Vorschlag sieht aber auch Sanktionen für Reformunwillige vor.

Betroffen wären Gemeinden mit weniger als 2.500 Einwohnern. Das betrifft 1.706 von insgesamt 2.357 Gemeinden, also 72 Prozent aller Kommunen. Eine Zusammenlegung sei dabei nicht immer notwendig. Oft reiche eine Kooperation. Wenn etwa zwei Gemeinden ihr Rechnungswesen zusammenlegen, könne es zum Beispiel eine Förderung für eine Sporthalle geben, die sie sonst nicht bekommen hätten, so Kräuter. In Stufe zwei seines Drei-Stufen-Plans sollen bei Reformunwilligkeit bestehende Förderungen eingeschränkt werden. "Das könnten z. B. Gelder für die Ortsverschönerung sein." Reicht das immer noch nicht, sollen die Gemeinden zur Kooperation verpflichtet bzw. gleich fusioniert werden, sagte Kräuter.

Der SP-Bundesgeschäftsführer schränkte aber ein, dass diese Frage eigentlich Sache der Länder ist. Er ist entsprechend dagegen, dass der Bund finanziell Druck ausübt. Es wäre falsch, solche Reformen von zentraler Stelle bewältigen zu wollen. Sie liegen in der Verantwortung der Länder. Insofern sei auch sein Vorstoß nur ein Appell an die Länder, sagte Kräuter. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 71
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samba cat
01
17.8.2011, 10:31
das waer mal was

dann wuerden sich die korruptions- und erpressungsversuche vielleicht aufhoeren. ich hab selber grad miterlebt, dass einer dieser mini-ortskaiser gemeindeeigentum (einen schoenen baugrund) de facto verschenkt hat, an einen unternehmer, der gedroht hat, sonst seine firma abzuziehen. solche erpressungsversuche zum schaden der buerger koennte sich der typ in die haare schmieren, wenn der buergermeister nicht nur fuer zweieinhalb quadratkilometer verantwortlich waere.

Ronald Tekener
00
17.8.2011, 15:41

Oder noch besser: Flächenwidmung auf regionaler Basis. Damit können die immer mehr auswuchernden Gewerbezonen bekämpft werden, weil nicht Bürgermeister A gegen Bürgermeister B ausgespielt werden kann. Hätte halt schon vor 20 Jahren gemacht werden sollen.

amber103
21
17.8.2011, 06:53
Fusionswahn

Schon in der Wirtschaft bringen Fusionen in Zweidrittel der Fälle nicht den erwarteten Erfolg oder scheitern.

Kleingemenden bekommen deutlich weniger Geld pro Gemeindebürger, und kommen Größtenteils trotzdem mit den knappen Mitteln aus.
Großgemeinden geben das zusätzliche Geld oft recht sinnlos für teils obskure Vereine aus, wovon nur eine handvoll (meist parteinaher) Bürger aus. In Kleingemenden, wo jeder jeden kennt sind derartige Ungerechtigkeiten der Untergang jedes Bürgermeisters.

Wesentlich wirksamer als Fusionen sind übrigens freiwillige Gemeindezusammenarbeit bei Schulen, Bauhöfen, Verwaltungen,...

Sinnvolle Beispiele gibt es in Oberösterreich. (Lambach, Eferding,...)

Dass Großgemeinden wirkungsvoll abgewirtschaftet werden könn

bratak
00
17.8.2011, 10:09
In Kleingemenden, wo jeder jeden kennt sind derartige Ungerechtigkeiten der Untergang jedes Bürgermeisters.

"wo jeder jeden kennt" kann genauso gut auch in die andere richtung los gehen.
- "na komm, hast nicht ein posterl für mich?"
- "geh, der is doch sonst so nett, der wird nicht steuergeld unsinnig in irgendwelche veranlagungen stecken ..."

Angiv fast stedsangivelse
01
17.8.2011, 09:40

Blödsinn.

Es gibts zahlreiche 100,200 oder 300 EW Gemeinden. Wie sollen diese Einwohner Bürgermeister, Amtsmann und andere Gemeindebedienstete bezahlen? Dazu noch Gemeindeamt, etc.

