Russland verspricht Weißrussland niedrigeren Gaspreis
Moskau - Die weißrussische Regierung hat die weiteren gegen sie
verhängten US-Sanktionen scharf kritisiert und Russland um Unterstützung
gebeten. "Die Sanktionen der USA sind eine Aggression gegen das weißrussische
Volk, ein Schlag gegen die Wirtschaft unseres Landes und gegen die Bereiche, die
direkt mit der Zusammenarbeit mit Russland verbunden sind", sagte der
weißrussische Ministerpräsident Michail Miasnikowitsch am Montag nach einem
Treffen mit dem russischen Regierungschef Wladimir Putin in Moskau.
Russland habe "Weißrussland immer unterstützt, eine gemeinsame Position macht
unsere Beziehungen noch stärker", fügte Miasnikowitsch hinzu. Weißrussland
steckt derzeit in einer schweren Finanzkrise. Im Juni hatten Russland und andere
frühere Sowjetstaaten dem Land einen Kredit in Höhe von drei Milliarden Dollar
(2,2 Milliarden Euro) für die nächsten drei Jahre gewährt. Moskau hatte im
Gegenzug auf umfangreiche Privatisierungen gedrungen.
Strafmaßnahmen
Die USA hatten vergangene Woche neue Strafmaßnahmen angekündigt, die vier
weißrussische Staatsunternehmen betreffen. Damit reagierte Washington auf die
fortgesetzte Unterdrückung von Oppositionspolitikern und
Menschenrechtsaktivisten durch die weißrussische Führung unter Staatschef
Alexander Lukaschenko.
Putin sagte dazu, wirtschaftliche Sanktionen seien "niemals wirksam", sondern
könnten vielmehr gegenteilige Effekte erzeugen. Zugleich sagte er zu, dass
Weißrussland ab kommendem Jahr weniger für russisches Erdgas bezahlen müsse.
Dies sei "direkte Hilfe, kein Geschenk". Da russische Unternehmen ihre
Aktivitäten in Weißrussland ausdehnten, seien sie zu Gegenleistungen bereit.
Derzeit muss das autoritäre Weißrussland aufgrund eines deutlichen Rabatts
viel weniger für russisches Gas zahlen als andere europäische Länder. Im
Gespräch ist eine komplette Übernahme des weißrussischen Energieversorgers
Beltransgas durch den russischen Staatskonzern Gazprom. Bisher hält Gazprom
bereits 50 Prozent der Beltransgas-Anteile. (APA)