Südkorea und USA starten Militärmanöver

Nordkorea protestiert gegen Übung, an der mehrere 10.000 Soldaten teilnehmen

Seoul - Trotz aller Kritik aus Nordkorea haben die Streitkräfte der USA und Südkoreas ihr gemeinsames jährliches Großmanöver begonnen. In die elftägigen Übungen seien mehr als eine halbe Million Soldaten, Regierungsbeamte und Polizisten eingebunden, sagte ein Sprecher der US-Streitkräfte Korea (USFK) am Dienstag in Seoul. Dabei sind den Angaben zufolge nicht nur Soldaten in Südkorea im Einsatz, sondern auch auf Militärstützpunkten in den USA und aus sieben anderen Ländern.

Im Mittelpunkt der jährlich stattfindenden Übungen "Ulchi Freedom Guardian" (Ulchi-Freiheitshüter) stehen computergestützte Simulationen eines Kriegs auf der koreanischen Halbinsel und anderer Bedrohungsszenarien. Zweck der Übungen ist es nach Angaben der USFK, die Fähigkeit der Allianz zur Verteidigung Südkoreas zu verbessern. Die Übungen werden zu einem Zeitpunkt erhöhter Spannungen auf der koreanischen Halbinsel veranstaltet.

"Wir wenden Lehren aus dem Irak und Afghanistan sowie diejenigen an, die die Allianz bei früheren Übungen sowie durch die jüngsten Erfahrungen mit nordkoreanischen Provokationen auf der Halbinsel gewonnen hat", wurde der Befehlshaber der gemeinsamen Streitkräfte, General James Thurman, zitiert. Es gebe dabei keine Feldübungen, sagte der USFK-Sprecher.

Nordkorea hatte nach Sondierungsgesprächen in den vergangenen Wochen mit Südkorea und den USA über die Wiederaufnahme eines Dialogs über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm die Absage des gemeinsamen Manövers gefordert. Die Militärübungen seien gegen Nordkorea gerichtet und würden "die schon gespannte Situation auf der Halbinsel verschlechtern und die Gefahr eines Atomkriegs erhöhen", kommentierte die offizielle Zeitung "Rodong Sinmun".

Die Spannungen haben sich seit dem Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffes im März 2010 und dem Beschuss einer zu Südkorea gehörenden Insel durch Nordkorea im November deutlich verschärft. Bei den beiden Vorfällen waren insgesamt 50 Menschen ums Leben gekommen. (APA)

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