Das ist Irrsinn.

Juni73
 
00
17.8.2011, 07:48

Sie können aber nicht aus OÖ sein, denn dann müßten Sie wissen, dass die kleinen ländlichen Gemeinden nur durch die "Pflichtsubventionen" der großen überleben können.
Pühringers oberösterreichisches Erfolgsmodell würde ohne die roten Wirtschaftsmotoren Linz, Steyr, Wels, Leonding, Traun, usw. ärmer sein als Kärnten.

PS:
Nehmen Sie beispielsweise Rechberg unter die Lupe, dann werden Sie Ihre Thesen noch einmal überdenken.

site:°~+*-||!#.\>
14
17.8.2011, 01:37

Weg mit den Dorfmonarchisten, korrupten Ortskaisern und zehntausenden unfähigen Gemeinderäten.

Gemeinden mit über 2.500 Einwohnern sind noch immer viel zu klein.

Die Gemeinden sollten bezirksweise zu Verwaltungseinheiten größer 50.000 Einwohner zusammengelegt und die Länder abgeschafft werden.

Als politischer Vertreter können die bestehenden Gemeinden und Länder gerne UNBEZAHLTE und EHRENAMTLICHE Politiker in die Bezirks-Verwaltungseinheiten entsenden.

2.357 Gemeinden und 9 Länder haben nur einen Zweck. Zehntausende Politiker und deren Parteifreunde mit Steuergeldern zu versorgen.

dieDritteGeneration
40
17.8.2011, 02:29

In den Kleingemeinden verdienen die Gemeinderäte und selbst der Bürgermeister so gut wie gar nichts. Finanziell lohnt sich das, zumindest vom Gehalt her, nie und nimmer.

Carlos Clementin
01
17.8.2011, 07:59

Da war doch der Artikel - von Vorarlberg ...
Stand da nicht von 35.000bto für den BGM bei 2500EW ..
Für die nötige Bildung und den Job super bezahlt ...

CentralAI
02
16.8.2011, 20:46
Minigemeinden zusammenlegen; Länder weg!

http://www.zpa.at
00
17.8.2011, 08:23

schau schau, da tickt einer gleich wie wir auf www.zpa.at

Chien de Pique
30
17.8.2011, 01:08

Bund weg!

LL MM
11
16.8.2011, 20:34

Grad kleinere Gemeinden (ca. 1000 Einwohner) haben einen relativ geringen Verwaltungsaufwand. Da gibt es einen Gemeindesekretär, ein oder zwei Gemeindearbeiter, die alles Mögliche abdecken und schon ist Schluss. Ok, zwei oder drei Kindergärtnerinnen sollte werden auch von der Gemeinde finanziert. Eine Zusammenlegung bringt da gar nix an weniger Verwaltungskosten, eher leidet die Qualität.

Paradoxerweise werden die Verwaltungsapparate und -kosten größer (wohlgemerkt bei den pro-Kopf-Kosten), je mehr Einwohner eine Gemeinde hat. Je größer, desto molochartiger die Gebilde. Dann sind wir bei 60.000 Bediensteten wie bei der Gemeinde Wien. Wo hier interessanterweise niemand einsparen möchte, nur bei den kleinen Gemeinden.

T. Lurker
00
17.8.2011, 03:12
Unterscheied "kleinere" vs. "Kleinstgemeinden"

Glaubens sie (liebe/r LL MM), dass Gemeinden wie Parbasdorf[0] , Grosshofen[1] und Andlersdorf[2] sinnvoll sind? Sogar der Postautobus macht einen Bogen um diese Dörfer! Aber das ist Pröll-Land ...

... bitte endlich in der Realität bzw. Gegenwart ankommen!

T.L.

