Umsiedlung von Bürgerkriegsflüchtlingen in Tiflis abgeschlossen

15. August 2011, 20:53

Trotz Protesten von Menschenrechtlern - Entschädigung von rund 7.000 Euro bezahlt

Tiflis - Trotz Protesten von Menschenrechtsaktivisten haben die georgischen Behörden die Umsiedlung hunderter Bürgerkriegsflüchtlinge in der Hauptstadt Tiflis abgeschlossen. Zahlreiche Polizisten waren am Montag bei der Umsiedlung der Flüchtlinge im Einsatz, die in den vergangenen Jahren in einem Hotel im Zentrum von Tiflis untergekommen waren. Ihr Hab und Gut wurde in Umzugslastwagen verladen. In dem Hotel hatten insgesamt rund 700 Menschen gelebt, die vor Kriegen in den abtrünnigen georgischen Regionen Abchasien und Südossetien geflohen waren.

Für ihre Umsiedlung erhielten die betroffenen Familien nach Angaben der Regierung eine Entschädigung von umgerechnet 7.000 Euro oder eine Unterkunft in der Industriestadt Rustawi, rund 30 Kilometer von Tiflis entfernt. "Die Qualen der Menschen, die seit 20 Jahren unter unzumutbaren und gesundheitsschädlichen Bedingungen im Hotel Abchasien lebten, sind beendet", erklärte das für Flüchtlinge zuständige Ministerium zum Abschluss der Umsiedlungsaktion. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte Anfang August gefordert, die "erzwungenen Umsiedlungen" der Flüchtlinge zu stoppen, da sie "ohne angemessene Konsultationen" der Betroffenen umgesetzt würden.

Während Bürgerkriegen in Abchasien und Südossetien Anfang der 1990er Jahre und während des kurzen bewaffneten Konflikts zwischen Georgien und Russland im August 2008 waren mehr als 250.000 Menschen aus der Region vertrieben worden. Etwa 100.000 von ihnen ließen sich in Tiflis nieder. (APA)

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