[0] Marchfeldgemeinde, 158 EW http://de.wikipedia.org/wiki/Parbasdorf
[1] Marchfeldgemeinde, 131 EW http://de.wikipedia.org/wiki/Andlersdorf
[2] Marchfeldgemeinde, 91 EW (sic!) http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fhofen

LL MM
00
17.8.2011, 14:15

Bei einzelnen Gemeinden kann man durchaus solche Überlegungen anstellen, aber es ist ein Irrtum zu glauben, dass hier im allgemeinen soviel Einsparungspotential vorherrscht, wie manche glauben. Siehe meine Beispiele in anderen Postings.

noldman
01
17.8.2011, 00:19
Sie vergleichen Äpfel mit Birnen.

Eine kleine Gemeinde hat kein Spital, ein großes schon. Die Hälfte der Gemeindebediensteten in Wien sind Ärzte, Krankenschwestern, etc.

Das Problem ist dass bei diesen Vergleichen immer ALLE Bediensteten einer Gemeinde pro Einwohner mit der entsprechenden Zahl der anderen Gemeinden verglichen wird.

Aber wenn sie für die Schließung von Spitälern mangels Personal sind, sagen sie das auch klar und deutlich, dass würde nämlich ihre Forderung nach Einsparung bei den Großen Gemeinden bedeuten --> verstehen sie jetzt den Hintergrund?

LL MM
00
17.8.2011, 01:15

Ich habe ja schon unten geschrieben, dass die Vergleichbarkeit oft nicht so einfach gegeben ist. Aber diese Zahlen sagen mehr aus:

Die Länder (ohne Wien) haben 150.000 öffentlich Bedienstete. Wien 70.000, die Gemeinden (ohne Wien) 72.000. Bundestbedienstete sind da natürlich nicht dabei.

Wenn man bedenkt, dass Wien ja Landes- und Gemeindeaufgaben übernimmt, sieht die Rechnung so aus: 70.000 Bedienstete gibt es in Wien und 222.000 Bedienstete im Rest Österreichs (Gemeinden + Länder). Wenn man das auf die Bevölkerungszahlen umrechnet, ergibt das dann doch ein ziemliches Übergewicht für Wien.

Wien führt übrigens auch beim Pragmatisierten-Anteil.

steff666
00
16.8.2011, 21:05

Das wären für Wien 1 Beamter pro 28 Einwohner. Das ist tatsächlich mehr als in der typischen 1000- bis 3000-Einwohner Gemeinde.

quod licet Iovi2
00
16.8.2011, 22:04

Wien und St. Pölten zusammenlegen - wär das nicht eine gute Idee ;)

LL MM
00
16.8.2011, 21:24

Man muss fairerweise dazusagen, dass einige Aufgaben dieser Gemeinden überregional erledigt werden: z. B. Abwasser- bzw. Altersheimverbände, wo natürlich auch Personalkosten anteilsmäßig anfallen, die in meiner obigen Rechnung fehlen. Es gibt also durchaus schon Kooporationen. Trotzdem schneiden die kleinen Gemeinden alles in allem besser ab.

Fabian S.
01
16.8.2011, 20:32
zumindest in Sachen Kooperationen sollte ein Zwang bestehen

ich kenne das von meiner Gemeinde:

der Bürgermeister wehrt sich mit Händen und Füßen gegen eine Vergrößerung des Altenheims, das momentan 30 Betten hat, weil er bei einer Vergrößerung auch andere Gemeinden ins Boot holen müsste, die dann alle mitreden würden

durch die geringe Anzahl von Betten entsteht jährlich ein Abfluss von knapp 100.000 Euro, sprich die Erweiterung würde sich selbst finanzieren

Kondratjew -Zyklus
 
02
16.8.2011, 19:50
Zusammenlegungen in Österreich :

http://de.wikipedia.org/wiki/NUTS:AT

Am dringendsten : Bezirkshauptmannschaften.

Chien de Pique
00
17.8.2011, 01:09

Da ja, das wäre kein Schaden.

Kondratjew -Zyklus
 
00
17.8.2011, 04:11
Noch dazu, wo diese Polizeieinrichtung unglaublich viel Macht hat (z.B. Führerschein) und praktisch keiner Kontrolle unterliegt.

Kondratjew -Zyklus
 
01
16.8.2011, 19:48
Die Zusammenlegungen müssen auf ALLEN Ebenen erfolgen :

http://de.wikipedia.org/wiki/NUTS

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